Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Uni Luxemburg: Menschliches Erbgut lebenslang verfügbar machen
Panorama 2 Min. 23.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Uni Luxemburg: Menschliches Erbgut lebenslang verfügbar machen

Haben ihre zukünftige Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von Genomdatendiensten besiegelt: der Leiter des SnT, Björn Ottersten (l.), und Erich Felber, Geschäftsführer von Megeno.

Uni Luxemburg: Menschliches Erbgut lebenslang verfügbar machen

Haben ihre zukünftige Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von Genomdatendiensten besiegelt: der Leiter des SnT, Björn Ottersten (l.), und Erich Felber, Geschäftsführer von Megeno.
Foto: Universität Luxemburg
Panorama 2 Min. 23.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Uni Luxemburg: Menschliches Erbgut lebenslang verfügbar machen

Sarah SCHÖTT
Sarah SCHÖTT
Durch ein Kooperationsprojekt soll im Großherzogtum ein sicherer Speicherdienst für Genomdaten entstehen. Beteiligt sind die Universität Luxemburg und das Start-up Megeno.

Datenschutz ist in aller Munde, und das nicht erst seit der neuen Europäischen Datenschutzgrundverordnung vom vergangenen Jahr. Daten werden bisweilen sogar als das neue Gold bezeichnet. Das gilt aber nicht nur für das, was jeder tagtäglich im Internet in verschiedene Formulare eintippt. Auch genetische Informationen werden für Forschung und Wirtschaft immer interessanter. Megeno S.A. und das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg wollen deshalb zukünftig bei der Entwicklung sicherer Genomdatendienste zusammenarbeiten.

Vereinfachte Sequenzierung

Bei einem Genom handelt es sich um das Erbgut eines Lebewesens. Dank des technischen Fortschritts ist es in den vergangenen Jahren immer einfacher geworden, das Erbgut zu sequenzieren. So können etwa genetische Krankheiten besser behandelt werden. Megeno ist ein Start-up-Unternehmen, das Humangenomdaten, die von europäischen Forschungsinstituten generiert wurden, speicherbar macht. Einzelpersonen erhalten so Zugriff auf ihre persönlichen Genomdaten und können diese zur späteren Verwendung an andere Gesundheitsdienstleister weiterleiten. 

Das Ziel von Megeno: die großen Datenmengen, die bei der Genomsequenzierung anfallen, lebenslang speicherbar und für den Einzelnen zugänglich machen. Zusammen mit SnT will Megeno eine Plattform schaffen, die den notwendigen rechtlichen und technischen Erfordernissen eines solchen Projektes gerecht wird. Zu diesem Zweck haben die Projektpartner an der Universität ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet.

Für Bürger in ganz Europa

Ebenfalls mit im Boot: eine Beratergruppe des Unternehmens Ernst&Young (EY). „Mit zusätzlicher Unterstützung durch die Beratergruppe von EY werden wir einen Dienst in Luxemburg einrichten, der Institutionen und Bürgern in ganz Europa zur Verfügung steht. Unser Ziel ist es, personenbezogene Genomdaten als lebenslange Ressource für den Einzelnen zu etablieren und neue Ansätze zur Krankheitsvorbeugung zu unterstützen“, so Erich Felber, Geschäftsführer von Megeno.


ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht vom 4. November 2019: Beratung von oberster Stelle: Wer gesetzlich versichert ist und sich vom Chefarzt behandeln lassen möchte, muss das meist aus eigener Tasche zahlen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Medizinstudium in Luxemburg: Neue Ärzte braucht das Land
Im September 2020 startet der neue Bachelor für Medizin an der Universität Luxemburg.

Dem wichtigen Thema Datenschutz wird sich dabei eine Forschergruppe des SnT widmen. Gerade bei Genomdaten ist die Sicherheit der Daten besonders wichtig, denn: Werden die Daten einer Person gespeichert, können diese unter Umständen nicht nur mit ihr, sondern auch mit ihren Angehörigen in Verbindung gebracht werden. „Deshalb“, so Prof. Gabriele Lenzini, Koordinator der Forschungsaktivitäten der Partnerschaft am SnT, „werden sich Forscher der Socio-technical Cybersecurity Interdisciplinary Research Group (IRiSC) des SnT mit den neuesten Technologien für Datenschutz und Sicherheit in diesem Bereich befassen“.

Für SnT ist das Projekt in zweierlei Hinsicht ein Meilenstein, wie Leiter Björn Ottersten betont. Zum einen sei es die erste Kooperation im Gesundheitsbereich, zum anderen die erste Zusammenarbeit mit einem Start-up der Universität. „Diese Partnerschaft ist ein hervorragendes Beispiel für die Rolle von SnT bei der Förderung innovativer digitaler Dienste für die Weiterentwicklung der luxemburgischen Gesellschaft und Wirtschaft.“


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Uni Luxemburg: Digitale Anatomie-Lehre
Um sich mit dem menschlichen Körper vertraut zu machen, haben Studierende bisher oft Leichen seziert. Der virtuelle Anatomie-Tisch „Anatomage“ könnte das zukünftig ändern.
Anantomietisch fŸr Bachelor in Medizin - virtual dissection table - Belval - UNI.LU - 23/10/2019 - photo: claude piscitelli