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14 Juillet: Paulette Lenert bei Zeremonie in Paris
Politik 6 1 2 Min. 14.07.2020

14 Juillet: Paulette Lenert bei Zeremonie in Paris

Paulette Lenert (r.) war stolz und bewegt, zumals bei der Schlusszeremonie, als dem Gesundheitspersonal gedankt wurde.

14 Juillet: Paulette Lenert bei Zeremonie in Paris

Paulette Lenert (r.) war stolz und bewegt, zumals bei der Schlusszeremonie, als dem Gesundheitspersonal gedankt wurde.
Foto: AFP
Politik 6 1 2 Min. 14.07.2020

14 Juillet: Paulette Lenert bei Zeremonie in Paris

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Luxemburgs Gesundheitsministerin nimmt als Ehrengast an den Feierlichkeiten zum 14. Juli teil. Und an einem Arbeitsessen mit europäischen Kollegen.

Geehrt war sie und bewegt - Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) nahm am Dienstag an der Zeremonie zum französischen Nationalfeiertag teil. Zusammen mit ihren Homologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz war sie Ehrengast auf der Tribüne und saß drei Plätze neben Brigitte Macron in der ersten Reihe. 

161 Patienten aus den überlasteten Krankenhäusern der französischen Region Grand Est hatten die vier Länder übernommen: Elf Patienten waren auf Luxemburgs Intensivstationen versorgt worden, 128 waren es auf deutscher Seite, drei Patienten nahm Österreich auf und 27 kamen in Schweizer Spitäler. Jeweils vier Vertreter der vier Armeen durften mit ihren Fahnen dann auch den Truppenaufmarsch anführen. Welch eine Ehre. 

Tausend Personen aus dem Gesundheitssektor gestorben

"Wir hätten im Nachhinein gesehen mehr Patienten aufnehmen können. Wir wussten zu dem Moment aber nicht, was auf uns selber zukommt", sagte Lenert im Anschluss. Stolz war sie, "stolz stellvertretend für den ganzen Sektor hier zu sein, für alle, die bei uns an erster Front standen, um die französischen Patienten zu versorgen, aber auch zu transportieren. Denn es waren ja etliche Akteure aus Luxemburg beteiligt." 

"Es war ein ganz starker Moment, als zum Schluss das Gesundheitspersonal zu Ehren kam, wohl wissend, dass über tausend Personen aus dem französischen Pflegesektor in dieser Krise ihr Leben ließen. Das geht einem nahe und man ist umso froher, dass wir in Luxemburg bislang mit einem blauen Auge davonkamen." Da sehe man, wie nahe man dran war und welche Tragik damit verbunden sein kann.

Arbeitsessen mit Kollegen

An die Zeremonie schloss sich ein Arbeitsessen der vier Gesundheitsminister mit Olivier Véran an, dem französischen Minister für Solidarität und Gesundheit. Dabei kamen auch die steigenden Infektionszahlen in Luxemburg zur Sprache. "Wir sind natürlich bemüht zu erklären, dass Luxemburg eigentlich das macht, was international empfohlen wird. Nämlich eine extrem ambitiöse Teststrategie zu verfolgen. Die bringt nun einmal mit sich, dass man je mehr man sucht, auch mehr findet." 

Luxemburg macht mit seiner Teststrategie nur das, was international empfohlen wird.

Grenzschließungen zwischen Deutschland und Luxemburg seien aber nicht im Gespräch, auch wenn das Robert-Koch-Institut Luxemburg auf die rote Liste setzte. "Wir sind nach dessen objektiven Kriterien, die intern ja auch in Deutschland angewandt werden, zu Recht dort. Wir unterstreichen aber auch immer, dass wir als Teil unserer Strategie einen relativ großen Teil von Nicht-Luxemburgern mittesten und gerne hätten, dass dem Rechnung getragen wird."  

Neue Erkenntnisse zu Covid-Tests

Deswegen stelle man aber keineswegs die ganze Strategie in Frage. "Wir müssen durchhalten und weitermachen, Kontakte zu isolieren, um mittelfristig und damit nachhaltig das Virus unter Kontrolle bringen." Grundsätzlich sei der Austausch mit anderen Ländern aber immer fruchtbar. 

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So bringt Lenert interessante Erkenntnisse französischer Labore über Covid-19-Tests mit nach Hause. "Zum Beispiel, dass verschiedene Tests übersensibel reagieren und teils falsch positive Resultate bringen." Dafür war das Interesse an den Untersuchungen der Kläranlagen des Luxemburgischen Forschungsinstituts List auf das Virus hin groß. 

Was ein zweite Welle anbelangt, seien alle Länder in derselben Stresssituation und weisen in verschiedenen ihrer Regionen dasselbe Phänomen steigender Infektionen auf, das sie versuchen zu verstehen. Es sei einfach ein Trugschluss zu meinen, dass stabile Zahlen über eine gewisse Zeit auch Sicherheit bieten. "Wir hoffen alle, eine zweite Welle möglichst niedrig halten zu können."

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