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Wegen Enteignung: Ehemalige Besitzerin des Hitler-Hauses klagt
Umstrittene Immobilie: Hitlers Geburtshaus in Braunau.

Wegen Enteignung: Ehemalige Besitzerin des Hitler-Hauses klagt

Foto: Reuters
Umstrittene Immobilie: Hitlers Geburtshaus in Braunau.
Panorama 31.01.2017

Wegen Enteignung: Ehemalige Besitzerin des Hitler-Hauses klagt

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Das Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau sollte keine Pilgerstätte für Neonazis werden, deshalb hatte der Staat es sich zwangsweise angeeignet.

(dpa) - Die ehemalige Besitzerin des Geburtshauses von Adolf Hitler klagt gegen die Enteignung durch die Republik Österreich. Ein Sprecher des österreichischen Verfassungsgerichtshofs (VfGH) bestätigte am Dienstag einen Bericht der Wiener Zeitung „Kurier“. Nach Ansicht der Klägerin ist das Gesetz verfassungswidrig. „Im Extremfall könnte das soweit gehen, dass das Gesetz ungültig ist“, sagte VfGH-Sprecher Wolfgang Sablatnig.

Der Anwalt der Klägerin kritisiert, dass die Republik der Eigentümerin die gesamte Liegenschaft entzogen habe. Diese umfasse aber nicht nur das Haus, sondern als größeren Teil Garagen und Parkplätze. Im Dezember hatte der Nationalrat in Wien mit großer Mehrheit der Enteignung der bisherigen Besitzerin zugestimmt. Damit sollte ein Schlussstrich unter die jahrelange Debatte zur weiteren Nutzung des Gebäudes gezogen werden.

In dem Haus in Braunau am Inn hatte der spätere Diktator Hitler seine ersten Lebensmonate verbracht. Die vom Bund gemietete Immobilie war lange ungenutzt, nachdem sich die Vermieterin geweigert hatte, notwendige Umbauten vornehmen zu lassen. Die Regierung wollte verhindern, dass sich das Gebäude zu einer Pilgerstätte für Neonazis entwickelt. Zwischenzeitlich war von Abrissplänen die Rede, die aber dementiert wurden.


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