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Adapto-Transportdienst: Übergangsfrist wurde verlängert, Probleme bleiben
Politik 2 Min. 05.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Adapto-Transportdienst: Übergangsfrist wurde verlängert, Probleme bleiben

Es stellt sich die Frage, wer künftig den Behindertentransportdienst nutzen können wird.

Adapto-Transportdienst: Übergangsfrist wurde verlängert, Probleme bleiben

Es stellt sich die Frage, wer künftig den Behindertentransportdienst nutzen können wird.
Gerry Huberty
Politik 2 Min. 05.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Adapto-Transportdienst: Übergangsfrist wurde verlängert, Probleme bleiben

Morgan KUNTZMANN
Morgan KUNTZMANN
Nicht jeder bisherige Kunde wird wohl künftig den Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderungen nutzen können. Ein Kompromiss wurde gefunden, der das Problem jedoch nur zeitlich verschiebt.

Die Abgeordneten der Ausschüsse für Mobilität und Petition sind sich einig, die Regierung war nicht auf die Reform des Behindertentransportdienstes Adapto vorbereitet. Der zuständige Minister François Bausch (Déi Gréng) erkennte gestern an: „Unser Callcenter wurde anfangs überrannt, weil einerseits die Anrufe eingingen um Busreservationen zu tätigen und andererseits Leute anriefen, die Hilfe mit dem neuen Formular brauchten oder deren neu beantragte Karte abgelehnt worden ist.“ Jedoch habe man durch das Aufstocken von Personal schnell auf das Problem reagiert, betonte Bausch. 

Abermalige Verlängerung 

Die wichtigste Veränderung betrifft Personen, deren Karte bei der Neubeantragung abgelehnt worden ist. Diese Adapto-Karten werden solange gültig bleiben, bis es für die Betroffenen die Möglichkeit gibt, dagegen Berufung einzulegen. Diese Option wird mit einem neuen Gesetz geschaffen, dass noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll. Trotzdem sollen alle Besitzer einer alten Karte, eine neue beantragen, um davon profitieren zu können.


Nicht im März, sondern erst im Mai müssen die Nutzer in Besitz ihrer neuen Adapto-Karte sein.
Adapto-Anträge auf dem Prüfstand
Seit Wochen sorgt Adapto, der Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderung, für Aufregung. Grund dafür ist die geplante Reform. Nicht jeder bisherige Kunde wird wohl künftig den Dienst nutzen können.

Künftig wird eine Evaluationskommission bestehend aus Vertretern von Behindertenvereinigungen und medizinischem Fachpersonal über die Rechtmäßigkeit der Anträge bestimmen. Diese Kommission soll jeden Fall einzeln prüfen und fachgerechte Entscheidungen treffen. 

Für Bausch befinde man sich auf dem richtigen Weg: „3 500 neue Karten wurden bereits ausgestellt, vorher haben 4 800 Personen den Adapto-Transportdienst genutzt. Damit haben wir wieder zwei Drittel der Benutzer abgedeckt.“ Für den Mobilitätsminister steht trotzdem fest, dass auch nachdem das neue Gesetz gültig sein wird, noch immer Personen aus dem Adapto-System herausfallen werden: „Es ist ein Behindertentransport, es geht nicht um den Transport von älteren Menschen. Es gibt Menschen, die nicht von diesem Transportdienst hätten profitieren dürfen.“ 

Das Problem der Grenzfälle 


24.04.09 Illustration Novabus.Foto:Gerry Huberty
Für Gratis-Transport auch in Adapto-Bussen
Mit dieser Forderung in Form einer Motion wandte sich der CSV-Abgeordnete Marco Schank am Mittwoch an die Abgeordneten. Transportminister Bausch übt sich in Zurückhaltung.

Dass behinderte Menschen keine homogene Gruppe sind, ist den Abgeordneten bewusst. Dementsprechend kann es Personen geben, die nicht über den Behindertenstatus verfügen, aber altersbedingt in ihrer persönlichen Mobilität eingeschränkt sind. Des Weiteren können auch Menschen, besonders nach Operationen oder Unfällen, für eine bestimmte Zeit körperlich beeinträchtigt sein. Wie man diesen Personenkreis definiert und ihnen mit dem neuen Gesetz Rechnung tragen wird, wird der Hauptpunkt der anstehenden Diskussionen zwischen den Parlamentariern sein. 

Für Mars Di Bartolomeo (LSAP) steht fest: „Wir müssen Strukturen schaffen, wohin man die Leute weiterleiten kann. Am wütendsten werden die Leute, wenn sie Nein gesagt bekommen und ihnen keine Alternativen geboten werden, wie konventionierte Taxis oder Rufbusse. Es gibt Möglichkeiten, man muss sie den Menschen nur anbieten.“ Auch für Marco Schank (CSV), der sich von Anfang an für dieses Thema eingesetzt hat, steht fest: „Die Regierung hätte sich früher mit der Reform des Adapto-Transportdienstes auseinandersetzen sollen.“


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