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Abstand, Anmeldung, ausgewählte Kirchen: Wie Gottesdienste aussehen dürften
Politik 2 Min. 18.05.2020

Abstand, Anmeldung, ausgewählte Kirchen: Wie Gottesdienste aussehen dürften

In der Luxemburger Kathedrale sind einige Reihen wegen der Corona-Krise gesperrt.

Abstand, Anmeldung, ausgewählte Kirchen: Wie Gottesdienste aussehen dürften

In der Luxemburger Kathedrale sind einige Reihen wegen der Corona-Krise gesperrt.
Foto: Michael Merten
Politik 2 Min. 18.05.2020

Abstand, Anmeldung, ausgewählte Kirchen: Wie Gottesdienste aussehen dürften

Michael MERTEN
Michael MERTEN
Wann sind in Luxemburg Gottesdienste mit Besuchern erlaubt? Die Frage wird Thema in der Chamber: Die CSV will den Kultusminister befragen. Das Erzbistum hat erste Eckpunkte dargelegt.

Deutsche Gläubige dürfen es wieder. Österreichische Gläubige dürfen es wieder. Selbst Gläubige in Italien – dem Mutterland der Corona-Pandemie in Europa – dürfen es seit wieder. Und immer mehr Gläubige auch in Luxemburg fragen sich: Wann dürfen wir wieder eine Messe, eine Liturgiefeier, einen jüdischen Gottesdienst oder ein muslimisches Freitagsgebet besuchen?

Es ist eine Frage, auf die auch der Oberhirte der größten Glaubensgemeinschaft im Lande noch keine Antwort kennt. Zum Abschluss der Oktave echauffierte sich Kardinal Jean-Claude Hollerich am Sonntag, dass das Erzbistum schon am 6. Mai ein Schutzkonzept zur Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste beim Staatsministerium eingereicht habe.

Während der Oktav-Gottesdienste durften nur wenige Mitwirkende in der Kathedrale sein.
Während der Oktav-Gottesdienste durften nur wenige Mitwirkende in der Kathedrale sein.
Foto: Guy Jallay

Doch bisher habe es keine Antwort darauf gegeben. Als Kirchenvertreter habe er den Eindruck, „dass wir vollkommen egal sind – und das macht einen enttäuscht und wütend.“ Die Sprecherin von Staats- und Kultusminister Xavier Bettel sagte am Sonntagabend, dass man mit den Religionsgemeinschaften in Gesprächen sei und ein Konzept bald vorgelegt werden solle.

CSV beantragt Ausschusssitzung mit dem Kultusminister

Am Montag reagierte nun CSV-Fraktionschefin Martine Hansen auf die Worte des Kardinals – und beantragte, eine Sitzung des Institutionenausschusses in Anwesenheit des Kultusministers einzuberufen, um mit diesem über die Wiederaufnahme der öffentlichen Gottesdienste in Zeiten des Déconfinement zu diskutieren. "Es war richtig, zu Beginn der Krise Gottesdienste auszusetzen", sagt sie. "Doch nun müssen wir auch in den Kirchen wieder eine neue Normalität zulassen." Sie betont: "Die Kirchen dürfen nicht länger ignoriert werden. Die praktizierenden Bürger und ihre Grundrechte auch nicht."

Die Kirchen dürfen nicht länger ignoriert werden. Die praktizierenden Bürger und ihre Grundrechte auch nicht.  

CSV-Fraktionschefin Martine Hansen

Wie genau das Schutzkonzept des Erzbistums aussehen soll, wollte die Kirchenleitung auf Anfrage am Montag nicht kommentieren. Weihbischof Leo Wagener verwies jedoch darauf, dass es noch keine Rückmeldung des Gesundheitsministeriums zu dem Papier gegeben habe.


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Er skizzierte jedoch ein paar Eckpunkte, wie sich das Erzbistum die Ausübung der Heilige Messe in den kommenden Monaten vorstellt. Zunächst gelte es, Kirchen auszuwählen, die sich für den Gottesdienst unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen überhaupt eignen.

Auch für freiwillige Sänger gilt wohl künftig das Abstandsgebot von zwei Metern zueinander.
Auch für freiwillige Sänger gilt wohl künftig das Abstandsgebot von zwei Metern zueinander.
Foto: Guy Jallay

Das habe unter anderem mit der Größe der Kirche zu tun. Die Zahl der Plätze werde drastisch reduziert sein, denn zu jeder Zeit müssten Abstandsregeln von zwei Metern eingehalten werden können. Dies gelte auch für freiwillige Sänger. „Sitzplätze sind genau zu markieren“, verrät Wagener.  


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In der Kathedrale wurde dies bereits umgesetzt: Dort wurden schon während der Oktave für einzelne Besucher außerhalb der Gottesdienstzeiten sowie die Teilnehmer der Andachten und Messen Zettel mit Hinweisen wie „Keen Zougang w.e.gl.!“ in den Reihen angebracht.

Angedacht ist auch eine Maskenpflicht beim Ein- und Austreten. Und ganz wichtig: „Die Teilnehmer müssen sich zum Gottesdienst telefonisch anmelden, um zu verhindern, dass sie keinen Platz bekommen und vielleicht den längeren Rückweg antreten müssen“, erklärt Wagener.

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