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Das „Weiße Gold“ Spaniens
Panorama 2 Min. 11.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Weihnachtsspezialität Turrón

Das „Weiße Gold“ Spaniens

Eine spanische Spezialität: Turrón wird aus Mandeln, Honig, Zucker und Ei hergestellt.
Weihnachtsspezialität Turrón

Das „Weiße Gold“ Spaniens

Eine spanische Spezialität: Turrón wird aus Mandeln, Honig, Zucker und Ei hergestellt.
AFP
Panorama 2 Min. 11.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Weihnachtsspezialität Turrón

Das „Weiße Gold“ Spaniens

Was für Luxemburger das Weihnachtsplätzchen ist, ist für Spanier der Turrón, eine süße Spezialität aus Mandeln, Honig, Zucker und Ei. Gut ein Kilo der zuckrigen Leckerei verspeist jeder Spanier in der besinnlichen Vorweihnachtszeit.

(dpa/mij) - Wer sich im Advent in Spanien auf die Suche nach Weihnachtsleckereien begibt, der kann lange nach Lebkuchen & Co. Ausschau halten. Denn hier regiert eine andere Süßigkeit die Supermärkte: Turrón. Dafür, dass die Süßigkeit auf keinem Weihnachtstisch fehlt, sorgt auch Carlos Ibañez Méndez, einer der zahlreichen Turrón-Hersteller in Spanien. In seiner Manufaktur in Madrid produziert der 22-Jährige die Spezialität.

Honig erhitzen, mit Zucker mischen und Eiklar dazugeben. Das zuckerhaltige Gemisch dann mit Mandeln anreichern, an der Luft trocknen lassen, und fertig ist die weihnachtliche Kalorienbombe. Zuschauen ist nicht erlaubt: „Obwohl die Grundzutaten immer gleich sind, hat doch jeder Hersteller sein persönliches Geheimrezept“, verrät der Zuckerbäcker.

In der Vorweihnachtszeit gehen in seiner Manufaktur „Casa Mira“ gut zehn Tonnen Turrón – das Original oder verfeinert mit Früchten oder Pinienkernen – über die Theke. Die Anzahl der Mitarbeiter wird daher für November und Dezember verdreifacht.

Ein Exportschlager

Nicht nur die Spanier lieben ihre Delikatesse. In den letzten Jahren wurde Turrón sogar zum Exportschlager und eroberte den asiatischen und arabischen Markt. Südamerika und Europa sind schon länger beliebte Absatzmärkte.

Doch aufgepasst: Turrón ist nicht gleich Turrón. Für Puristen gibt es im Prinzip zwei Sorten: den butterweichen Turrón, der vor allem in Andalusien gegessen wird, und die etwas härtere Variante, die in Galicien bevorzugt wird. Diese ursprüngliche Variante der Leckerei ist cremefarben oder beige – und wird daher auch als „Weißes Gold“ bezeichnet.

Bei der Frage, woher Turrón stammt, scheiden sich die Geister. Die Stadt Alicante erhebt für sich den Anspruch, Ursprung der Leckerei zu sein, gleichzeitig bezeichnet sich das Bergdorf Jijona in der Provinz Alicante – aus dem auch Carlos Ururgroßvater stammt, der die Manufaktur gründete – als „Mekka“ des Turrón.

Wer sich mit der Geschichte des Turrón befassen will, muss weiter in die Vergangenheit reisen. Schon die alten Griechen sollen eine turrón-ähnliche Paste aus Nüssen, Mandeln, und Honig zubereitet haben, die den Sportlern bei Olympia Kraft verleihen sollte.

Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde die Delikatesse im 16. Jahrhundert. Araber sollen demnach die Süßigkeit nach Jijona und Alicante gebracht haben. Welche Legende nun wahr ist, und woher Turrón wirklich stammt, wird wohl nie herausgefunden werden. Aber das ist für die Mehrheit der Spanier auch nebensächlich, wenn die Weihnachtssüßigkeit auf den Tisch kommt.