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Warnsignale für Kindesmissbrauch
Panorama 16.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Rechtzeitig reagieren

Warnsignale für Kindesmissbrauch

Wenn ein Kind sich plötzlich zurückzieht, und sich stark verändert, sollte man aufmerksamer sein.
Rechtzeitig reagieren

Warnsignale für Kindesmissbrauch

Wenn ein Kind sich plötzlich zurückzieht, und sich stark verändert, sollte man aufmerksamer sein.
Foto: Shutterstock
Panorama 16.10.2017 Aus unserem online-Archiv
Rechtzeitig reagieren

Warnsignale für Kindesmissbrauch

Anzeichen für Missbrauch sind nicht immer gleich. Umso wichtiger ist es, auf jede kleine Veränderung des Kindes zu achten. Das geht von Zeichnungen, über Rückzug bis hin zu plötzlichem Einnässen.

(dpa) - Wenn ein Kind sexuell missbraucht wird, erzählt es häufig nichts davon. Viele Betroffene schämen sich. Oft wissen sie intuitiv: Das, was mit ihnen geschieht, ist nicht in Ordnung. Was die Kinder aber meist nicht verstehen, ist, dass die missbrauchende Person die Schuldige ist und nicht sie selbst, erläutert Ingo Spitczok von Brisinski vom deutschen Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (BKJPP). Manchmal fürchten die Kinder auch, dass ihnen niemand glaubt.

Selbst wenn sie nicht darüber sprechen - häufig verändern sich Kinder, die sexuell missbraucht werden. Die Anzeichen sind ganz unterschiedlich. Manche Kinder zeigen plötzlich sexuelles Verhalten, das über die altersüblichen Doktorspiele hinausgeht. „Auch wenn ein Kind Penisse zeichnet, sollte man misstrauisch werden“, sagt Spitczok von Brisinski.

Wenn Kinder sich stark verändern

Ein Anzeichen für sexuellen Missbrauch kann ebenfalls sein, wenn das Kind nicht mehr zu einer bestimmten Person oder einem Sportkurs möchte und immer neue Ausreden erfindet. „Manche Kinder ziehen sich auch zurück, werden still und wirken bedrückt.“ Und schließlich sollte es Eltern zu denken geben, wenn ein eigentlich bereits trockenes Kind auf einmal wieder einnässt.

Hegen Angehörige oder Bekannte den Verdacht, dass ein Kind sexuell missbraucht wird, können sie zunächst bei einer Beratungsstelle für sexuellen Missbrauch anrufen, bevor sie mit dem Kind sprechen. „Sonst läuft man Gefahr, dem Kind versehentlich Suggestivfragen zu stellen“, sagt er. Das würde die Antworten des Kindes beeinflussen.

Alternativ können sich Eltern auch an einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie wenden. Manchmal kommen zu sexuellem Missbrauch weitere Probleme hinzu - zum Beispiel eine Angststörung oder Entwicklungsverzögerung. Ein Psychiater kann diese Dinge gleich mit in den Blick nehmen, ergänzt Spitczok von Brisinski.

Ansprechpartner in Luxemburg:

  • Kanner-Jugendtelefon, Tel. 116 111 (Mo/Mi/Fr 17 bis 22 Uhr, Di/Do 14 bis 22 Uhr, Sa 14 bis 20 Uhr)
  • Alupse, Tel. 26 18 481 (Mo-Fr 9 bis 17 Uhr)
  • SOS Détresse, Tel. 45 45 45 (Mo-So 15 bis 23 Uhr, Fr/Sa auch 23 bis 7 Uhr)

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(Archivbild vom 09.06.2014/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Silvia Marks/dpa-tmn