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Wal mit 40 Kilo Plastik im Magen angeschwemmt
Meeresbiologe Darrell Blatchley untersucht die Überreste eines männlichen Cuvier-Schnabelwals, der mit 40 Kilogramm Plastik im Magen an einen philippinischen Strand angeschwemmt wurde.

Wal mit 40 Kilo Plastik im Magen angeschwemmt

Foto: AFP
Meeresbiologe Darrell Blatchley untersucht die Überreste eines männlichen Cuvier-Schnabelwals, der mit 40 Kilogramm Plastik im Magen an einen philippinischen Strand angeschwemmt wurde.
Panorama 2 Min. 18.03.2019

Wal mit 40 Kilo Plastik im Magen angeschwemmt

Sarah CAMES
Sarah CAMES
In Compostela Valley auf den Philippinen wurde am Wochenende ein verendeter Wal angeschwemmt. Nach einer Untersuchung fand der Meeresbiologe Darrell Blatchley rund 40 Kilogramm Plastik im Magen des toten Tieres.

Ein männlicher Cuvier-Schnabelwal, der am 15. März im Compostela Valley auf den Philippinen angeschwemmt wurde, verendete auf tragische Weise. Das Tier wurde mit etwa 40 Kilogramm Plastik im Magen gefunden. Der Meeresbiologe und Umweltschützer Darrell Blatchley vermutet, dass der Wal an Dehydration und Nahrungsmangel gestorben ist. Bei eine Obduktion des toten Tieres fand Blatchley heraus, dass das Tier unmittelbar vor seinem Tod Blut erbrochen hatte.


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Blatchley, der gleichzeitig auch der Präsident und Gründer des D' Bone Collector Museum in der nahe gelegenen Stadt Davao ist, führte die Obduktion des Wales durch und beschrieb die Entdeckung als "widerlich". In einem Interview mit CNN Philippines sagte Blatchley: "Ich war nicht gefasst auf die Menge an Plastik. Es waren etwa 40 Kilogramm an Reis- und Bananensäcken, Einkaufstüten, und anderem Plastik-Müll. Sechzehn Reissäcke im Ganzen. Das Plastik begann bereits zu verkalken." 

Das Museum wird in den nächsten Tagen eine komplette Liste des Mageninhaltes des Tieres veröffentlichen.

Der Meeresbiologe erklärte außerdem, dass Wale kein Wasser trinken, sondern ihre Flüssigkeiten über ihr Futter aufnehmen. Als der Wal durch die Menge an Plastik in seinem Magen Schwierigkeiten mit der Futteraufnahme bekam, begann er langsam zu verhungern und zu verdursten.

Cuvier-Schnabelwale sind die am weitesten verbreitete Art der Schnabelwale und halten sowohl den Rekord im Tief- und im Langtauchen. Sie erreichen Tiefen von bis zu drei Kilometern und können über zwei Stunden lang auf frischen Sauerstoff verzichten. 


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Blatchley teilte Fotos von der Obduktion auf der Facebook-Seite des Museums. In dem Post schrieb er: "Dieser Wal hatte von allen Walen, die wir je gesehen haben, am meisten Plastik im Magen. Es ist widerlich." Blatchley nutzte die Gelegenheit außerdem, einen Appell an die philippinische Regierung zu richten und sie darum zu bitten, endlich die weite Verbreitung von Plastik-Einwegtüten einzudämmen.

"Die Philippiner sind stolze Menschen, nur leider spiegelt sich das noch nicht in ihrer Umweltpolitik wider. In den letzten 10 Jahren haben wir 61 Wale und Delfine gefunden. 57 von ihnen sind durch Fischernetze, Dynamit-Fischerei oder Plastikmüll verendet. Vier der Tiere waren trächtig. Das kann nicht so weiter gehen. Die Philippiner müssen etwas ändern, ansonsten wird nichts mehr übrig bleiben", erklärte Blatchley.

Umweltverschmutzung durch Plastikmüll ist nach wie vor ein großes Problem in Asien. Laut einer Studie des McKinsey Zentrums für Wirtschaft und Umwelt und der Umweltorganisation Ocean Conservancy aus dem Jahr 2015 sind fünf Länder in Asien verantwortlich für bis zu 60 Prozent des Plastikmülls in den Meeren.


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