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Vorsicht, bissig!
Panorama 2 Min. 18.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Gefahr durch Zecken

Vorsicht, bissig!

Im Gras und im Gebüsch lauert die Gefahr: die Zecke.
Gefahr durch Zecken

Vorsicht, bissig!

Im Gras und im Gebüsch lauert die Gefahr: die Zecke.
Foto: Shutterstuck
Panorama 2 Min. 18.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Gefahr durch Zecken

Vorsicht, bissig!

Die kleinen Blutsauger können bei ihrem Wirt erhebliche gesundheitliche Schäden anrichten. Dabei ist es ganz einfach, sich vor einer Infektion durch die Minibiester zu schützen. Die Kampagne des Gesundheitsministeriums mit dem Titel „Achtung Zecken!“ erklärt, was man beachten sollte.

von Cheryl Cadamuro

Es ist schnell passiert: Man spaziert durch den Wald, über Feldwege oder durch hohes Gras – und schon hat sich eine Zecke festgesaugt. Weil das nicht spürbar ist, kann sich das kleine Biest über Wochen unentdeckt am Blut seines Wirtes bedienen. Und hier beginnt das Problem – und zugleich die Lösung: Bleibt die Zecke unentdeckt und platzt schließlich nach einigen Wochen, kann sich der Wirt mit Lyme-Borreliose oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) infizieren.

Im Anschluss können Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen, Herzprobleme oder neurologische Störungen folgen. In seltenen Fällen kann die Infektion – durch eine Herzmuskelentzündung verursacht – sogar zum Tod führen.

Bisse vermeiden

Dabei ist es, laut „Achtung Zecken“–Broschüre ganz einfach, eine Infizierung zu vermeiden: „Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man sich und seine Kinder gründlich auf Zecken untersuchen. Wird ein Tier gefunden, sollte es sofort mit einer Pinzette entfernt werden.“ Geschehe dies nicht, könne im Zeitrahmen von zwei bis 30 Tagen eine Ansteckung erfolgen. Helle, langärmelige Bekleidung sowie das Verwenden eines Zeckensprays werden ebenfalls als nützlicher Schutz empfohlen.

Die Kampagne „Achtung Zecken!“ dient vorrangig dazu, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. „Nicht jeder, der von einer Zecke befallen wird, wird auch krank“, erklärt Gesundheitsministerin Lydia Mutsch. „Doch wir stellen fest, dass seit einigen Jahren, aufgrund der milden Winter, im Frühjahr und im Herbst Zecken vermehrt zu finden sind. Es ist also gerade jetzt, nach erneut einem milden Winter, wichtig, sich dieser Gefahren bewusst zu werden.“

Sollte man sich infizieren, kann man dies an einem roten Kreis, der an der Stelle des Zeckenbisses auftaucht, erkennen. Dann ist schnelles Handeln angesagt: Mittels eines Bluttests kann die Erkrankung innerhalb der sechs folgenden Wochen diagnostiziert und mit Antibiotika bekämpft werden.

Vorbeugen ist wichtig

Obwohl Infizierungen von Frühsommer–Meningoenzephalitis (FSME) in Luxemburg noch nicht gemeldet worden sind und es „nur“ zu etwa 100 Borreliose-Infizierungen jährlich kommt: „Vorbeugung ist das A und O bei der Bekämpfung dieser Erkrankungen“, so die Ministerin. Ein weiteres Problem sei zudem die Ungenauigkeit bei der Bestandsaufnahme der Infizierungen. Ein Gesetzesprojekt soll dies aber, nach Angaben der Ministerin, ändern.

Zusätzlich arbeiten Forscher am „Luxembourg Institute of Health“ (LIH) intensiv an einem Impfserum gegen die Borreliose-Erkrankung. Gegen FSME existiert ein solches bereits. Doch da Vermeiden der Krankheit die beste Lösung ist, gilt für jeden Spaziergang „Achtung Zecken!“

Weitere Informationen finden Sie unter zecken.lu oder tiques.lu.


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