Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Wo die Welt Urlaub macht: Camps, Kälte und Küste
Panorama 3 Min. 30.06.2016

Wo die Welt Urlaub macht: Camps, Kälte und Küste

Viele Inder zieht es im Hochsommer in den Norden des Landes, in Richtung Himalaya. Hier zu sehen: das malerisch gelegene Likir-Kloster in der Nähe von Leh.

Wo die Welt Urlaub macht: Camps, Kälte und Küste

Viele Inder zieht es im Hochsommer in den Norden des Landes, in Richtung Himalaya. Hier zu sehen: das malerisch gelegene Likir-Kloster in der Nähe von Leh.
Foto: Shutterstock
Panorama 3 Min. 30.06.2016

Wo die Welt Urlaub macht: Camps, Kälte und Küste

Für viele Luxemburger, Deutsche und Schweizer sind Ferien am Mittelmeer das Nonplusultra. Und wie urlaubt man anderswo? Im Libanon, in Spanien oder in Griechenland ist Urlaub am heimischen Strand angesagt. Im südlichen Afrika dagegen stürzen sich Urlauber auf Skiern die Abhänge herunter.

Für viele Urlauber weltweit ist eine Auslandsreise scheinbar nicht erstrebenswert. Etwa für US-Amerikaner: Sie gelten allgemein als wenig interessiert an fernen Ländern. Gerade mal 30 Prozent haben überhaupt einen Reisepass. Sie bleiben meist im eigenen Land. Hinzu kommt: Die Schüler in den Vereinigten Staaten haben sehr lange Sommerferien, fast zweieinhalb Monate. Das ist für die Schüler prima, führt aber zu Ratlosigkeit bei den Eltern, die häufig nur wenige Tage Urlaub haben: Wohin mit den Kindern? Das Ergebnis lautet daher häufig: Feriencamp – natürlich nur für die Kids.

Flucht in die Berge

Auch indische Eltern lassen sich etwas einfallen, um die Kinder zu beschäftigen: Sie schicken ihren Nachwuchs in den Ferien meist zu den Großeltern mütterlicherseits, denn traditionell lebt die ganze Familie den Rest des Jahres bei den Eltern des Vaters – oder zumindest in deren Nähe. Die großen Ferien beginnen in Indien etwas früher als in den hiesigen Breiten, damit sie nicht in die Regenzeit fallen. Reiche Inder zieht es in die Berge, denn nur dort kann man der Hitze und dem Smog der Großstädte entfliehen. Beliebte Ausflugsziele sind Manali, Leh und Shimla im Norden des Landes – im Süden des Himalaya-Gebirges.

Bei Europäern stehen Berge hingegen nicht hoch im Kurs. Etwa bei den Spaniern, die zur traditionellen Ferienzeit im August aus den Städten in ihre Ferienhäuser an der Küste flüchten. Weil viele Badeorte auf Mallorca oder an der Costa Brava von Deutschen und Briten überlaufen sind, suchen sich Spanier andere Ziele aus. Dazu gehören Benidorm, Salou oder Peñíscola. Nur eine Minderheit verreist ins Ausland.

Auch slowakische Touristen bleiben ihrer Heimat treu. Bei einer Umfrage gaben 52 Prozent der Teilnehmer an, dieses Jahr mindestens einen Urlaub im Inland verbringen zu wollen. Auslandsziel Nummer eins ist seit jeher Kroatien. Die Anreise erfolgt meist im eigenen Pkw.

„Der erste Urlaub in Jugoslawien, gefolgt vom ersten Kind, und dann das eigene Auto“, heißt es in einem Kultfilm aus Tschechien aus dem Jahr 1987. Seitdem hat sich wenig verändert: Auch für die Nachbarn der Slowaken ist Kroatien nach wie vor das Urlaubsziel Nummer eins – weil es mit dem eigenen Auto erreicht werden kann und Kroatisch eine verwandte Sprache ist. Wer es sich nicht leisten kann, verbringt die Sommerferien zu Hause oder in der Datsche, einem Wochenendhaus.

Ähnlich die Situation der Bulgaren. Die Menschen im ärmsten EU-Land reisen gerne. Wer es sich jedoch nicht leisten kann, den Sommer im Ausland – meist an den griechischen Küsten – zu verbringen, der setzt auf Picknicks im Grünen oder auf das Landleben im eigenen Häuschen.

Auch bei den Griechen ist nach der Finanzkrise Sparen angesagt. Wer Familie auf dem Land hat, kann sich noch Ferien leisten. Die meisten anderen Griechen beschränken sich auf kurze Tagesausflüge in der Nähe ihres Wohnorts. Gaben die Griechen vor acht Jahren noch 3,6 Milliarden Euro für ihren Urlaub aus, ist dieser Betrag 2015 auf 1,1 Milliarden Euro zurückgegangen.

Brutzeln am „Silicon Beach“

Im Libanon kann es im Sommer nicht nur heiß, sondern auch sehr feucht werden. Die Hauptstadt Beirut verwandelt sich dann in eine Hitzehölle. Vor allem die wohlhabenderen Libanesen zieht es deshalb zurück in ihre Heimatorte in den bergigen Regionen des Zedernstaats. Andere mieten sich ein Haus am Mittelmeer, etwa in den Städten Batrun und Byblos. Aber auch wer in Beirut bleibt, geht gerne an den Strand. Der bekannteste heißt „Silicon Beach“ – weil ihn angeblich so viele Libanesinnen besuchen, die sich einer Schönheits-OP unterzogen haben.

Nicht heiß, sondern kalt ist es von Juni bis Ende August auf den Skipisten in den Bergen von Lesotho und Südafrika. „Wenn Mutter Natur nicht für Schnee sorgt, dann machen wir es“, verspricht der auf 2 700 Meter liegende südafrikanische Skiort Tiffindell. Auch in Afriski in Lesotho gibt es nur zwei Pisten – und die sind äußerst kurz. Mit den Alpen kann und will hier aber niemand konkurrieren.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema