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Traumjob: Engel
Panorama 3 Min. 10.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Top Model Europe 2016

Traumjob: Engel

Kandidatin Erin Figueira: „Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre 
ich gerne ein Victoria's-Secret-
Engel.“
Top Model Europe 2016

Traumjob: Engel

Kandidatin Erin Figueira: „Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre 
ich gerne ein Victoria's-Secret-
Engel.“
Foto: Christophe Olinger
Panorama 3 Min. 10.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Top Model Europe 2016

Traumjob: Engel

Eine Freundin hat Erin Figueira vergangenes Jahr ohne ihr Wissen zum Casting von „Top Model Europe“ angemeldet. Jetzt steht die Luxemburgerin mit kapverdischen Wurzeln im Finale.

von Michèle Zahlen

Blond gefärbte Lockenmähne, dunkle Mandelaugen, strahlendes Lächeln: Erin Figueira ist zwar nur 1,67 Meter groß, fällt aber sofort auf, wenn sie einen Raum betritt. Dass sie mal an einem Modelwettbewerb teilnehmen würde, hätte sie aber nie für möglich gehalten. Dafür ist sie zu bescheiden, zurückhaltend – und eben auch zu klein.

Als eine Freundin die Seite von „Top Model Europe“ auf Facebook entdeckt, meldet sie Erin kurzerhand an. „So hat alles seinen Lauf genommen. Das habe ich alles meiner Freundin zu verdanken. Ich hätte mich das selbst nie getraut“, so die 24-Jährige. Seitdem nimmt das Model aus Esch/Alzette an Shootings und Trainingseinheiten teil, lernt, wie sie sich vor der Kamera und auf dem Catwalk bewegen und bei Interviews präsentieren soll.

Das Finale findet am 27. Februar in Brüssel statt – dann entscheidet sich, ob die gebürtige Kapverdianerin „Top Model Europe“ wird und im Juli bei der Fashion Week in der Dominikanischen Republik teilnehmen darf.

Schon jetzt glückliche Gewinnerin

Zickenkriege mit anderen Kandidatinnen oder Angst vorm großen Finale kennt Erin nicht. Dafür freut sie sich zu sehr, Teil des Wettbewerbs zu sein: „Ich fühle mich auch jetzt schon als Siegerin, weil ich es tatsächlich so weit geschafft habe.“

Sie ist engagiert, ohne verbissen zu wirken, selbstbewusst, aber auf eine diskrete Art – und sie fühlt sich geehrt, Luxemburg vertreten zu dürfen: „Ich lebe seit über zehn Jahren hier, habe einen luxemburgischen Pass, und auch wenn mein Luxemburgisch alles andere als perfekt ist, fühle ich mich als Luxemburgerin.“

Foto: Christophe Olinger

Es sei schön, wenn man im Ausland die Möglichkeit habe, Werbung für das Großherzogtum zu machen. „Hier gibt es so viele Leute, die großes Potenzial haben. Ich will den Wettstreit nutzen, um auf Luxemburg aufmerksam zu machen.“

Schwerer Start

Dabei war Erins Start in Luxemburg alles andere als einfach. Ihre Kindheit hat sie auf den kapverdischen Inseln verbracht, seit ihrem zehnten Lebensjahr wohnt sie im Großherzogtum.

Mit 15 Jahren hat sie angefangen zu jobben und besuchte gleichzeitig Abendkurse im Lycée Technique du Centre. Mittlerweile arbeitet sie in der Automobilbranche, macht parallel eine Ausbildung und will nächstes Jahr Marketing oder Human Ressources in Abendkursen studieren. „Es war nicht immer einfach, aber ich habe es geschafft, mir meinen eigenen Weg zu bahnen“, erzählt sie strahlend. „Dadurch, dass meine Ausgangssituation in Luxemburg schwierig war, musste ich schnell erwachsen werden und lernen, Verantwortung zu übernehmen.“

Job, Schule und Modeln nehmen momentan viel Zeit in Anspruch, es sei aber vor allem positiver Stress, so die 24-Jährige. Sie sei glücklich und dankbar für die Chancen und die viele Unterstützung, die sie bekommt.

Ganz sie selbst

Keine Option als Sprungbrett in die Modebranche ist für Erin eine klassische Miss-Wahl: „Bei ,Top Model Europe‘ kann ich mich so zeigen, wie ich wirklich bin. Ich muss nicht einem bestimmten Standard oder Klischee entsprechen.“ Sie ist bereit zu lernen, will sich aber nicht für die Branche verstellen müssen.

Ihre goldfarbenen Locken versteht sie auch nicht als Markenzeichen, sondern einfach als Teil von sich. „Meine Haare färbe ich schon seit Jahren und nicht extra für den Wettbewerb. Die Leute sprechen mich immer wieder darauf an und wollen sie sogar anfassen“, so Erin.

Auch bei ihrem Kleidungsstil macht sie, was sich für sie richtig anfühlt. Es wird nur das gekauft, was wirklich gefällt und was sich gut kombinieren lässt – die Marke spielt dabei keine Rolle. „Was ich shoppe, hängt vor allem von meiner Stimmung ab. Wenn ein Kleidungsstück nicht zu mir passt, dann kaufe ich es nicht.“ Sie schaut nicht nach Designern oder Trends.

Über die Frage, ob es ein Label gäbe, für das sie gerne modeln würde, muss sie erst nachdenken bevor ihr doch noch eines einfällt. Für das amerikanische Wäschelabel Victoria's Secret zu arbeiten, wäre ein Traum: „Das ist natürlich total unrealistisch, aber wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich gerne ein Victoria's-Secret-Engel. Ich bin ein Fan der Marke, und die Shows sind immer so schön bunt und machen richtig gute Laune.“

Die perfekte Figur und passende Engelslocken hätte Erin schon mal für den Auftritt.


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