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Uniklinik Lausanne: Hypnose in der Krankenstation
Panorama 2 Min. 25.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Uniklinik Lausanne: Hypnose in der Krankenstation

Panorama 2 Min. 25.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Uniklinik Lausanne: Hypnose in der Krankenstation

Yves BODRY
Yves BODRY
Hypnose wird immer öfter in der medizinischen Behandlung eingesetzt: Im „Centre Hospitalier Universitaire Vaudois“ wird Hypnose sogar täglich angewandt. Mit einem klaren Ergebnis.

VON SIMONETTA CARATTI (LA REGIONE TICINO / SCHWEIZ)

Hypnose wird immer öfter in der medizinischen Behandlung eingesetzt: In der großen Krankenstation für Verbrennungen des „Centre Hospitalier Universitaire Vaudois“ (CHUV) in Lausanne wird Hypnose sogar täglich angewandt. Eine Studie hat gezeigt, dass Hypnose die Zeit reduziert, die Patienten in Intensivstationen verbringen müssen.

Das Krankenhaus will Hypnose nun auch in anderen Abteilungen einsetzen. Wenn Hypnose ein Medikament wäre, wäre sie schon in allen Krankenhäusern angekommen. Weil sie aber eine Methode ist, muss sie erst kulturelle Barrieren überkommen“, sagt Pierre-Yves Rodondi, Arzt am universitären Institut für soziale und präventive Medizin des CHUV. 

 Im CHUV hat Pragmatismus über die Angst gesiegt. „Es gibt wissenschaftliche Studien, die die Effektivität von Hypnose in der Schmerztherapie demonstrieren. Leider werden sie von einem Großteil der medizinischen Community ignoriert. Hypnose ist ein Werkzeug, das man in die Behandlung integrieren sollte. Sie funktioniert selbst mit denen, die skeptisch sind“, erklärt Rodondi. 

 Tatsächlich hilft Hypnose Patienten mit ernsten Verbrennungen dabei, schneller zu genesen und reduziert die Therapiekosten, wie eine wissenschaftliche Studie des Lausanne-Universitäts-Krankenhauses (CHUV), die im Journal „Burns“ publiziert wurde, beweist: Hypnose schmälert Angst, reduziert den Einsatz von Medikamenten und Narkosemitteln und verkürzt den Aufenthalt von Patienten in der Intensivstation um durchschnittlich fünf Tage. 

Durchschnittlich spart die Methode 19000 Schweizer Franken pro Patient. So würde es ausreichen, nur neun Brandopfer pro Jahr mit Hypnose zu behandeln, um die Kosten für einen Spezialisten auf diesem Gebiet zu decken. Tatsächlich heilen auch Wunden schneller: „Das könnte mit einem niedrigeren Stresslevel zusammenhängen, aber das ist nur eine Hypothese“, erklärt Maryse Davadant, eine Krankenschwester in der Intensivpflegestation und Vorreiterin im Einsatz von Hypnose im CHUV.

 „Im Durchschnitt beginnen wir mit der Hypnose ein paar Tage, nachdem der Patient aufgenommen wurde, wenn er oder sie nicht mehr intubiert ist und sich konzentrieren kann. Dann lernen wir ihnen, sich selbst zu hypnotisieren: Das ist ein Werkzeug, das der Patient immer behalten wird, und der schmerzlindernde Effekt dauert sogar über die Behandlung hinaus an. Wir haben zwei Krankenschwestern im CHUV, die nur hypnotisieren“, erklärt Davadant. 

Wir fragen nach den Reaktionen der Patienten: „Wir bieten die Hypnose jedem an, manchen ist sie bekannt und sie sind interessiert, während andere skeptischer sind, aber fast jeder versucht es und ist zufrieden.“ Trotzdem können nicht alle Brandpatienten mit Hypnose behandelt werden, vor allem nicht ältere Menschen im Zustand der Verwirrung oder unter dem Einfluss von Medikamenten.



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