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ADEM: 92.000 Euro veruntreut
Politik 29.04.2019 Aus unserem online-Archiv

ADEM: 92.000 Euro veruntreut

Der mutmaßliche Veruntreuer arbeitete seit 2013 für die ADEM.

ADEM: 92.000 Euro veruntreut

Der mutmaßliche Veruntreuer arbeitete seit 2013 für die ADEM.
Foto: Steve Eastwood
Politik 29.04.2019 Aus unserem online-Archiv

ADEM: 92.000 Euro veruntreut

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP) hat die Mitglieder des Beschäftigungsausschusses am Montag über den Betrugsfall bei der ADEM aufgeklärt. In zwei Monaten wurden 92.000 Euro veruntreut.

"Der Arbeitsminister, seine Beamten und die Verantwortlichen der ADEM haben uns Rede und Antwort gestanden", sagte der Vorsitzende des parlamentarischen Beschäftigungsausschusses, Georges Engel (LSAP), auf Nachfrage des "Luxemburger Wort". So handelt es sich bei dem mutmaßlichen Veruntreuer, der Gelder bei der ADEM unterschlagen hat, um eine Person, die seit 2013 für die ADEM gearbeitet hat. Aufgefallen war die Veruntreuung im Februar diesen Jahres.   


Interview Isabelle Schlesser / Foto: Steve EASTWOOD
Betrugsfall bei der Adem
Am Mittwoch stellte die Agence pour le développement de l'Emploi einen Fall von Veruntreuung in ihren eigenen Reihen fest.

Laut Georges Engel soll der Beschuldigte aufgrund gefälschter Dokumente Gelder, die nicht geschuldet waren, auf eigene Konten sowie auf Konten einer anderen Person überwiesen haben, die nicht bei der ADEM arbeitet. Andererseits wurden tatsächlich geschuldete Gelder veruntreut, d.h. auf  falsche Konten überwiesen. Die geschädigten Privatpersonen würden selbstverständlich entschädigt, so Engel.   

Laut dem derzeitigen Stand grenzt die Summe an den sechsstelligen Bereich, erklärte Engel. Laut dem CSV-Abgeordneten Marc Spautz (CSV) wurden in zwei Monaten insgesamt 92.000 Euro veruntreut. Die Höhe der Summe könnte sich gegebenenfalls noch ändern. Die ADEM sei dabei, sämtliche Transaktionen des Beschuldigten bis zu seiner Einstellung bei der ADEM im Jahr 2013 zurückzuverfolgen, so Engel.

Aufgeflogen sei der Betrug einerseits durch die internen Kontrollmechanismen, andererseits aber auch durch einen Fehler des mutmaßlichen Veruntreuers, so Engel auf die Frage, ob die Sicherheitsmaßnahmen möglicherweise unausreichend gewesen seien. Arbeitsminister Dan Kersch habe indes versichert, die Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verschärfen.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich nicht um einen Beamten oder Angestellten der ADEM, sondern um eine "ausgeliehene Arbeitskraft" aus dem Privatsektor. Die ADEM greift häufig auf solche Arbeitskräfte zurück, weil sie wichtige Erfahrungen und wichtiges Wissen über die Lage im Privatsektor mitbringen. 

Da es sich um eine ausgeliehene Arbeitskraft handelt, konnte die ADEM die Person nicht entlassen. Sie ist laut Engel zu ihrem ursprünglichen Arbeitgeber zurückgekehrt. Die Arbeitsagentur hat aber Anzeige gegen den Beschuldigten erstattet. Gegen die Person läuft ein Ermittlungsverfahren.