Wählen Sie Ihre Nachrichten​

ADR-Nationalkongress: Abteilung Attacke
Politik 10 2 Min. 17.03.2019

ADR-Nationalkongress: Abteilung Attacke

Für die ADR gehen diese drei Frauen und drei Männer in die Europawahlen: Fred Keup, Sylvie Mischel, Gast Gibéryen, Tessy Brisbois, Fernand Kartheiser und Nicky Stoffel (v.l.n.r.).

ADR-Nationalkongress: Abteilung Attacke

Für die ADR gehen diese drei Frauen und drei Männer in die Europawahlen: Fred Keup, Sylvie Mischel, Gast Gibéryen, Tessy Brisbois, Fernand Kartheiser und Nicky Stoffel (v.l.n.r.).
Foto: Caroline Martin
Politik 10 2 Min. 17.03.2019

ADR-Nationalkongress: Abteilung Attacke

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Am Fuß des Schlosses in Useldingen ist die ADR am Sonntagmorgen zu ihrem Nationalkongress zusammengekommen. Dabei präsentierte sich die Partei etwas mehr als zwei Monate vor den Europawahlen geeint nach innen und angriffslustig nach außen.

Hauptziel von Kritik war die Regierungspartei Déi Gréng, doch auch die größte Oppositionspartei des Landes, die CSV, musste einige Seitenhiebe einstecken. Sich selbst sieht die ADR als einzige Alternative zu den übrigen Einheitsparteien und man hofft, bei den Wahlen am 26. Mai erstmals einen Sitz im Europaparlament zu erringen.

Dies will die ADR erreichen, indem sie sich für ein Europa der gleichberechtigten Nationen einsetzt. Besonders wichtig ist der Partei, dass auf europäischer Ebene auch zukünftig alle Entscheidungen in Steuerfragen einstimmig getroffen werden müssen, da andernfalls die Gefahr bestehe, dass Luxemburg von den großen Staaten vor vollendete Tatsachen gestellt werde.

Mehr Platz als die Europawahlen nahm allerdings die Kritik an der aktuellen Regierungspolitik ein. Trotz historisch hoher Steuereinnahmen schaffe es diese Regierung dennoch, für 2019 ein Budget mit einem Defizit vorzulegen, was für Gast Gibéryen von Verantwortungslosigkeit den kommenden Generationen gegenüber zeuge. Auch die momentane Wachstumspolitik ist der ADR ein Dorn im Auge. Mehrere Redner betonten, dass diese zwar kurzfristig gut für die Staatskasse sei, mittel- und langfristig würden die aus ihr resultierenden Folgekosten, beispielsweise in die Infrastruktur, diesen Effekt allerdings wieder aufheben.

Besonders heftig wurden Déi Gréng attackiert. Die Partei stehe für eine ideologische Verbotskultur, ohne selbst mit gutem Beispiel voran zu gehen. So fahre Umweltministerin Carole Dieschbourg jeden Tag mit dem Wagen von Echternach nach Luxemburg-Stadt, anstatt sich der öffentlichen Transportmittel zu bedienen. Zudem werde die Erhöhung der Spritpreise um ein bis zwei Cent zwar als Klimaschutzmaßnahme verkauft, allerdings profitiere davon lediglich der Staatshaushalt und nicht die Umwelt.

CSV als Partei des „Jo, mais...“

Dass man sich auf einem Parteitag für höhere Aufgaben empfehlen kann, bewies der Präsident der Nachwuchsorganisation ADRenalin, Michel Lemaire. Dieser traf mit seiner angriffslustigen Rede nämlich genau den Nerv der Mitglieder und erhielt nach deren Ende sogar stehende Ovationen. Zuvor hatte er vor allem gegen die CSV ausgeteilt. Seine Hauptkritik: Die Christsozialen würden schon seit einiger Zeit den Menschen nur noch nach dem Mund zu reden, anstatt eigene Überzeugungen zu vertreten.

„Wenn ich die CSV mit zwei Worten beschreiben müsste, dann wären das Jo und mais“, so Lemaire. Die CSV formuliere zwar gewisse Standpunkte, schränke diese im Anschluss allerdings direkt selbst wieder ein. In dieser Art der Kommunikation zeige sich der Versuch, potenzielle Wähler aus der politischen Mitte nicht vor den Kopf zu stoßen.

Seiner eigenen Partei rät Lemaire indes von einer solchen Strategie ab. Anstatt sich der dieser Mitte anzubiedern, müsse man sie vielmehr mit eigenen Überzeugungen prägen. Vor diesem Hintergrund plädiert er für eine klare Sprache und erteilt politischer Korrektheit eine Absage. „Politische Korrektheit ist wie eine Allergie, eine krankhafte Überreaktion des Systems“.

Bei der Wahl des neuen Nationalkomitees wurden Präsident Jean Schoos und Generalsekretär Alex Penning klar auf ihren Posten bestätigt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

L'ADR présente son équipe pour les européennes
Avec Gast Gibéryen comme tête de liste et pour slogan «Fir en Europa vun den Natiounen», l'ADR se prépare aux élections européennes. Pour la première fois de son histoire, le parti veut obtenir un siège au Parlement européen.
Gast Gibéryen ist Spitzenkandidat für die Europawahlen am 26. Mai.
Neues Spiel, neues Glück
Am Freitag wurden die Listennummern vergeben, am 10. September beginnt der offizielle Wahlkampf. Der Ausgang der Wahlen ist spannender denn je.
Wahlen
Unentschieden
Vertrauen, Sonndesfro, Sympathie und Kompetenz: An Umfrage- und Erfahrungswerten mangelt es den Parteien vier Monate vor den Wahlen nicht. Eine Analyse.
13.03.2014 LUXEMBOURG, GAMBIA, Gambia, Politik, déi Gréng, dp, lsap, Regierung, politique, Partei, partie, photo Anouk Antony