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Trauer um Hollywoods Autodesigner
Panorama 3 2 Min. 06.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Vom Batmobil bis K.I.T.T.

Trauer um Hollywoods Autodesigner

George Barris (l.) posierte 2012 mit Adam West (r.), dem Batman-Darsteller aus der Original-TV-Serie.
Vom Batmobil bis K.I.T.T.

Trauer um Hollywoods Autodesigner

George Barris (l.) posierte 2012 mit Adam West (r.), dem Batman-Darsteller aus der Original-TV-Serie.
Foto: AFP
Panorama 3 2 Min. 06.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Vom Batmobil bis K.I.T.T.

Trauer um Hollywoods Autodesigner

George Barris hat in seinem Leben zwar nur ein paar Hundert Autos gebaut. Die wurden aber weltweit fast so sehr bewundert wie ihre Fahrer. Jetzt ist Barris, zwei Wochen vor seinem 90. Geburtstag, gestorben.

(dpa) - „Ich bin doch nur ein verrückter Autofan. Aber ich bin stolz darauf“, sagte er einmal über sich selbst. Und niemand in Hollywood wird ihm streitig machen, dass er der Mann für Autos war, wenn es um das Besondere ging. George Barris hat die legendärsten Autos der Fernsehgeschichte entworfen, vom ersten Batmobil bis zu David Hasselhoffs sprechendem Pontiac „K.I.T.T.“. Jetzt ist Barris, zwei Wochen vor seinem 90. Geburtstag, gestorben.

Barris gehört zu den Männern, denen man Benzin in den Adern nachsagt. Schon als Kind bastelte er Autos und als junger Mann möbelte er mit seinem Bruder Sam das Familienauto auf und verkaufte es mit Gewinn. Eine Geschäftsidee war geboren und fortan verlegten sich die Brüder (Sam starb allerdings schon 1967) auf den Autobau.

Die Werkstatt stand immer offen und Hollywood war gleich um die Ecke. Und so bekam Barris einen ganz besonderen Auftrag. Er entwarf das wohl bekannteste aller Batmobile, das aus der Fernsehserie von 1966 und dem dazugehörigen Kinofilm. Millionenfach wurde es als Spielzeug verkauft und es prägte alle weiteren Batmobile - auch wenn das Auto wie die Serie sich selbst nicht ganz ernst nahmen. Spaß ging vor Coolness.

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Der Mann konnte auch anders. Den „Munsters“ aus der Serie verpasste er ein Auto, das so gruselig war wie ein gutes Halloweenkostüm. Die „Beverly Hillbillies“ bekamen einen Untersatz, der schon von weitem anzeigte, dass da Landeier in der großen Stadt unterwegs waren. Gleichzeitig entwarf er edle Autos für große Stars: für Frank Sinatra und Elvis Presley, für Zsa Zsa Gabor und später für Michael Jackson oder Sonny und Cher.

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In den Siebzigern donnerten „Starsky und Hutch“ im roten Ford Torino durch Kalifornien, der von Barris zurechtgeschneidert worden war. Knallorange war der „General Lee“ aus „Ein Duke kommt selten allein“. Das Auto, natürlich auch aus Barris' Werkstatt, ist heute bekannter als die Hauptdarsteller der Serie.

In den Achtzigern fingen seine Autos sogar an zu sprechen: Er formte aus einem schwarzem Pontiac Trans Am K.I.T.T., der in „Knight Rider“ zuweilen klüger als sein Fahrer war. Und in den Neunzigern machte er die „Power Rangers“ mobil und bastelte auch an den Geländewagen herum, die in „Jurassic Park“ unter Echsenfüßen zermalmt wurden.

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Ein Omen? Barris bedauerte einen Niedergang des Autos in Film und Fernsehen. „Das Auto wird nicht mehr genutzt, um die Persönlichkeit des Stars auszudrücken“, sagte er zwei Monate vor seinem Tod der „Washington Post“. „Mir fällt keine Serie ein, in der Autos noch besondere Dinge tun oder lustige Charaktere sind. Für die meisten Menschen sind sie nur noch ein Transportmittel.“

Er liebte, was er tat: „Mein Vater war mit seiner Arbeit glücklich bis zum Schluss“, sagte seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend (Ortszeit). „Er starb im Schlaf nach einem langen, in jeder Hinsicht erfüllten Leben.“ Sein Sohn, selbst Autonarr, schrieb auf seiner Facebookseite schlicht: „Mein Vater ist jetzt in die große Werkstatt im Himmel gefahren.“