Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Welt-Tollwut-Tag: Gebannt, aber nicht ausgemerzt
Aufgepasst bei agressiven Hunden, denn Tollwut wird via Körperflüssigkeiten übertragen.

Welt-Tollwut-Tag: Gebannt, aber nicht ausgemerzt

Foto: Shutterstock
Aufgepasst bei agressiven Hunden, denn Tollwut wird via Körperflüssigkeiten übertragen.
Panorama 2 Min. 28.09.2017

Welt-Tollwut-Tag: Gebannt, aber nicht ausgemerzt

Anlässlich des heutigen Welt-Tollwut-Tages haben wir mit Pierre Weicherding, Chefarzt im Gesundheitsministerium, über die ansteckende Krankheit gesprochen.

Interview: Lisa Urbé

Dr. Weicherding, wie sieht es mit der Tollwut in Luxemburg aus? Gibt es die Krankheit hierzulande noch?

Luxemburg ist seit vielen Jahren tollwutfrei. Der Erreger der Tollwut ist ein Virus: das Rabiesvirus. Es gibt jedoch verschiedene Virusspezies. Die Spezies RABV ist die allgemein bekannte Form, die Wild- und Haustiere befällt und von erkrankten Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Dieses Virus wurde dank der Impfaktionen bei Füchsen aus Westeuropa verdrängt. Es gibt aber andere Spezies, darunter das ELBV-1, das einige wenige Fledermausarten befällt, für diese aber nicht tödlich ist. Für den Menschen kann dieses Virus aber im Falle eines Bisses gefährlich werden. Auch in Luxemburg gibt es solche Fledermäuse.

Gibt es aktuelle Fälle von Betroffenen?

Sowohl in Luxemburg als auch in unseren Nachbarländern sind derzeit keine Fälle gemeldet. Wobei es in den letzten Jahren in den Niederlanden und in Frankreich durchaus zu Erkrankungen kam. Einwohner dieser Länder hatten jeweils einen Hund oder eine Katze aus dem Süden Europas mitgebracht, die aus Nordafrika stammten und mit dem Virus angesteckt waren. Es wird deshalb dringend davon abgeraten, unbekannte und nicht geimpfte Tiere aus diesen Ländern mitzubringen.

Vor welchen Tierarten sollte man sich besonders in Acht nehmen?

Die meisten Wild- und Haustiere können befallen werden. In den USA ist der Waschbär zurzeit die meistbefallene Tierart. Früher war es bei uns der Fuchs. Kaninchen und Mäuse bekommen dagegen im Prinzip keine Tollwut.

Ist die Krankheit immer noch heilbar, wenn die Symptome auftreten?

Nein. Die Krankheit gilt als absolut tödlich für Mensch und Tier sobald Symptome auftreten.

Wie kann man sich vor der Krankheit schützen?

Eine gewisse Gefahr der Ansteckung besteht für den Menschen bei Reisen in ferne Länder, in denen Tollwut besteht. Das sind fast alle Länder außerhalb Europas. Schützen sollte man sich in erster Hinsicht dadurch, dass man Kontakt mit Tieren in diesen Ländern vermeidet und auf gar keinen Fall Tierkadaver berührt. Kommt es jedoch zu einem verdächtigen Kontakt, vor allem einem Biss, kann eine rasche Tollwutimpfung der Krankheit vorbeugen. Das „Centre Hospitalier“ in Luxemburg (CHL) kann in solchen Fällen eine rasche Impfung durchführen. Angesichts Reisen unter besonderen Bedingungen kann eine vorherige Impfung empfehlenswert sein. Die Kosten sind allerdings dann vom Reisenden zu tragen.

Was ist mit Haustieren?

Haustiere wie Hund und Katze sollten auf jeden Fall geimpft sein!

Welche Probleme können auftreten?

Eine korrekt durchgeführte und wiederholte Impfung ist im Prinzip sicher. Wie bei allen Impfungen können allerdings allergische Reaktionen auftreten. Eine seltene Nebenerscheinung ist das Guillain-Barré-Syndrom, eine vorübergehende Nervenentzündung mit Lähmungserscheinungen, die aber nach ein paar Wochen abklingen. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Luxemburgs bedrohte Tierwelt: Biodiversität in Gefahr
Auf der Erde gibt es rund 1,5 Millionen Tierarten, davon sterben etwa 130 täglich aus. Seit einigen Jahrzehnten wird der Verlust der Artenvielfalt durch die Ausbreitung des Menschen stark beschleunigt. Auch in Luxemburg macht sich der Rückgang der Biodiversität bemerkbar.
Das Braunkehlchen (Foto: Shutterstock)
Zecken auf dem Vormarsch
Zecken saugen das Blut ihrer Opfer und können diese mit gefährlichen Krankheiten anstecken. Welche Erreger die Zecken in Luxemburg übertragen und wie man sich am besten schützt, darüber informiert eine Studie von Prof. Dr. Claude Muller und seinem Team vom Institut für Immunologie.
Nach einem Aufenthalt im Grünen empfiehlt es sich, den Körper genau auf die winzigen Zecken zu untersuchen.