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Wissenschaflter, die mit Humor die Welt erklären
Panorama 3 Min. 08.05.2021

Wissenschaflter, die mit Humor die Welt erklären

Ranga Yogeshwar lernt gerne Neues. Routine findet er furchtbar. Gerade in Krisenzeiten ist sein Fachwissen mehr denn je gefragt.

Wissenschaflter, die mit Humor die Welt erklären

Ranga Yogeshwar lernt gerne Neues. Routine findet er furchtbar. Gerade in Krisenzeiten ist sein Fachwissen mehr denn je gefragt.
Foto: Anouk Antony/LW-Archiv
Panorama 3 Min. 08.05.2021

Wissenschaflter, die mit Humor die Welt erklären

Experten sind in Krisenzeiten gefragt wie nie – dazu gehört auch der luxemburgische Wissenschaftler Ranga Yogeshwar.

Von Martin Weber

Fernsehen macht dumm? Von wegen: Vor allem zwei Herren mit Grips beweisen seit vielen Jahren, dass sich beim Fernsehgucken auch eine ganze Menge lernen lässt. Harald Lesch und Ranga Yogeshwar heißen die beiden Physiker, die auf dem Bildschirm unbeirrt die Fahne der Wissenschaft hochhalten. Die zwei Naturwissenschaftler erklären in ihren Sendungen komplexe Zusammenhänge und dozieren auch immer wieder in Talkshows über Themen wie Klimawandel, Künstliche Intelligenz oder die Auswirkungen der Digitalisierung. 

Verständliche Erklärung 

Die beiden sind in Zeiten von Coronakrise und Klimawandel gefragt wie nie und waren gerade in jüngerer Zeit häufig in Talkshows zu sehen. Dabei verbindet Ranga Yogeshwar und Harald Lesch eine Fähigkeit, die sie vor vielen Kollegen aus dem Wissenschaftsbetrieb auszeichnet: Sie können verzwickte Zusammenhänge verständlich und oft auch mit einer Prise Humor erklären.

Harald Lesch bleibt trotz TV-Karriere gerne Dozent.
Harald Lesch bleibt trotz TV-Karriere gerne Dozent.
Foto: ZDF und Johanna Brinckman

„Wichtig ist, dass Wissenschaftler sich selber und ihre Wissenschaft auch mal auf den Arm nehmen können“, erklärt der Astrophysiker und Naturphilosoph Harald Lesch, den viele neben Yogeshwar für den klügsten Kopf im deutschen Fernsehen halten. 

Die meiste Zeit Hochschullehrer 

Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Lesch, der schon viele Bücher geschrieben hat und im vergangenen Jahr seinen 60. Geburtstag feierte, ist seit mehr als 25 Jahren Professor für Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und startete seine nebenberufliche TV-Karriere Ende der 1990er-Jahre beim Bayerischen Rundfunk. 2008 übernahm er als Nachfolger von Joachim Bublath die renommierte ZDF-Sendung „Abenteuer Forschung“, die später in „Leschs Kosmos“ umbenannt wurde. 

Wichtig ist, dass Wissenschaftler sich selber und ihre Wissenschaft auch mal auf den Arm nehmen können

Harald Lesch, Astrpphysiker

Seit mehr als zehn Jahren moderiert der gebürtige Gießener im ZDF die Reihe „Terra X: Faszination Universum“ und erklärt den Zuschauern auf unterhaltsame Art, was es mit Galaxien, Planeten, der Dunklen Materie oder auch der Möglichkeit von außerirdischem Leben auf sich hat. „Als kritischer Rationalist halte ich mich erst einmal daran, dass es auf der Welt mit rechten Dingen zugeht und dass die Naturgesetzmäßigkeiten gelten“, erklärt der in zweiter Ehe mit einer Astronomin verheiratete Vater eines erwachsenen Sohnes. „Das heißt, ich kann immer einen vernünftigen Grund dafür finden, warum Dinge passieren, und muss weder Außerirdische noch Götter zurate ziehen.“

Lesch, der auch YouTube als Plattform nutzt, aber kein Smartphone besitzt, versteht sich in erster Linie als Hochschullehrer: „Das nimmt sogar nach wie vor mit Abstand die meiste Zeit in Anspruch. Die Arbeit fürs Fernsehen umfasst gerade mal ein Fünftel meiner Arbeitszeit, vier Fünftel entfallen auf Lehre und Forschung."


Prof. Harald Lesch
Harald Lesch: „Man darf sich nicht doof staunen“
Astrophysiker Harald Lesch über die Terra-X-Show, faszinierende Phänomene, Verschwörungstheorien und die Coronakrise.

Seine TV-Auftritte machen dem Pfeifenraucher und Jazzliebhaber Lesch, der in Haar bei München lebt, aber nach wie vor viel Spaß: „Wenn man wissenschaftliche Themen mit Humor, aber auch mit einem liebevollen Blick angeht, dann lassen sie sich auch unterhaltsam darstellen.“ 

Begeisterung für neue Themen 

Ein Motto, das auch für den ein Jahr älteren Ranga Yogeshwar gelten kann: Der 1959 als Sohn eines indischen Ingenieurs und einer luxemburgischen Künstlerin im Großherzogtum geborene Yogeshwar studierte Experimentalphysik und kam schon Ende der 1980er-Jahre zum Fernsehen. Von 1993 bis 2018 moderierte er im WDR-Fernsehen die Wissenschaftssendung „Quarks“ und von 2006 bis 2017 gemeinsam mit Frank Elstner „Die große Show der Naturwunder“ im Ersten. 

Der verheiratete Vater von vier Kindern, der mit seiner Familie in Hennef bei Bonn lebt und ausgezeichnet Klavier spielt, ist als viel beschäftigter Wissenschaftsjournalist, Buchautor und Referent tätig – inklusive vieler Auftritte im Fernsehen. Dabei kann er sich immer wieder für neue Themen begeistern: „Ich halte meine Lernkurve gern hoch. Routine empfinde ich als furchtbar“, sagt der mit vielen Preisen ausgezeichnete Luxemburger, der die Moderation von „Quarks“ vor drei Jahren an Mai Thi Nguyen-Kim und Ralph Caspers abgab. Die 33-jährige Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim, deren Eltern aus Vietnam stammen und die seit 2015 einen eigenen Youtube-Kanal betreibt, gilt derzeit als der große Nachwuchsstar des Wissenschaftsjournalismus im deutschen Fernsehen. 

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