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Panorama 1 3 Min. 14.08.2019

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Philippe Berscheid (25, Echternach), Sebastien Gudenburg (26, Burglinster), Joe Dennenwald (27, Echternach, v. l. n. r.) zeigten sich zu 
YouTube-Zeiten noch gerne vor der Kamera. Jetzt wollen die drei mit ihren Stimmen und jeder Menge Humor überzeugen.

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Philippe Berscheid (25, Echternach), Sebastien Gudenburg (26, Burglinster), Joe Dennenwald (27, Echternach, v. l. n. r.) zeigten sich zu 
YouTube-Zeiten noch gerne vor der Kamera. Jetzt wollen die drei mit ihren Stimmen und jeder Menge Humor überzeugen.
Foto: Philippe Storck
Panorama 1 3 Min. 14.08.2019

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Der Podcast erlebt derzeit ein fulminantes Comeback. Davon profitieren auch die drei Macher von „Erklär&Laach“ aus Burglinster und Echternach.

von Marie Chelius 

Die drei Freunde Philippe Berscheid, Sebastien Gudenburg, genannt Baschti, und Joe Dennenwald sind Mitte 20 und keine Unbekannten – zumindest unter den jüngeren Luxemburgern. Ihr YouTube-Chanel „Duck Féiss“ und die daraus entstandenen Sprüche haben vor Jahren Kultstatus erreicht. Vor einigen Monaten meldeten sie sich zurück – mit einem Podcast, einem Audiomedium, das derzeit in den USA und Europa ein echtes Revival erlebt und Millionen Menschen an ihr Abspielgerät, das meist ein Smartphone ist, fesselt.

Bekannt durch YouTube

„Am Anfang unseres Studiums ist Philippe mit der Idee gekommen, einen YouTube-Kanal zu gründen – und ich war sofort einverstanden“, so Baschti, damaliger Medienstudent. Anfang 2013 entstanden die ersten Videos, wie zum Beispiel „déi Grouss Botz“ mit Joe als Pit Witzeg in der Hauptrolle. In Echternach seien sie während dieser Zeit schon recht bekannt gewesen, so Philippe, der Soziale Arbeit studiert. Damals war ihr Kameramann Philippe Storck noch Teil der Bande.


(FILES) In this file photo taken on April 3, 2018 YouTube's headquarters is seen in San Bruno, California on April 03, 2018. - YouTube said on June 5, 2019, it would ban videos that promote or glorify racism and discrimination as well as those denying well-documented violent events, like the Holocaust or the Sandy Hook school shooting. (Photo by JOSH EDELSON / AFP)
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Zu den Hochzeiten des Kanals seien die drei ständig darauf angesprochen worden. „Auf dem Züricher Ball wurde Joe von fast jedem erkannt und auf ein Bier eingeladen. Aktuell nehmen wir ja Podcasts auf, und man sieht uns nicht mehr. Damit hat sich das auch erledigt“, erklärt Baschti.

Bei YouTube legte das Trio vor zwei Jahren eine Pause ein. Vor einigen Monaten dann ein Lebenszeichen – in Form eines Podcasts. „Wir sind dick und hässlich geworden ... daher wollen wir dem Publikum unseren Anblick ersparen“, erklärt Philippe mit einem Lachen. Sie einigten sich auf den Namen „Erklär&Laach“ – zur Auswahl standen aber auch Titel wie „Klouschtergedanken“, „Muuschteg Mettien“ und „Podcast mam Dan Spogen ouni Dan Spogen“. Der Erfolg zeigte sich bereits nach kurzer Zeit: Innerhalb weniger Monate zählte der Podcast zu den beliebtesten im Land, im Durchschnitt wird jede Folge 1 125 Mal angehört.

Wer über die YouTube-Videos lachen muss, wird die Podcasts ebenso witzig finden, denn die besprochenen Themen und der Humor ähneln sich sehr. Das meiste sei laut den drei Jungs nicht ernst zu nehmen, im Vordergrund steht nach wie vor die Unterhaltung. Manchmal werden aber auch ernstere Fragestellungen, die sie berühren, aufgegriffen.

Recht auf Satire

Joe, Baschti und Philippe ist es wichtig, den Podcast natürlich zu gestalten. Jede Woche bereitet ein Mitglied der Gruppe Fragen zu verschiedenen Themen vor, kündigt den anderen diese kurz vor der Aufnahme an und dann folgt die Unterhaltung. Jede Folge wird am Stück aufgezeichnet. Im Podcast äußern die drei Jungs ihre persönlichen Meinungen und Gedanken. „Dies gibt häufig mehr über einen Menschen preis als etwa sein Beruf“, meint Philippe. Auch den Kontakt zu ihren Fans scheuen sie nicht: Zuhörer können ihnen via Instagram Vorschläge, Lob oder auch Kritik mitteilen. Daraus entstehen wieder neue Programmpunkte, die vor dem Mikrofon in die Folgen einfließen.

Allzu ernst sollte man das Gesagte aber nicht nehmen. „Wir nehmen uns das Recht auf Satire“, sagt Philippe. „Wenn Zuhörer unseren Humor nicht verstehen, können wir nationalistisch angehaucht rüberkommen“, fügt Baschti hinzu. „Manchmal mache ich mir Sorgen, wenn ich darüber nachdenke, ob wir einen Witz besser hätten weglassen sollen.“

Als Reaktion auf ihr „Vakanzespecial“ erhielten sie viele Nachrichten von Zuhörern, die einen Witz für unangebracht hielten. Mit konstruktiver Kritik können die Podcaster jedoch umgehen: Sie gehen laut eigener Aussage auf die Kommentare ein und nehmen sich diese auch zu Herzen.

Halbwissen erklärt

„Wir sind alle drei ähnlich politisch orientiert. Außer Joe; seine italienischen Wurzeln machen sich oft bemerkbar“, scherzen Philippe und Baschti über ihren Freund, der beim Gespräch leider fehlte. In anderen Dingen seien sie jedoch sehr unterschiedlich. „Wir wissen mittlerweile, dass wir zusammen gute Synergien kreieren“, so Philippe. „Im Podcast erklären wir uns schließlich gegenseitig Sachen, obwohl niemand so wirklich was weiß.“

Den Podcast „Erklär&Laach“ wollen die drei Jungs so lange wie möglich weiterführen. Momentan bereite das Ganze viel Spaß und sei auch bei Weitem nicht so zeitaufwendig wie ein Video. Mit dem YouTube-Kanal hätten sie emotional aber noch nicht abgeschlossen. Baschti macht den Fans sogar Hoffnung auf ein Comeback: „Irgendwann wird noch ein Video von uns kommen.“

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.



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