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70 Jahre danach: Luxemburger Beteiligung an Gedenkfeiern in Polen
Politik 1 2 Min. 23.01.2015 Aus unserem online-Archiv

70 Jahre danach: Luxemburger Beteiligung an Gedenkfeiern in Polen

Politik 1 2 Min. 23.01.2015 Aus unserem online-Archiv

70 Jahre danach: Luxemburger Beteiligung an Gedenkfeiern in Polen

Luxemburg ist bei den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der KZ-Befreiung durch das erbgroßherzogliche Paar und Premierminister Bettel vertreten. Die internationale Zeremonie wird im Internet live gezeigt.

(TJ) - Auschwitz-Birkenau und Slonsk stehen für Massenmord und Gräueltaten durch das Nazi-Regime. Allein im Vernichtungslager Auschwitz wurden 1,5 Millionen Menschen ermordet. Sie waren entweder jüdischer Abstammung, gehörten verfolgen Minderheiten an oder wurden wegen ihrer politischen Gesinnung getötet.

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Slonsk - auch Sonnenburg genannt - war ein weiteres Konzentrationslager in Polen und hat für Luxemburg eine besonders traurige Bedeutung: Beim Herannahen der amerikanischen Befreier ermordeten die Nazis mehrere hundert Gefangene, darunter 91 junge Luxemburger.

Diese hatten sich mehrheitlich geweigert, der deutschen Wehrpflicht nachzukommen. Zu keinem Moment in der Geschichte des Landes kamen binnen weniger Stunden an einem Ort so viele Luxemburger ums Leben.

1974 wurde in Slonsk eine Gedenkstätte errichtet, seit 2002 findet dort jährlich eine Gedenkzeremonie statt. Zum 70. Jahrestag der Befreiung reisen das erbgroßherzogliche Paar und Premierminister Bettel gleich zweimal zu den Gendenkfeiern nach Auschwitz.

Enthüllung einer Gedenktafel

Am Dienstag, dem 27. Januar erinnert man sich in Auschwitz an die Befreiung des Lagers. Bei dieser Gelegenheit werden Erbroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie anlässlich der nationalen Feier Blumen niederlegen und eine Gedenktafel in luxemburgischer Sprache enthüllen.

Zudem wird das Paar zusammen mit Premier Bettel an einer internationalen Feier teilnehmen, bei der auch Überlebende des Lagers und der polnische Präsident Bronislav Komorowski dabei sein werden.

Konzert in Luxemburg

Am Dienstagabend werden das erbgroßherzogliche Paar und der Regierungschef bei einem Gedenkkonzert in der Philharmonie auf Kirchberg erwartet. Dieses wird zum internationalen Gedenktag für die Holocaust-Opfer vom Israelitischen Konsistorium und MemoShoah organisiert.

Slonsk

Am Freitag, dem 30. Januar werden Großherzog Henri sowie der Premierminister Luxemburg in Sonnenburg vertreten. Nach einer Messe in der Kirche von Czestochowa richtet sich Großherzog Henri in einer Ansprache an die Anwesenden. Nach einer weiteren Blumenniederlegung nimmt der Staatschef an der Einweihung eines Museums teil, das den Opfern von Sonnenburg gewidmet ist.

Zur Erinnerung an die 91 ermordeten Luxemburger wurde am Sonntag, dem 30. April 1995, eine Ehrenpforte auf dem Friedhof von Slonsk (Sonnenburg) eingeweiht
Zur Erinnerung an die 91 ermordeten Luxemburger wurde am Sonntag, dem 30. April 1995, eine Ehrenpforte auf dem Friedhof von Slonsk (Sonnenburg) eingeweiht
Lé Sibenaler

Die internationale Gedenkfeier beginnt um 15.30 Uhr und wird auf folgenden Internetseiten live gezeigt:

http://70.auschwitz.org

http://www.auschwitz.org

https://www.youtube.com/user/AuschwitzMemorial


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