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Ab 2020/2021: Programmieren in der Grundschule
Politik 06.02.2020

Ab 2020/2021: Programmieren in der Grundschule

Der Bildungsminister möchte die algorithmische Kompetenz der Schüler fördern, damit sie die Maschinen beherrschen und nicht umgekehrt.

Ab 2020/2021: Programmieren in der Grundschule

Der Bildungsminister möchte die algorithmische Kompetenz der Schüler fördern, damit sie die Maschinen beherrschen und nicht umgekehrt.
Foto: Getty Images
Politik 06.02.2020

Ab 2020/2021: Programmieren in der Grundschule

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Unter dem Motto "Einfach digital - Zukunftskompetenze fir staark Kanner" sollen die Kinder fit gemacht werden für das digitale Zeitalter. Bildungsminister Claude Meisch (DP) stellte seine digitale Strategie am Donnerstag vor.

Auf die Schüler und die Lehrer in den Grund- und Sekundarschulen kommen Neuerungen zu. Ab September 2020 werden sich die Schüler des Zyklus 4 im Rahmen des regulären Mathematikunterrichts mit der Computersprache und der Welt des Programmierens auseinandersetzen.

Das Ganze soll spielerisch und altersgerecht passieren, wie Bildungsminister Claude Meisch (DP) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz betonte. "Das Programmieren soll so selbstverständlich sein wie Lesen, Schreiben oder Rechnen." Und: Das Programmieren soll quasi ohne die eigentlichen digitalen Instrumente vermittelt werden.


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Das Ministerium organisiert Informationsversammlungen und Weiterbildungen für Lehrer (Mai bis Juli) und stellt pädagogisches Material - sogenannte Starterkits - zur Verfügung, das in den Schulen eingesetzt werden kann.

Ein Jahr später (2021/22) wird das Programmieren auch in den Zyklen 1 bis 3 transversal in verschiedenen Fächern eingeführt. Umfassende informatische Kenntnisse seien nicht erforderlich, so noch der Bildungsminister. "Es ist mehr eine Art und Weise, zu unterrichten", so Meisch.

Ebenfalls 2021/22 wird in den Sekundarschulen (auf 7e) ein neues Fach eingeführt, das momentan den provisorischen Namen "Computer Science" trägt. Danach wird es progressiv in den weiterführenden Klassen eingeführt. Anders als im Fondamental handelt es sich hier um ein eigenständiges Fach mit einer Wochenstunde. 

Ziel ist es, die digitalen Medien sinnvoll und verantwortungsvoll zu nutzen. Es geht aber auch darum, zu verstehen, wie die moderne Technologie funktioniert. Schließlich soll der Mensch die Technik beherrschen und nicht umgekehrt, so der Bildungsminister sinngemäß.

Das Programmieren soll so selbstverständlich sein wie Lesen, Schreiben oder Rechnen.

Claude Meisch, Bildungsminister

In diesem Sinne organisiert das Ministerium in den kommenden Wochen eine breit angelegte Sensibilisierungskampagne zum Thema Bildschirmzeit und verteilt Elternhefte mit Ratschlägen zu einem angemessenen Umgang mit Tablets, Playstation und Co

Im Zyklus 4 findet das Programmieren im Rahmen des regulären Mathematikunterrichts statt. Für die Zukunft sei zu überprüfen, inwiefern die Lehrpläne angepasst werden müssen, so Meisch. Geplant ist auch, die Kompetenzen mittelfristig in die Schülerbewertung (bilan) aufzunehmen und sie in den standardisierten Tests (Epreuves standardisées) zu prüfen.


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Das neue Fach "Computer Science" im Secondaire umfasst eine Wochenstunde. Angedacht wird auch hier, die Stunde in den regulären Mathematikunterricht zu integrieren.  


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