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Voller Reue: Mann gibt Buch nach 53 Jahren zurück
Der stellvertretende Schuldirektor Dom Tarquinio (l.) nimmt Harry Krame die unfreiwillig lange Ausleihzeit nicht übel.

Voller Reue: Mann gibt Buch nach 53 Jahren zurück

Foto: Fair Lawn Public Schools
Der stellvertretende Schuldirektor Dom Tarquinio (l.) nimmt Harry Krame die unfreiwillig lange Ausleihzeit nicht übel.
Panorama 20.03.2019

Voller Reue: Mann gibt Buch nach 53 Jahren zurück

Schon ein paar Wochen oder Monate bei der Buchrückgabe zu spät drangewesen? Harry Krame stellt nun alle überfälligen Bibliotheksnutzer konkurrenzlos in den Schatten: Der US-Amerikaner verpasste den Abgabetermin um 53 Jahre.

(sop) - 1966 war in mancher Hinsicht ein besonderes Jahr: In San Francisco traten die Beatles zum letzten Mal gemeinsam auf, Alfa Romeo stellte seinen Spider vor und das spätere Topmodel Cindy Crawford erblickte das Licht der Welt. 

Seit einigen Tagen kann das Jahr 1966 auch eine Kuriosität aufweisen, die vor allem Bibliothekaren den Angstschweiß auf die Stirn treiben wird: Teenager Harry Krame lieh sich in Fair Lawn das Buch "The Book of Verse" aus. 

Sieht zumindest gelesen aus: Dominick Tarquinio, stellvertretender Direktor der Schule, mit dem Buch und der damals üblichen Original-Ausleihkarte.
Sieht zumindest gelesen aus: Dominick Tarquinio, stellvertretender Direktor der Schule, mit dem Buch und der damals üblichen Original-Ausleihkarte.
Foto: Fair Lawn Public Schools

In den Genuß einiger Tage Medienaufmerksamkeit kam der 65-jährige US-Amerikaner Harry Krame, weil er seinen Keller aufgeräumt und dabei ein Buch entdeckt hatte, dessen Existenz ihn dort offenbar überraschte. 

Scham und Säumnisgebühr

Krame hatte "The Book of Verse" von Lewis Gannet 1966 aus der Bücherei seiner damaligen Schule, der Memorial Middle School, ausgeliehen - und dann vergessen. Krame war damals 13 Jahre alt und ein normaler Teenager in seinem Heimatstädtchen Fair Lawn im US-Bundesstaat New Yersey.


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Laut verschiedener Medienberichte war das Buch 19.345 Tage überfällig und mit einer Säumnisgebühr von 2.000 US-Dollar belastet. Krame hatte es am Donnerstag vergangener Woche voller Schuldgefühle in die Bücherei zurückgebracht. Über den Akt der Reue wurde sogar landesweit vom Sender CNN und der Zeitung New York Post berichtetet. 

Aus lauter Scham traute sich Krame demnach in der Schule zunächst nicht, seinen Namen zu nennen, sondern erklärte, er sei in einem Zeugenschutzprogramm und müsse daher anonym bleiben.

An Krames ehemaliger Schule zeigte man aber viel Verständnis für den überfälligen Buchliebhaber und sah davon ab, die Strafe zu berechnen. Dominick Tarquinio, stellvertretender Direktor der Schule, erklärte gegenüber verschiedenen Medien, man sei froh, das Buch wiederzuhaben - und werde Krame anderen säumigen Schülern gegenüber als Beispiel anführen.


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