Wählen Sie Ihre Nachrichten​

ADR legt zu, LSAP verliert
Politik 3 Min. 13.06.2018 Aus unserem online-Archiv

ADR legt zu, LSAP verliert

Laut der Sonntagsfrage könnte die ADR im Zentrum mit einem zweiten Sitz rechnen.

ADR legt zu, LSAP verliert

Laut der Sonntagsfrage könnte die ADR im Zentrum mit einem zweiten Sitz rechnen.
Foto: LW-Archiv
Politik 3 Min. 13.06.2018 Aus unserem online-Archiv

ADR legt zu, LSAP verliert

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Der Gewinner im Zentrum heißt eindeutig ADR. Laut der Sonntagsfrage von "Luxemburger Wort" und RTL würde die Reformpartei um 3,3 Prozent zulegen und einen Sitz dazu gewinnen. Die Leidtragenden wäre die LSAP, aber auch die CSV.

Wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären, könnte die ADR  laut der Sonntagsfrage von „Luxemburger Wort“ und RTL mit einer Zustimmung von 8,6 Prozent rechnen. Demnach kann sie ein deutliches Plus von 3,3 Prozentpunkten verbuchen. Im Dezember 2017 hatte die Reformpartei es nur auf 5,3 Prozent gebracht. 

Vergleicht man mit dem Wahlergebnis vom Oktober 2013, fällt der Zuwachs sogar noch etwas größer aus: 3,6 Prozentpunkte  hätte die ADR laut der Sonndesfro in den vergangenen fünf Jahren zugelegt. Damals hatten rund fünf Prozent der Wähler der ADR ihre Stimme gegeben. Konkret bedeutet dies: Die ADR würde im Zentrum einen Sitz hinzugewinnen und könnte im zweitgrößten Wahlbezirk gleich zwei Abgeordnete ins Parlament entsenden.

Negativtrend für die CSV

Für die CSV zeigt der Trend in die andere Richtung. Wie in den Bezirken Osten und Norden müssen die Christsozialen auch im Zentrum noch einmal Verluste hinnehmen. Mit einem Minus von 3,6 Prozentpunkte fällt der Rückgang seit Dezember letzten Jahres zwar recht deutlich aus, doch die CSV liegt mit einer Zustimmung von 36,1 Prozent nach wie vor unangefochten an der Spitze.



Wähler bei der Stimmabgabe
Sonntagsfrage: CSV verliert vier Prozentpunkte
Wenn am Sonntag Wahlen wären, würde die CSV im Osten im Vergleich zum Dezember 2017 an Zustimmung verlieren. Auch die ADR würde Einbußen hinnehmen müssen. Déi Lénk könnten sich hingegen verbessern.

Bei den letzten Wahlen hatte die Partei 35,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können. Zwischen Oktober 2013 und Juni 2018 hätte sich die CSV laut Sonntagsfrage folglich um 0,8 Prozent verbessert. An der Sitzverteilung würde sich trotz der sinkenden Zustimmung allerdings nichts ändern: Im Zentrum bleibt es für die Christsozialen wie im Dezember bei neun Mandaten, auch deshalb, weil die Partei den Restsitz für sich beanspruchen kann. Vergleicht man mit dem Wahlergebnis kann die CSV allerdings einen Sitz hinzugewinnen.

LSAP verliert einen Sitz

Von einem Sitzgewinn können die Sozialisten im Zentrum nur träumen.  Die LSAP muss nämlich damit rechnen, dass  auch im Zentrum ein Mandat verloren geht: Mit nur noch zwei Sitzen läge die Arbeiterpartei dann auf gleichem Niveau wie die ADR.

In Prozentpunkten ausgedrückt, sieht der Abwärtstrend der Sozialisten nicht ganz so dramatisch aus: Laut der Sonntagsfrage würde die LSAP seit Dezember lediglich ein leichtes Minus von 0,7 Prozent hinnehmen müssen. Vor sechs Monaten erreichte sie noch 12,5 Prozent, im Juni liegt die Zustimmung nun bei 11,8 Prozent.

Seit den Wahlen vom Oktober 2013 addiert sich der Verlust allerdings auf ein Minus von immerhin 2,9 Prozentpunkten. Der Stimmenanteil für die Sozialisten lag damals bei 14,7 Prozent.

DP verliert seit den Wahlen 4,4 Prozentpunkte

Nur die DP hat seither noch stärker an Zustimmung verloren: Bei den Wahlen entfielen im Zentrum noch genau 25 Prozent der Stimmen auf die Liberalen. Laut der Sonntagsfrage müssen sie sich im Juni 2018 mit nur noch 20,6 Prozent zufriedengeben. Das macht immerhin ein deutliches Minus von 4,4 Prozentpunkten.

Allerdings scheint der Tiefpunkt überwunden, denn seit Mai 2017 steigt die DP wieder langsam in der Gunst der Wähler. Damals hatte die Sonntagsfrage eine Zustimmung von 17,9 Prozent für die DP ergeben. Im Dezember waren es dann 20,5 Prozent. Obwohl der negative Trend gebrochen scheint, kann die DP den Sitz, den sie laut Umfragen zuletzt verloren hatte, nicht wieder gutmachen. Wie im Dezember reicht es im Zentrum nur noch für fünf Mandate.

Die Grünen und Déi Lénk stagnieren

Die Grünen können hingegen weiter mit zwei Sitzen rechnen. Auch die Zustimmung für Déi Gréng ist nahezu unverändert. Nach 11,4 Prozent im Dezember liegen sie im Juni bei 11,2 Prozent. Bei den letzten Parlamentswahlen konnten sie einen Stimmenanteil von 10,5 Prozent verbuchen.

Im Gegensatz zum Osten und Norden, wo sie seit den Wahlen zulegen konnten, treten Déi Lénk im Zentrum auf der Stelle. Seit Dezember ist die Zustimmung um 0,8 Prozentpunkte  auf nun mehr 5,4 Prozent gesunken. Damit liegen sie in etwa auf dem gleichen Niveau wie im Oktober 2013, als sie bei den Wahlen 4,8 Prozent der Stimmen einheimsen konnten. Es bleibt bei einem Mandat.

Auch bei den anderen kleinen Parteien bleibt fast alles beim Alten. Die Piratepartei kommt nach 3,2 Prozent im Dezember nun auf eine Zustimmung von drei Prozent. Die PID legt um 0,1 Prozentpunkte  zu und erreicht nun einen Wert von 1,1 Prozent.

Ein Kuriosum gibt es dann doch noch: Die KPL, die bislang keine nennenswerte Spuren bei der Sonntagsfrage hinterlassen hatte, kann im Zentrum mit einer Zustimmung von 2,2 Prozent rechnen.

  • Die „Sonndesfro“ wurde im Auftrag vom „Luxemburger Wort“ und RTL von TNS Ilres erhoben. Die Umfrage ist über einen Zeitraum von sechs Monaten erfolgt, belegt demnach einen längerfristigen Stimmungstrend als die kurzfristige, ereignisgetriebene Stimmungslage. Zwischen Anfang Dezember 2017 und Ende Mai 2018 wurden 3.521 Wahlberechtigte befragt, 987 im Zentrum, 1.411 im Süden, 647 im Norden und 476 im Osten. Die Auswertung wurde von Dr. Fritz Krauss durchgeführt. Hierbei wurde die Rückerinnerung, die Wahlabsicht, das letzte Wahlresultat und die Matrix (Rückerinnerung und Wahlabsicht) berücksichtigt. Absolute und proportionale Korrekturen der Bruttoresultate garantieren das bestmögliche Ergebnis. Die Angaben zur Methodologie wurden bei der ALIA (alia.lu) hinterlegt.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Déjà-vu für die CSV
Die Sonndesfro im Norden bestätigt das Ergebnis aus dem Osten: Die CSV verliert an Zustimmung. Davon profitieren die DP und die kleinen Parteien.
Von den 16 Chambersitzen im Norden und Osten gehen lauut Sonndesfro acht an die CSV.
Sonntagsfrage: CSV verliert vier Prozentpunkte
Wenn am Sonntag Wahlen wären, würde die CSV im Osten im Vergleich zum Dezember 2017 an Zustimmung verlieren. Auch die ADR würde Einbußen hinnehmen müssen. Déi Lénk könnten sich hingegen verbessern.
Wähler bei der Stimmabgabe
Politmonitor: Asselborn und die anderen
Wenn es um die Popularität der luxemburgischen Politiker geht, führt kein Weg an Jean Asselborn (LSAP) vorbei. Platz eins ist der Stammplatz des Außenministers.
Visite d'Etat Espagne.Etienne Schneider,Jean Asselborn,Xavier Bettel,. Foto:Gerry Huberty
Grün wirkt
Laut Politmonitor-Umfrage können die Grünen zulegen. Auch die LSAP kann sich verbessern, die DP tritt hingegen auf der Stelle. Die CSV verliert leicht an Vertrauen.
Die Regierung ist im Aufwind. Doch mit der großen Liebe zwischen DP, LSAP und Grünen ist es vorbei.
Politmonitor: Luxemburg in Hochstimmung
Viereinhalb Monate vor den Wahlen steigt die Spannung. Wie ist die Stimmung im Land? Welche Parteien stehen in der Gunst der Wähler? Und wie stehen sie zu Koalitionsaussagen vor den Wahlen? Der neueste Politmonitor gibt Antworten.
Wahlen 2013 - Wahlplakate