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TV-Moderatorin Birgit Schrowange: „Wenn Sie drei Wünsche frei hätten ...“
Panorama 6 Min. 23.09.2013

TV-Moderatorin Birgit Schrowange: „Wenn Sie drei Wünsche frei hätten ...“

Birgit Schrowange ganz nah: strahlende Gesichter während der Autogrammstunde auf beiden Seiten.

TV-Moderatorin Birgit Schrowange: „Wenn Sie drei Wünsche frei hätten ...“

Birgit Schrowange ganz nah: strahlende Gesichter während der Autogrammstunde auf beiden Seiten.
Foto: Guy Jallay
Panorama 6 Min. 23.09.2013

TV-Moderatorin Birgit Schrowange: „Wenn Sie drei Wünsche frei hätten ...“

Sie ist seit Jahrzehnten die Vorzeigemoderatorin von TV-Magazinen im deutschen Fernsehen. Auf einem Abstecher nach Luxemburg traf das Luxemburger Wort den Star zu einem Gespräch.

Sie ist seit Jahrzehnten die Vorzeigemoderatorin von TV-Magazinen im deutschen Fernsehen. Auch in Luxemburg kennt man sie. Keine Skandale umwittern ihren Namen, in der einschlägigen Boulevardpresse sucht man vergeblich nach Negativschlagzeilen über sie. Sie überzeugt durch Professionalität, Diskretion und Konstanz: Birgit Schrowange. Gestern war die TV-Moderatorin auf Stippvisite in Luxemburg und gab Einblick in ihr Leben.

Frau Schrowange, als Fernsehmoderatorin und Person des öffentlichen Lebens müssen Sie stets perfekt gestylt sein. Wie wichtig ist Ihnen Mode und Styling in Ihrem Privatleben, abseits von Kameras und Fotografen?

Privat ist mir Styling natürlich nicht so wichtig wie im Beruf vor der Kamera. Dennoch lege ich großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Ich bin gerne modisch angezogen. Etwa coole Lederjacken, kombiniert mit bequemen und dennoch schicken Hosen. Ich bin kein Freund von Rüschen und Schleifchen. Leggins mag ich auch nicht besonders. Außer mit einem wirklich tollen langen Oberteil. Ich mag es am liebsten sportlich leger, dann fühle ich mich am wohlsten.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Adler zustande gekommen?

Adler hat über mein Management angefragt, ob ich bereit wäre, Botschafterin für ihre Modemarke zu werden. Ich habe ohne zu zögern eingewilligt, denn ich kenne die Marke von Kindesbeinen an durch meine Eltern und die Familie. Ich schätze die Mode von Adler. Sie ist vielseitig und man kann sie sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen tragen. Als Botschafterin muss man hinter der Sache stehen, sonst ist man nicht glaubwürdig.

Gestern haben Sie einen Abstecher nach Luxemburg gemacht, um Ihre Modekollektionen zu präsentieren. Haben Sie außer der Mode einen Bezug zu Luxemburg?

Nein. Außer, dass mein Sender, RTL, in Luxemburg beheimatet ist, wusste ich bisher gar nichts über Luxemburg. Das ist eigentlich schrecklich, nicht wahr (lacht)? Ich bin das erste Mal hier, doch ich muss sagen, ich bin begeistert. Es ist wunderschön hier. Und Gott sei Dank sprechen hier alle Deutsch, denn leider kann ich kein Französisch.

Sie sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in Luxemburg sehr bekannt. Ihre persönlichen Worte an unsere Leser sind …

... liebe Luxemburger, was könnt Ihr glücklich sein, in so einem schönen Land zu leben. Ich finde es toll hier.

Mode geht sehr eng mit Kreativität einher. Sind Sie kreativ veranlagt und gestalten Sie die von Ihnen präsentierten Kollektionen selbst mit?

Ich designe natürlich nicht selber, aber ich setze mich mit den Designern zusammen und lasse meine Ideen mit einfließen. Das macht mir riesen Spaß. Ich freue mich total, dass ich meine Lieblingsteile präsentieren darf. Ich liebe Mode, ich liebe Shoppen. Und ich liebe den persönlichen Kontakt, den ich bei den Präsentationen mit den Menschen habe.

Geben Sie auch persönlich Styling- und Beautytipps?

Oh ja, das kommt des Öfteren vor. Wenn ich zum Beispiel shoppen gehe, passiert es durchaus, dass mich andere Kundinnen bei der Zusammenstellung ihrer Outfits um Rat fragen. Auch Freundinnen oder Kolleginnen fragen schon mal gerne: steht das mir, was sagst Du dazu?

Sie verkörpern den Typ der attraktiven, weltoffenen und jung gebliebenen Frau im reiferen Alter. Viele Frauen beneiden Sie um Ihr Aussehen. Wie halten Sie sich fit und was ist das Geheimnis Ihres Aussehens?

Es gibt kein Geheimnis. Ich lebe, ich esse, ich bin nicht zu dünn. Ich treibe drei bis vier Mal die Woche Sport. Ich sehe gerne gut aus und ich schminke mich gerne. Ich bin eitel, sehr eitel. Ich lasse mich nicht gehen. Ab einem gewissen Alter sieht man, wer resigniert hat und wer nicht. Gutes Aussehen ist keine Frage des Alters.

Beruflich gesehen hat Ihr Leben in den 1970er-Jahren eine erstaunliche Wende genommen. Als ausgebildete Rechtsanwalts- und Notargehilfin sind sie 1978 zum Fernsehen gewechselt und wurden Redaktionsassistentin beim WDR. Wie kam es zu dieser beruflichen Radikalwende?

Ich habe schon als kleines Mädchen davon geträumt, Moderatorin beim Fernsehen zu werden. Petra Schürmann war schon damals mein ganz großes Idol. Sie hat mir später während meiner TV-Laufbahn in kollegialer Freundschaft viele wertvolle Tipps gegeben.  Doch habe ich in meiner Jugendzeit zunächst den Rat meiner Eltern befolgt und einen soliden Beruf erlernt. So wurde ich Rechtsanwalts- und Notargehilfin. Doch mein Traum war stärker. So bin ich eines Tages in das Büro des damaligen Intendanten beim WDR marschiert und habe gesagt: Ich gehe nicht eher hier weg, bis ich einen Vertrag in der Tasche habe. Das hat ihn wohl so sehr beeindruckt, dass er mich als Sekretärin eingestellt hat. Das war meine Chance und ich habe sie genutzt. Ich habe mich hoch gearbeitet, wurde Fernsehansagerin und später Moderatorin. Mittlerweile bin ich seit 35 Jahren beim Fernsehen, davon 30 Jahre vor der Kamera. Es ist mein absoluter Traumberuf. Ich würde es jederzeit wieder so machen.

Ist die Rede von Birgit Schrowange, so kommt man um Ihren Humor nicht umhin. Sie können sogar von Herzen über sich selber lachen …

Ich bin eben so (und lacht wieder). Ich bin von Haus aus eine Frohnatur und nehme mich selber nicht ganz so ernst. Ich singe auch gerne. Im Grunde singe ich immer und überall. Lachen und singen befreit. Lachen und singen macht einfach nur Freude.

Sie sind prominent, können auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken und wirken dennoch sehr bodenständig. Sehen Sie sich als Frau des öffentlichen Lebens in einer Vorbildfunktion?

Ich bin in einer bodenständigen, ganz normalen Familie zur Welt gekommen. Mein Vater war Handwerker, meine Mutter Hausfrau. Das Familienleben hatte bei uns immer einen hohen Stellenwert. Das prägt. Und das hat mich auch später in meiner Fernsehkarriere stets davor bewahrt, abzuheben. Es stimmt wohl, ich bin bekannt. Doch nur, weil jemand bekannt ist, bedeutet das noch lange nicht, dass er etwas Außergewöhnliches leistet. Und ja, ich sehe mich in einer Vorbildfunktion. Absolut. Ich bin sozial sehr engagiert. Ich unterstütze etliche Kinderhilfsprojekte und wurde 2008 mit der Bundesverdienstmedaille für mein Engagement ausgezeichnet. Ich habe das große Glück, ein privilegiertes Leben führen zu können. Doch deswegen, oder gerade deshalb verschließe ich nicht die Augen vor dem Leid und den Nöten von weniger privilegierten Menschen. Privilegien sind keine Selbstverständlichkeit. Soziales Engagement ist mir sehr wichtig. Das wurde mir umso deutlicher bewusst, als mein Sohn zur Welt kam. In binde ihn, natürlich seinem Alter entsprechend, in dieses soziale Engagement mit ein. Elitäres Denken ist ihm fremd und dafür bin ich sehr dankbar. Er ist jetzt 13 Jahre alt und hat vor einiger Zeit zu mir gesagt, er würde sich fast schämen, dass es ihm so gut geht, wo doch viele Kinder, denen er bei den Hilfsprojekten begegnet, ein weitaus weniger schönes Leben haben. Ich habe ihm geantwortet, man muss sich nicht schämen, wenn es einem gut geht, aber man darf die weniger bemittelten oder vom Leben benachteiligten Menschen nicht vergessen. Man muss dafür sensibel bleiben.

Sind Sie beruflich angekommen?

Ja. Ich bin glücklich, auf über 30 Jahre Fernsehsendungen zurückblicken zu können. Ich habe tolle Länder und tolle Menschen kennengelernt und ich habe fantastische Sachen erlebt. Ich liebe meine Arbeit nach wie vor, dennoch ist es jetzt an der Zeit, etwas ruhiger zu werden. Mit Mitte 50 kann man schon mal etwas kürzer treten.

Und privat?

Ja, ich kann sagen, dass ich ein ausgefülltes Leben habe. Ich möchte weiterhin gesund bleiben und Freude am Leben haben. Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, würden Sie gerne … ... essen können was ich will, ohne ein Gramm zuzunehmen; heute stehen bleiben, ohne einen Tag älter zu werden; mich manchmal unsichtbar machen können.

Interview: Josée Ludovicy

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