WHO: Masern in Europa wieder auf dem Vormarsch
WHO: Masern in Europa wieder auf dem Vormarsch
(dpa/jt) - Mit Masern haben sich im vergangenen Jahr in der Europa-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO, frz. OMS) so viele Menschen angesteckt wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Fälle stieg innerhalb eines Jahres auf das Dreifache, berichtete das WHO-Büro Europa in Kopenhagen. Verglichen mit 2016 hätten sich sogar 15-mal so viele Menschen angesteckt. 2016 war ein Niedrigrekord bei den Ansteckungen verzeichnet worden.
In den 53 Ländern der Region hätten sich 2018 fast 82.600 Menschen mit Masern angesteckt – 72 Kinder und Erwachsene seien daran gestorben, berichtet die WHO. Sie zählt zu der Region neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel und die in Asien liegenden Länder Usbekistan und Aserbaidschan.
In Deutschland war der Trend den Angaben zufolge gegenläufig: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr nur gut 500 Fälle gemeldet. Gemäß der WHO-Auswertung gab es in Luxemburg im Vorjahr vier Masern-Fälle und demnach genauso viele wie 2017. In zumindest sieben der Fälle haben sich die Betroffenen im Ausland angesteckt. Luxemburg zähle damit laut der WHO-Definition zu jenen Ländern, in denen Masern ausgerottet sind, erklärte die damalige Gesundheitsministerin Lydia Mutsch vergangenen September.
Eine 2012 durchgeführte Studie über Masern im Großherzogtum habe eine Durchimpfungsrate von 83,3 Prozent ergeben, was jedoch laut Mutsch "immer noch unter dem optimalen Niveau" liege. Neuere Impfstatistiken liegen bis dato nicht vor. Eltern in Luxemburg können in Luxemburg frei entscheiden, ob sie ihre Kinder über einen Kombi-Impfstoff (MMR, frz. ROR) gegen Masern, Mumps und Röteln impfen lassen. Eine Impfpflicht gibt es nicht.
Mit Abstand am schwersten betroffen war die Ukraine mit über 53.000 Fällen. Mehr als 2000 Fälle meldeten auch Serbien (5076), Israel (2919), Frankreich (2913), Russland (2256), Italien (2517), Georgien (2203) und Griechenland (2193).
Zwar seien in der Region im vergangenen Jahr gleichzeitig auch so viele Menschen gegen Masern geimpft worden wie nie zuvor. Aber es reiche noch nicht, sagte die Direktorin des Regionalbüros, Zsuzsanna Jakab. „Wir müssen mehr tun und unsere Sache besser machen, um jede einzelne Person vor Krankheiten zu schützen, die leicht vermieden werden können.“ Das Virus kann das Gehirn befallen und ist deshalb lebensgefährlich. Die WHO will die Masern weltweit eliminieren.
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