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43 Prozent der Corona-Toten in Alters- und Pflegeheimen
Politik 18.05.2021

43 Prozent der Corona-Toten in Alters- und Pflegeheimen

Die coronavirusbedingte Sterblichkeit in Alters- und Pflegeheimen hatte zuletzt eine heftige Debatte in der Chamber ausgelöst.

43 Prozent der Corona-Toten in Alters- und Pflegeheimen

Die coronavirusbedingte Sterblichkeit in Alters- und Pflegeheimen hatte zuletzt eine heftige Debatte in der Chamber ausgelöst.
Symbolbild: dpa
Politik 18.05.2021

43 Prozent der Corona-Toten in Alters- und Pflegeheimen

Weit mehr als ein Drittel aller Covid-19-Sterbefälle in Luxemburg entfiel auf Bewohner von Alters- und Pflegeheimen.

(jt) - Insgesamt 346 Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen in Luxemburg starben seit Beginn der Pandemie an oder mit Corona. Diese Zahl geht aus einer parlamentarischen Antwort der Ministerinnen Corinne Cahen (DP, Familie und Integration) und Paulette Lenert (LSAP, Gesundheit) an den CSV-Abgeordneten Michel Wolter hervor. Somit waren rund 43 Prozent aller Corona-Toten zuvor in Heimen untergebracht.

Seit März vergangenen Jahres sind 222 Bewohner der 30 Centres integrés pour personnes âgées (Cipa) des Landes mit dem Sars-CoV-2-Erreger im Körper gestorben. Ein Großteil davon (141) starb in den Betreuungseinrichtungen und nicht im Krankenhaus.  

Auf die Bewohner der 22 Pflegeheime (maisons de soins) entfielen 124 Covid-19-Tote. Auch hier starb die Mehrzahl (79) nicht im Krankenhaus, sondern in der Betreuungsstruktur. Für die „logements encadrés“ liegen keine gesonderten Statistiken über Corona-Sterbefälle vor. 

Bis 17. Mai 2021 wurden in Luxemburg insgesamt 808 Covid-19-Tote verzeichnet. Zwei Drittel der Verstorbenen sind älter als 79. In zwei Drittel der Fälle erfolgte der Tod im Krankenhaus, 27 Prozent entfielen auf Pflegeeinrichtungen. 35 Infizierte schieden in ihrem eigenen Zuhause aus dem Leben. 

Infektionscluster in Heimen werden aufgearbeitet

Der Anstieg der Verstorbenen in Alters- und Pflegeheimen während der Wintermonate hatte zuletzt eine heftige Debatte unter den Parlamentsparteien ausgelöst. Vor allem Corinne Cahen stand im Kreuzfeuer der Kritik, die Abgeordneten der Opposition warfen der zuständigen Ministerin unter anderem mangelnde Transparenz vor. 

Die Regierung lenkte schließlich ein und kündigte eine unabhängige Studie und die Einsetzung einer Arbeitsgruppe an, um das Infektionsgeschehen in den Betreuungseinrichtungen genauer zu untersuchen. Die Resultate werden im Juni erwartet.   


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