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Vom Dom bis in die Abteistadt
Panorama 5 2 Min. 19.07.2019

Vom Dom bis in die Abteistadt

Vom Dom bis in die Abteistadt

Foto: privat
Panorama 5 2 Min. 19.07.2019

Vom Dom bis in die Abteistadt

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Das „Happy Man Project“ ist beendet: Tom Picard aus Echternach berichtet von seiner skurrilen Wanderschaft im Clownskostüm.

Rote Nase, rote Perücke, blaues Ringelshirt und riesige Clownsschuhe – ein Outfit, das eigentlich in die Manege gehört. Tom Picard aus der Abteistadt stand damit aber nicht zwischen Akrobaten und dressierten Pferden, sondern mitten auf der Domplatte in Köln. Von dort aus ging es zu Fuß – und für den guten Zweck – in Richtung Heimat. Ein echtes Erlebnis, wie der 27-Jährige wenige Tage nach der Ankunft berichtet.

Los ging es für den Erzieher am Morgen des 6. Juli in Köln. „Das Gepäck habe ich in einem Bollerwagen hinter mir her gezogen“, so Picard. Dieser leistete ihm auch gute Dienste – zumindest bis zum letzten Tag, als ein Bolzen brach und den Abschluss der Reise kurz gefährdete. Ansonsten wurden dem kostümierten Wanderer nur wenige Steine in den Weg gelegt.

Ideales Wanderwetter

Petrus hatte ein Einsehen mit ihm. „Ich hatte ideales Wetter zum Wandern. Es waren durchschnittlich 23 Grad und in der Nacht kühlte es meistens auf 15 Grad ab.“ Während zwei Nächten fiel das Thermometer zwar unter zehn Grad. Doch auch die Kälte konnten Tom Picard nichts anhaben – der Schlafsack leistete seine Dienste. Lediglich auf der Strecke zwischen Hersdorf bei Prüm und Bitburg regnete es in Strömen.

„Das war das erste Mal, dass ich mental zu kämpfen hatte, weil die Lust am Wandern durch die Nässe und Kälte nachließ.“ Sogar die Clownsschuhe füllten sich mit Regenwasser. „Ich bin dennoch froh, diesen Moment erlebt zu haben. Das hat gezeigt, dass ich über meine Grenzen hinauswachsen kann.“

Ebenso begeistert berichtet Picard von der Reaktion der Menschen, denen er auf der Reise begegnete. Er sei von der Hilfsbereitschaft, der Unterstützung und der Solidarität der Deutschen positiv überrascht. „Es hat mir gezeigt, dass die Welt nicht böse ist, sondern sehr offen und friedlich.“ Als Reaktion auf seine Geschichte wurde unterwegs meist die gleiche Frage gestellt: „Mit den Schuhen?“ Einige unterstützen seine Aktion für den guten Zweck auch mit einer Spende – oder stellten ihm einen Platz zum Übernachten zur Verfügung.


Panorama, Happy Man Project, Tom Picard, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Ein Clown auf Reisen
The Happy Man Project: Erzieher Tom Picard wandert kostümiert von Köln nach Echternach und sammelt dabei Geld für einen guten Zweck.

Eine Nacht im Hotel

„Von sechs Nächten durfte ich vier kostenlos auf Campingplätzen verbringen.“ Einige der Gastgeber zeigten sich noch großzügiger, spendeten für die Aktion oder luden ihn zu einem Willkommensgetränk oder Essen ein. In der letzten Nacht vor der Ankunft in Echternach schlief er sogar in einem Hotel: Ein Fan, der seiner Reise auf Facebook gefolgt war, zahlte für die Übernachtung. „Dort konnten mich Freunde besuchen und mir Mut und Energie für die letzten Kilometer schenken.“

Endlich in Echternach gelandet – am 12. Juli gegen 18.15 Uhr – wurde Picard von Freunden und Familie empfangen. 7 558 Euro – weit mehr als erwartet – konnte er für die Hilfsorganisation Ile aux clowns sammeln. Erholt von den Strapazen der langen Wanderschaft, plant Tom Picard bereits seinen nächsten Trip, der ungefähr in einem Jahr stattfinden soll.

Der Start zur Wanderschaft soll dann in Aachen erfolgen, das gesammelte Geld der Organisation Wonschkutsch zugute kommen. „Auch ein Bollerwagen ist wieder dabei.“ Bleibt zu hoffen, dass dieser zumindest kurz vor dem Ziel nicht wieder den Dienst versagt.


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