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Abkommen im Zyklus 1: Neuerungen in Précoce und Kindergarten
Politik 2 Min. 08.11.2016

Abkommen im Zyklus 1: Neuerungen in Précoce und Kindergarten

Das Bildungsministerium, die Lehrergewerkschaft SNE und die Association des institutrices et instituteurs de l'éducation préscolaire (AIP) haben sich auf Änderungen im Zyklus 1 geeinigt, die zur Rentrée 2017/18 in Kraft treten werden.

Abkommen im Zyklus 1: Neuerungen in Précoce und Kindergarten

Das Bildungsministerium, die Lehrergewerkschaft SNE und die Association des institutrices et instituteurs de l'éducation préscolaire (AIP) haben sich auf Änderungen im Zyklus 1 geeinigt, die zur Rentrée 2017/18 in Kraft treten werden.
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Politik 2 Min. 08.11.2016

Abkommen im Zyklus 1: Neuerungen in Précoce und Kindergarten

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Das Bildungsministerium und die beiden Lehrergewerkschaften SNE und AIP haben sich auf Neuerungen im Zyklus 1 geeinigt. Die zentrale Neuerung ist die Förderung der französischen Sprache. Die Änderungen greifen ab 2017/18.

(mig) - Im Zyklus 1 wird sich ab 2017/18 einiges ändern. Am Dienstag haben Bildungsminister Claude Meisch, der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft SNE, Patrick Remakel, und die Präsidentin der Association des institutrices et instituteurs de l'éducation préscolaire (AIP), Yola Hild, ein Abkommen unterzeichnet, dessen Inhalt nun in ein Gesetzesprojekt münden wird.

Die Partner haben sich auf die Einführung der mehrsprachigen Förderung im Zyklus 1 verständigt. Gemeint ist neben der Förderung der luxemburgischen auch die Förderung der französischen Sprache, als Weiterführung der in den Kindertagesstätten eingeführten Mehrsprachigkeit (Luxemburgisch, Französisch, Muttersprache) und als Vorbereitung auf den formalen Sprachunterricht ab dem Zyklus 2.

Die Förderung der französischen Sprache ist eine Forderung des Bildungsministeriums, mit der SNE und AIP eigenen Angaben zufolge nur einverstanden waren, "weil uns zugesichert wurde, dass die französischsprachigen Aktivitäten spielerisch und kontextbezogen sein werden und es nicht zu schulischen Übungsaktivitäten kommt", so Patrick Remakel. Wichtig war den Gewerkschaften auch, dass die Förderung der luxemburgischen Sprache ihre Wichtigkeit behält.

Änderungen an der Lehrer-Tâche

Änderungen wird es auch bei der Lehrer-Tâche geben. Der Förderunterricht (Appui pédagogique, 54 Stunden), der bislang außerhalb des regulären Unterrichts abgehalten wurde, kann künftig während des regulären Unterrichts abgehalten werden (36 Stunden). Die restlichen 18 Stunden werden den Lehrern und Erziehern zur Verfügung gestellt, um gemeinsam ein pädagogisches Konzept für die Sprachförderung auszuarbeiten. Die Schulen haben aber auch weiterhin die Möglichkeit, ihren Förderunterricht wie bisher stattfinden zu lassen.

Eigenes Kapitel im Lehrplan

Der Zyklus 1 ist der erste Zyklus des Grundschulwesens, er setzt sich aus einem Jahr (fakultative) frühkindliche Förderung (Education précoce) und zwei Jahren Kindergarten zusammen. Im Lehrplan aber fand der frühkindliche Förderunterricht bislang keinen Niederschlag. Das wird sich jetzt ändern. Ab 2017/18 wird dem Précoce im Lehrplan ein eigenständiges Kapitel mit didaktischen und methodologischen Zielsetzungen gewidmet. Darüber hinaus erhalten die Zwischenbilans (bilans intermédiaires), bis dato lose Blätter, die Yola Hild zufolge spätestens beim dritten Elterngespräch in einem desolaten Zustand waren, einen neuen Look und werden in der Form den Bilans der Zyklen 2 bis 4 angepasst. Inhaltlich ändert sich nichts.

Die Arbeit mit kleinen Kindern erfordert ein hohes Maß an Flexibilität. Aus diesem Grund wurde auf Stundenplanvorgaben verzichtet. Auch bleibt es bei einer flexiblen Ankunftszeit für die Kinder zwischen 8 und 9 Uhr.

Zusammenarbeit Schule und Maison relais

Angestrebt wird auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Maison relais, also dem formalen und non-formalen Bildungsbereich. So können Klassensäle künftig auch von den Betreuungseinrichtungen genutzt werden, unter der Bedingung, dass die Schulen damit einverstanden sind. Zu einer Vermischung oder gar einer Fusion beider Bereiche dürfe es nicht kommen, hieß es unisono.

 



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