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11,5 Milliarden Euro für die Grenzgänger
Politik 2 Min. 02.08.2019

11,5 Milliarden Euro für die Grenzgänger

2018 gab Luxemburg 11,5 Milliarden Euro für beschäftigte Einpendler aus.

11,5 Milliarden Euro für die Grenzgänger

2018 gab Luxemburg 11,5 Milliarden Euro für beschäftigte Einpendler aus.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 02.08.2019

11,5 Milliarden Euro für die Grenzgänger

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Luxemburg zieht Arbeitnehmer aus den Nachbarstaaten magisch an. Der Statec legt nun Zahlen über Sozialleistungen für die Grenzgänger vor – unter dem Strich steht ein Plus.

Um durchschnittliche 3,7 Prozent stieg die Zahl der Grenzgänger pro Jahr in den vergangenen 13 Jahren und die Steigerung hat sich in den vergangenen zwei Jahren noch beschleunigt: 3,9 Prozent waren es 2017 und 4,5 Prozent 2018. So zählte Luxemburg 117.789 Grenzgänger im Jahr 2005, 192.070 waren es 2018. Das ist verglichen mit der Landesgröße viel und macht rund ein Drittel der Arbeitnehmer aus, das Großherzogtum landet damit aber nur auf Platz drei hinter der Schweiz und Deutschland im europäischen Vergleich.

Bei allen Verkehrsproblemen, die mit den Pendlern verbunden sind, haben sie aber neben dem Wohlstand, die sie dem Land bringen, einen weiteren Vorteil: Die Sozialbeiträge, die eingehen, übersteigen die Ausgaben für Sozialleistungen um 211 Millionen Euro. 

Das liegt daran, dass die Anzahl der pensionierten Grenzgänger im Verhältnis zu allen Pendlern noch relativ niedrig ist und sie aufgrund des jungen Alters die Gesundheitskasse wenig belasten. Das sind einige der Zahlen, die die Statistikbehörde Statec auflistet: In ihrer Reihe „Regards“ befasst sie sich mit „L'impact des frontaliers dans la balance de paiements“, wobei damit ihr Anteil am gesamten ökonomischen Fluss des Landes an Gütern, Dienstleistungen oder Kapital in den Rest der Welt gemeint ist. 

Die gewichtigsten Zahlen betreffen naturgemäß die Gehälter. Hier bezahlte Luxemburg 2018 11,5 Milliarden Euro an die Grenzgänger aus, die täglich ins Land kommen und erhielt 1,6 Milliarden Euro von den Arbeitnehmern, die in Luxemburg wohnen und im Ausland arbeiten. Rein statistisch fließen in letztere Zahl aber auch die Angestellten ein, die in Luxemburg bei einer europäischen oder internationalen Institution beschäftigt sind, wie der Europäischen Investitionsbank, dem EuGH, der EU-Kommission oder auch Eurocontrol. Von den insgesamt 12.738 Personen, die als ins Ausland pendelnd angesehen werden, sind es tatsächlich nur 1.501 Personen oder zwölf Prozent, die in Luxemburg wohnen und nach Frankreich, Belgien oder Deutschland zur Arbeit fahren. 

Insgesamt arbeiten 14.672 Personen bei europäischen und internationalen Organisationen in Luxemburg, wovon 11.282 in Luxemburg leben. Die restlichen 3.390 leben in Frankreich, Belgien und Deutschland. Der Großteil der nach Luxemburg pendelnden Arbeitnehmer kommt mit seit 2005 stabilen 52 Prozent aus Frankreich. Der Anteil der deutschen Grenzgänger stieg in diesem Zeitraum von 22 auf 24 Prozent, der der aus Belgien kommenden Pendler fiel von 27 auf 24 Prozent. 

Je nach Herkunftsland variiert auch das durchschnittliche Jahresgehalt: Franzosen verdienen mit 48.845 Euro im Schnitt 10.500 Euro weniger als die belgischen Kollegen (59.476 Euro) und 8.300 Euro weniger als die deutschen (57.205 Euro). Sie sind schlicht überrepräsentiert in den weniger gut vergüteten Aktivitäten im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Handel und sind auch von der Altersstruktur her jünger.


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