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Wenn der Steppenadler zum Pleitegeier wird
Panorama 28.10.2019

Wenn der Steppenadler zum Pleitegeier wird

Wenn der Steppenadler zum Pleitegeier wird

Archivfoto: AP
Panorama 28.10.2019

Wenn der Steppenadler zum Pleitegeier wird

In Russland haben Ornithologen Steppenadler mit Ortungsgeräten ausgestattet, die regelmäßig per SMS den Standort der Tiere übermittelten. Einer der Adler machte sich aber auf eine längere Reise.

Russische Ornithologen sind in Geldnot geraten, nachdem einige ihrer Steppenadler nach Iran geflogen sind und dort hohe Roaming-Kosten verursacht haben. Die Tiere waren mit Ortungsgeräten ausgestattet, die in regelmäßigen Abständen den Standort der Adler per SMS an die Ornithologen in der Heimat übermittelten.

"Die Tiere befanden sich den ganzen Sommer über außer Reichweite in Kasachstan, und nun, da sie im super-teuren Iran und in Pakistan angekommen sind, spucken sie Hunderte von Nachrichten mit ihrem Standort aus", schrieb Igor Karyakin vom Ornithologen-Netzwerk RRRCN (Russian Raptors Research and Conservation Network) am Freitag.


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Die SMS, die die Adler nun aus der Ferne schickten, kosteten 49 Rubel – damit waren sie 25-mal so teuer wie Textnachrichten aus Russland und dreimal so teuer wie solche aus Kasachstan. Befindet sich ein Vogel außerhalb eines Mobilfunknetzes, werden die Daten gesammelt und nachträglich abgeschickt, sobald der Vogel wieder Empfang hat. Dies hat die Kosten zusätzlich erhöht.

"Wir waren völlig pleite"

"Wir waren völlig pleite", schrieb Karyakin. "Wir mussten einen Kredit aufnehmen, um für die Kosten für die Ortungsgeräte aufzukommen." Inzwischen haben zahlreiche Vogelfreunde Geld für das Projekt gespendet. "Wir hoffen, dass wir die SIM-Karten der Adler weiterhin nutzen können, bis die Tiere im Frühsommer von ihren Reisen nach Russland zurückkehren", schrieb Karyakin. Einer der Adler, Min, der nach Iran flog, zog anschließend sogar noch nach Saudi-Arabien weiter. Dort sind die Roaming-Kosten aber verhältnismäßig gering.


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Steppenadler brüten im Süden Russlands und in Kasachstan und verbringen den Winter in Afrika und Indien. Indem sie die Routen der Vögel verfolgen, wollen die Forscher untersuchen, welchen Gefahren die Steppenadler auf ihren Reisen ausgesetzt sind. Vor allem Hochspannungsleitungen und Giftfallen, die Landwirte für andere Tiere auslegen, sind für die Adler gefährlich.

Artikel aus der „Neue Zürcher Zeitung“, Syndizierungspartner des „Luxemburger Wort“

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