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40-Punkte-Liste für die luxemburgische Sprache: Opposition kritisiert Förderpläne

40-Punkte-Liste für die luxemburgische Sprache: Opposition kritisiert Förderpläne

Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 15.03.2017

40-Punkte-Liste für die luxemburgische Sprache: Opposition kritisiert Förderpläne

Bérengère BEFFORT
Es fehlt an Kohärenz, an konkreten Maßnahmen, sagen die Oppositionspolitiker der CSV, ADR und Déi Lénk. Am neuen Strategiepapier der Regierung zur luxemburgischen Sprache haben sie einiges auszusetzen.

(BB) - Kann die Regierung mit ihrer neuen 40-Punkte-Liste über die luxemburgische Sprache zu mehr Miteinander und Integration beitragen? Bei den Oppositionsabgeordneten stoßen die Ankündigungen auf Bedenken.

"Es ist Aufgabe der Regierung, und nicht eines Kommissars, Ziele zu setzen", meinte Marc Baum (Déi Lénk) bei der parlamentarischen Debatte am Mittwoch. Er bedauerte, dass die nähere Ausrichtung noch offen bleibe und erst von einem noch zu ernennenden Regierungskommissar ausgearbeitet werden soll. Die Regierung beteure, die luxemburgische Sprache mehr fördern zu wollen, aber mit welcher Gewichtung, mit welchem Ziel und mit welchen konkreten Mittel das geschehen werde, das bleibe zu vage.

Kaum Antworten

In den neuen Förderplänen erkennt Martine Hansen (CSV) ebenfalls wenige konkrete Ansätze. Sie stellt den Mehrwert von neuen Auszeichnungen und Wettbewerben zur luxemburgischen Sprache in Frage. „Inwiefern wird es den Leuten und Betrieben etwas bringen?“, wollte sie von Minister Claude Meisch wissen. Die Regierung führe auf ihrer Liste vieles an, allerdings falle das Ergebnis im Detail mager aus. Einiges sei gar nicht so neu, und auffällig sei, dass vor allem neue Posten geschaffen würden. Das sei umso überraschender, weil es bereits einen ständigen Rat für die luxemburgische Sprache gebe.

„Vieles dreht sich um Leute, Posten, Gremien – was die Regierung hier macht, ist wenig überzeugend“, befand auch Fernand Kartheiser (ADR).

Die Ankündigungen der Regierung seien wenig glaubwürdig, denn bisher habe die Koalition nicht immer für mehr Luxemburgisch geworben. „Beim neuen Nationalitätengesetz wurden die Sprachanforderungen herabgesetzt. In der Früherziehung werden viele Kindertagesstätten künftig mehr Französisch anbieten müssen“, kritisierte der ADR-Abgeordnete.

Sprache als Bindeglied

Die Mehrheitsvertreter verteidigten ihrerseits den 20-Jahres-Plan.

„Das Strategiepapier der Regierung zeigt: Die Sorgen und Anliegen der Menschen werden ernst genommen. Gerade nach der Petition zur luxemburgischen Sprache“, betonte LSAP-Fraktionschef Alex Bodry. Die neue 40-Punkte-Liste der Regierung rege neue Projekte an. Sie bilde eine flexible Grundlage, lobte er.

Freude an der Sprache haben und diese teilen, das sei die positive Botschaft, die nun verstärkt nach außen  getragen werde, befand Claude Lamberty (DP). Oder wie es auch Staatssekretär Guy Arendt formulierte: Man müsse den Leuten nicht nur die Möglichkeit geben, Luxemburgisch zu lernen, wichtig sei, dass man sich mit ihnen im Alltag in dieser Sprache unterhalte.

Den Gesetzestext zur Schaffung eines neuen Zentrums für die luxemburgische Sprache will Minister Claude Meisch, wie er anlässlich der Debatte erklärte, noch vor der Sommerpause im Parlament einbringen.


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