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Von der Idee zur App: Smartphoneprogramme selber schreiben
Panorama 3 Min. 16.01.2015

Von der Idee zur App: Smartphoneprogramme selber schreiben

Die eigene App zu schreiben, geht ziemlich schnell. Kleinere Programme sind in kurzer Zeit realisiert. Will man mehr, muss man allerdings einige Mühe investieren.

Von der Idee zur App: Smartphoneprogramme selber schreiben

Die eigene App zu schreiben, geht ziemlich schnell. Kleinere Programme sind in kurzer Zeit realisiert. Will man mehr, muss man allerdings einige Mühe investieren.
Foto: dpa-tmn
Panorama 3 Min. 16.01.2015

Von der Idee zur App: Smartphoneprogramme selber schreiben

Smartphone-App sind nicht nur etwas für Profis. Auch normale Nutzer können ohne großen Aufwand kleine Spiele oder ein einfaches Zeichenprogramm selbst entwerfen.

(dpa/tmn) - Der Weg zur ersten eigenen App beginnt mit der Idee. Klingt zunächst simpel, kann einen aber schon vor erste Hürden stellen. Denn bevor man sich mit der Umsetzung beschäftigt, sollte ein Konzept erstellt werden, was das kleine Programm denn alles leisten soll, rät deutsche App-Entwickler Manuel Schoebel. „Erst sollte man herausfinden wer die potenziellen Kunden sind“, sagt er, also wer die App später nutzen soll. Das Programm soll ja nicht für die digitale Tonne geschrieben werden.

Deswegen sollte man einen ersten Designvorschlag erstellen, in dem Funktionen und Aussehen kurz skizziert werden. „Das kann theoretisch auch mit simplen Tools wie Power Point passieren“, sagt Schoebel. Dieser Entwurf sollte möglichst vielen Menschen vorgestellt werden. Denn nur durch frühen Austausch mit Freunden und Bekannten vermeidet man später Fehler - etwa bei der Benutzeroberfläche. Schoebel rät, sich gerade dabei von erfolgreichen Apps inspirieren zu lassen. „Ein ausgefallenes Design nützt nichts, wenn die Nutzer es nicht intuitiv verwenden können.“

Werkzeuge und Anleitungen gibt es im Netz

Am schnellsten und ohne Programmierkenntnisse geht es mit Online-Lösungen. Anbieter wie AppYourself, iBuildApp oder appmakr bieten gegen monatliche Gebühren ein Baukastensystem an, mit dem sich Apps für verschiedene Verwendungszwecke erstellen lassen. Das geschieht über eine einfach zu verstehende, grafische Benutzeroberfläche. Der Computercode wird dabei automatisch im Hintergrund erstellt - man muss also keine Programmiersprache lernen. Das hat aber auch Nachteile. Eigene Ideen, die über die vorhandenen Module hinausgehen, lassen sich kaum realisieren.

Wer es individueller möchte, muss sich ein wenig in die Welt der Programmiersprachen einarbeiten. Hilfe dabei liefert zum Beispiel der kostenlose App Inventor des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er eignet sich besonders für Anfänger, die kein Geld investieren, aber eine Android-App erstellen möchten. Das Programm hat eine einfache grafische Oberfläche und erklärt mit zahlreichen Anleitungen die ersten Schritte. So lernt man schnell, wie etwa das erste kleine Spiel entsteht, wie man die Kamera einbindet oder ein simples Zeichenprogramm entwirft. Genau das soll auch der Sinn des App Inventors sein: Simple Apps einfach erstellen und damit Lust machen auf den nächsten Schritt. Richtig komplexe Programme kann man mit ihm nicht schreiben.

Wer Apps von Grund auf selbst programmieren möchte, muss sich eine Programmiersprache aneignen. Hier steht man am Anfang vor der Systemfrage. „Für Apple iOS muss man in der Programmiersprache Objective-C, bei Android jedoch in Java und für Windows Phone in C#“, verrät Patrick Wegner, App-Entwickler am deutschen Institut für Internet-Sicherheit. Apple hat seit 2014 außerdem die relativ einfache Sprache Swift eingeführt. Hat man sich einmal auf eine Sprache festgelegt, ist die Übersetzung für andere Betriebssystem schwierig.

Ein Zwischenweg sind sogenannte Web-Apps, die nicht viel mehr als Umsetzungen von Webseiten in App-Form sind. Sie basieren auf der Computersprache HTML5 und lassen sich mit geringem Aufwand für alle Systeme anwenden. Ihr Funktionsumfang ist aber geringer als der von Grund auf in der jeweiligen Sprache programmierten Apps. Die Entscheidung, für welches System man entwickelt, ist also in erster Linie von den eigenen Kenntnissen abhängig.

App-Plattform wählen

„Vom technischen Standpunkt sind alle Plattformen relativ ähnlich. Google gestaltet den Einstieg allerdings etwas freundlicher, da Android-Apps sowohl auf Windows-PCs als auch auf Macs oder Rechnern mit Linux entwickelt werden können“, sagt Wegner. Je nach Plattform ist das Programmieren auch nicht teuer. Um Android-Apps in den Play Store zu bekommen, braucht man einen Zugang für einmalig etwa 20 Euro. Apple verlangt eine Entwicklerlizenz (rund 100 Dollar) und man braucht einen Mac für die Programmierung.

Neben möglichen Lizenzen und passender Hardware benötigen Programmierer ein Entwicklerkit (SDK) der jeweiligen Plattform, sowie einen Editor. Die gibt es in vielen Ausführungen und zum Teil kostenlos im Netz. Empfehlungen sind zum Beispiel Xcode von Apple, Atom.io oder Sublime Text. Apple, Android und Co. stellen zudem auf ihren Webseiten Anleitungen zur Verfügung, die den Einstieg erleichtern sollen. Daneben finden sich im Internet zahlreiche Entwicklerforen mit wertvollen Tipps und Anleitungen.


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