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Von Light-Zigarette bis Heat Stick: Geht Rauchen auch „gesünder“?
Panorama 13.08.2017

Von Light-Zigarette bis Heat Stick: Geht Rauchen auch „gesünder“?

Das Dampfen von E-Zigaretten ist zwar weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten zu rauchen. Langzeitfolgen sind aber bisher nicht ausreichend untersucht.

Von Light-Zigarette bis Heat Stick: Geht Rauchen auch „gesünder“?

Das Dampfen von E-Zigaretten ist zwar weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten zu rauchen. Langzeitfolgen sind aber bisher nicht ausreichend untersucht.
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Panorama 13.08.2017

Von Light-Zigarette bis Heat Stick: Geht Rauchen auch „gesünder“?

Light-Zigaretten, E-Zigaretten und Heat Sticks versprechen weniger gesundheitsschädlich zu sein als herkömmliche Zigaretten. Manche der Produkte schaden tatsächlich etwas weniger als die Tabak-Klassiker. Unbedenklich sind sie Experten zufolge aber ganz und gar nicht.

(dpa) - Sie sehen schick aus und sollen deutlich gesünder sein als klassische Zigaretten: Heat Sticks gelten als „gesündere“ Alternative zur Zigarette. Aber sind die wirklich weniger schädlich? Ein Überblick.

Light-Zigaretten

Als die ersten Studien einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs belegten, suchte die Industrie nach einer Antwort. Sie lautete: Light-Zigaretten. Diese Produkte enthalten weniger Teer und weniger Nikotin. Das klingt erstmal irgendwie gesünder - ist es aber nicht.

Light-Zigaretten enthalten zwar weniger Nikotin und Teer, der Rauch lässt sich aber leichter inhalieren. Dadurch kann er noch tiefer eingeatmet werden. Die Schadstoffe werden tiefer inhaliert und die Sucht noch weiter angefeuert.

E-Zigaretten

E-Zigaretten enthalten in der Regel ein Gemisch aus Propylenglykol, Glyzerin, Aromen und Nikotin. Die Flüssigkeit wird verdampft. Diese Produkte sind zweifelsfrei weniger gefährlich als Zigaretten. Gesundheitlich bedenklich sind sie aber dennoch.

So weiß man heute, dass Nikotin nicht nur süchtig macht, es fördert auch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Neuere Studien geben zudem Hinweise, dass es krebserregend sein kann, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in einem Positionspapier. Die enthaltenen Aromen könnten auch Allergien auslösen.

Hinzu kommt, dass sich beim Inhalieren des Dampfs winzige Partikel in den Atemwegen ablagern. Sie können auch in den Blutkreislauf gelangen. Tatsächlich weiß noch gar keiner, welche Folgen dies für die Gesundheit hat, und über Langzeiteffekte ist zu wenig bekannt, um Entwarnung zu geben. 

Heat Sticks

Verhältnismäßig neu auf dem Markt sind Heat Sticks. Statt einer Flüssigkeit wird in den Geräten echter Tabak auf rund 300 Grad erhitzt, aber nicht verbrannt. Vielerorts ist das Produkt IQOS von Philip Morris erhältlich. Dem Hersteller zufolge verringert die neue Methode die Konzentration schädlicher Substanzen im Vergleich zu einer Zigarette um 90 Prozent. „IQOS ist jedoch keinesfalls unschädlich oder ohne Risiko“, sagt Stacey Kennedy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Philip Morris GmbH.

Die gesundheitliche Belastung durch Heat Sticks ist irgendwo zwischen Zigarette und E-Zigarette, Studien zu diesen Produkten liegen nur von Herstellern vor. Unabhängige Untersuchungen gibt es bisher nicht. Da die neuen Produkte Nikotin enthalten, kann man aber eine Sucht auslösende Wirkung ähnlich wie bei der Tabakzigarette erwarten.


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