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Zum Arzttermin: Befunde mitbringen und Fragen notieren
Panorama 3 Min. 20.05.2017

Zum Arzttermin: Befunde mitbringen und Fragen notieren

Wer sich auf seinen Arzttermin vorbereitet kann gezielter nachfragen.

Zum Arzttermin: Befunde mitbringen und Fragen notieren

Wer sich auf seinen Arzttermin vorbereitet kann gezielter nachfragen.
Foto: Shutterstock
Panorama 3 Min. 20.05.2017

Zum Arzttermin: Befunde mitbringen und Fragen notieren

Bei Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, sollte man sich etwas Zeit nehmen und den Arztbesuch vorbereiten. Das erleichtert dem Arzt die Diagnose, spart Zeit und hilft, wirklich alle Fragen zu klären.

(dpa) - Erst überlegt man, ob man mit seinen Beschwerden überhaupt zum Arzt geht. Dann wartet man eine gefühlte Ewigkeit auf den Termin - und vergisst im Behandlungszimmer doch die Hälfte zu fragen. Oder der Arzt kann keine Diagnose stellen, weil wichtige Informationen fehlen. Damit das nicht passiert, sollten Patienten sich auf einen Arzttermin vorbereiten - Notfälle wie der Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind davon natürlich ausgenommen.

Welche Themen müssen bei akuten Beschwerden geklärt werden?

Das Arztgespräch sollte dem Patienten auf jeden Fall Aufschluss geben über die Diagnose, die Therapie und die voraussichtliche weitere gesundheitliche Entwicklung. Außerdem muss der Patient wissen, wie er sich verhalten soll.

Welche Unterlagen sollte man zum Arztbesuch mitbringen?

Wenn man das erste Mal in eine Praxis geht, hat man am besten vorhergehende Befunde anderer Ärzte wie Röntgenbilder, Laborergebnisse oder den Entlassungsbrief vom Krankenhaus dabei. Außerdem sollte man seinen Impfpass und gegebenenfalls Allergieausweis, Mutterpass oder Implantatpass mitbringen.Der Arzt muss wissen, welche Medikamente man einnimmt - diese kann man entweder selbst auflisten oder einen Medikationsplan vorlegen.

Auf welche Fragen vom Arzt sollte der Patient gefasst sein?

Der Arzt wird wissen wollen, seit wann und in welchen Situationen man die Beschwerden hat, wie stark die Schmerzen sind und ob man eine bestimmte Ursache im Verdacht hat. Er wird aber auch nach Lebensgewohnheiten wie Rauchen oder Alkohol fragen. Auch frühere Operationen oder Krankheiten in der Familie werden meist abgefragt.

Manche Fragen sind dem einen oder anderen vielleicht unangenehm: zum Beispiel solche nach der Verdauung, dem Körpergewicht, dem Wasserlassen, der Potenz oder ob man schon einmal schwanger war. Manchmal fragt der Arzt auch nach dem Beruf und dem Stresslevel. Alles sollte man offen und ehrlich beantworten. Das sind für den Arzt ganz normale Fragen, die wichtig sind, um eine Diagnose zu stellen.

Was tun, damit man nicht die Hälfte vergisst?

Es kann hilfreich sein, sich vorher Notizen zu machen. Am besten schreibt man sich die eigene Krankengeschichte in Stichpunkten auf. Dann listet man die drängendsten Fragen auf. Wer ganz sicher gehen will, dass er nichts vergisst, kann auch eine Vertrauensperson mit zum Termin bringen. Vier Ohren hören einfach mehr als zwei. Wenn trotzdem noch Informationen fehlen, kann man auch um einen zweiten Termin bitten.

Wie kann man sich verhalten, wenn der Arzt wenig Zeit hat?

Grundsätzlich ist jeder mal im Stress - so darf es auch einem Arzt gehen. Wer pünktlich und gut vorbereitet zum Termin geht, trägt auch seinen Teil zum reibungslosen Ablauf in der Praxis bei. Als Patient sollte man dem Arzt deutlich machen, dass einem bestimmte Themen wichtig sind und man diese gern erklärt haben möchte. Im Zweifel kann man auch einen neuen Termin ausmachen und um mehr Zeit bitten. Wenn ein Patient dauerhaft das Gefühl hat, seine Fragen werden nicht beantwortet, sollte man überlegen, ob das der richtige Arzt ist. Patienten haben ein Recht auf eine ausführliche mündliche Aufklärung, bevor sie in eine Behandlung einwilligen.

Was, wenn der Arzt zu Leistungen rät, die man selbst zahlen soll?

Wichtig zu wissen ist: Man hat immer Bedenkzeit. Zunächst sollte sich der Patient die Vor- und Nachteile erklären lassen. Man sollte gezielt nachfragen, ob Nutzen und Schaden wissenschaftlich belegt sind und wie zuverlässig diese Belege sind.

Außerdem kann man nachhaken, warum die angebotene Leistung nicht von der Krankenkasse bezahlt wird und ob es alternative Untersuchungen oder Behandlungen gibt, für die die Kosten übernommen werden. Wichtig in Bezug auf die Selbstzahlerleistungen ist außerdem, dass man eine schriftliche Vereinbarung trifft und die Kosten vorab genau aufgeschlüsselt werden. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und informieren Sie sich bei Unsicherheiten aus weiteren Quellen.


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