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Warum der heiße Kaffee nicht in den Bambusbecher gehört
Panorama 26.11.2019

Warum der heiße Kaffee nicht in den Bambusbecher gehört

Für den heißen Kaffee sind Bambusbecher ungeeignet: Darin enthaltenes Melamin kann sich lösen und ins Getränk geraten.

Warum der heiße Kaffee nicht in den Bambusbecher gehört

Für den heißen Kaffee sind Bambusbecher ungeeignet: Darin enthaltenes Melamin kann sich lösen und ins Getränk geraten.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Panorama 26.11.2019

Warum der heiße Kaffee nicht in den Bambusbecher gehört

Deutsche Behörden warnen vor Gesundheitsrisiken in Zusammenhang mit Bambusbechern. Werden heiße Getränke oder Speisen eingefüllt, werden sehr hohe Mengen Melamin freigesetzt.

(dpa/jt) - Sie kommen als umweltfreundliche Alternative etwa zu Einwegbechern und -tellern daher: In vielen Supermärkten werden wiederverwendbare – und angeblich ökologische Kaffeebecher – aus Bambus oder Maismehl verkauft. Allerdings kann die Nutzung von bestimmtem Geschirr gesundheitliche Risiken bergen

Darauf haben zwei Einrichtungen der deutschen Regierung am Dienstag hingewiesen. Beim Einfüllen von heißem Kaffee oder Tee könnten aus solchen Bechern zum Beispiel „bedenkliche Mengen“ schädlicher Chemikalien in das Getränk übergehen, teilte das in Berlin ansässige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit.

Grenzwerte überschritten

Das Amt führte Ergebnisse zu 56 Produkten an, die 2018 in den Bundesländern untersucht wurden: Bei einem Viertel wurde der Grenzwert für Melamin und in rund jedem zehnten Fall der für Formaldehyd überschritten. Besonders bedenklich sei, dass die Übergänge von Melamin in die jeweiligen Lebensmittel bei mehrfacher Nutzung der Produkte sogar noch anstiegen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärte, dass Geschirr, das als sogenannte Bambusware beworben wird, „in der Regel“ aus Melamin-Formaldehyd-Harz (MFH) bestehe - nicht biologisch abbaubarem Kunststoff. Bambusfasern würden nur als Füllstoff verwendet. Auch Kindertassen und -schalen sowie Campinggeschirr seien häufig aus MFH.


ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht von Melanie Öhlenbach vom 12. August 2019: Dosen für trockene Ware wie Gewürze, Nudeln oder Tee müssen luftdicht abschließen können. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Der Deckel muss passen
Ob Vorratsdosen für die Lagerung von Nudeln, Reis, Mehl oder Tee geeignet sind, entscheidet meistens der Deckel. Nicht alle Varianten schließen luftdicht und sind leicht zu reinigen.

Das BfR empfiehlt, keine heißen Speisen oder Getränke aus Bambusware oder MFH-Geschirr zu sich zu nehmen und es auch nicht zum Erhitzen in der Mikrowelle zu benutzen. In Verbindung mit kalten oder lauwarmen Lebensmitteln sei die Verwendung unbedenklich. Das BfR untersuchte in den vergangenen Jahren mehrere Hundert Becher, Tassen und Schalen.

Bereits im vergangenen Juli war eine Untersuchung der Stiftung Warentest zu dem Ergebnis gekommen, dass Mehr­wegbecher aus Bambus häufig zu viele Schad­stoffe enthalten oder auch falsch deklariert sind. 

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