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52-Wochen-Regelung: Gute Neuigkeiten für Langzeitkranke
Politik 04.12.2017 Aus unserem online-Archiv

52-Wochen-Regelung: Gute Neuigkeiten für Langzeitkranke

Wer über einen längeren Zeitraum krank ist, muss um seinen Arbeitsplatz fürchten.

52-Wochen-Regelung: Gute Neuigkeiten für Langzeitkranke

Wer über einen längeren Zeitraum krank ist, muss um seinen Arbeitsplatz fürchten.
Foto: Guy Wolff
Politik 04.12.2017 Aus unserem online-Archiv

52-Wochen-Regelung: Gute Neuigkeiten für Langzeitkranke

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Im Konflikt um die umstrittene 52-Wochen-Regelung konnten sich die Regierung und die Sozialpartner am Montag auf eine Lösung einigen.

(mig/ham) - Im Konflikt um die umstrittene 52-Wochenregelung haben sich die Regierung und die Sozialpartner am Montag auf eine Lösung geeinigt.

Die Regelung besagt, dass ein Arbeitgeber das Recht hat, Angestellte im Krankheitsfall nach 52 Wochen zu entlassen. Die Frist wurde nun im Fall einer Neuerkrankung innerhalb der 52 Wochen und unter bestimmten Bedingungen um 26 Wochen verlängert.

  • Die Diagnose muss vom „Contrôle médical“ der Sozialversicherung überprüft anerkannt werden.
  • Des Weiteren muss die Fristverlängerung im Vorfeld mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden, damit dieser die Rückkehr des betroffenen Arbeitnehmers vorbereiten bzw. damit eine alternative berufliche Lösung für den Mitarbeiter gefunden werden kann.
  • Für die schrittweise Wiedereingliederung des Mitarbeiters ist sowohl das Einverständnis des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers erforderlich.

In seiner Pressemitteilung zeigte sich der OGBL zufrieden mit der Lösung. Zum einen, weil sie keine gesetzlichen Änderungen erfordere und sich somit schnell umsetzen lasse. Die 52-Wochen-Frist werde zwar nicht abgeschafft, mit der Fristverlängerung aber komme man allen Langzeitkranken entgegen, deren Genesungsprozess mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Verhandeln über Details

Die Sozialpartner sind sich über das Prinzip der Lösungsansätze einig. Über die weiteren Details müsse aber noch eingehend verhandelt werden, schreibt der OGBL in einer Pressemitteilung. Dem „onofhänge Gewerkschaftsbond“ ist wichtig, dass die Maßnahme nicht zu restriktiv gehandhabt wird und sie den „richtigen Personen“ zugute kommt.

Der LCGB ist weniger positiv. Er vergleicht die Frist mit einer „Sozialguillotine”, die weiterhin wie ein Damoklesschwert über den Betroffenen schwebe, und fordert die Abschaffung der Regelung.


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