93 Prozent gegen Sparpaket: Lehrer drohen Meisch mit Streik
(vb) – Nach einem überwältigenden Nein in der Urabstimmung haben die Lehrergewerkschaften Minister Claude Meisch aufgefordert, sein Sparpaket bis September zurückzunehmen. Anderenfalls wollen sie streiken.
Die Lehrer der Sekundarstufe haben das Sparpaket von Minister Claude Meisch mit 93,7 Prozent abgelehnt. Zwei Prozent der Lehrer stimmten mit Ja, ebenfalls zwei Prozent gaben einen leeren Stimmzettel ab.
Die Sparvorschläge sahen unter anderem Einschränkungen bei der Altersentlastung vor. Diese seien auf keinen Fall verhandelbar, waren sich die drei Lehrergewerkschaften einig.
An der Abstimmung hatten sich 4100 Lehrer von 35 Lyzeen beteiligt. Damit haben 76 Prozent der Sekundarschullehrer ihr Votum abgegeben. Apess-Präsident Daniel Reding sagte, dies sein ein "mehr als deutliches Nein" zum Sparpaket. Der nächste und für Reding "allerletzte Schritt" ist die Mediation zwischen den gegensätzlichen Positionen. Neuen Verhandlungen mit dem Minister wollen sich die Gewerkschaften jedoch nicht verschließen: "Unsere Tür steht offen."
Vor allem dieser Punkt war bei den Lehrergewerkschaften Féduse, Apess und SEW auf Ablehnung gestoßen. Derzeit müssen Lehrer mit steigendem Dienstalter weniger Schulstunden als ihre jüngeren Kollegen halten. Das Sparpaket sah vor, die erste Entlastung ab dem Alter von 45 Jahren zu reduzieren und teilweise in Arbeitsstunden ohne Unterricht (Tutorat, Stagiaires-Ausbildung, Schulprojekte usw.) umzuwandeln. Die Regelung soll auch für Lehrer über 45 Jahre in Kraft treten, sobald eine neue Décharge anfällt (ab 50, 55).