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Tödliches Autorennen in Berlin - Mordurteile gegen Raser bestätigt
Panorama 26.03.2019

Tödliches Autorennen in Berlin - Mordurteile gegen Raser bestätigt

Berlin: Die gesperrte Tauentzienstraße nach dem illegalen Autorennen, durch das ein unbeteiligter Rentner ums Leben kam.

Tödliches Autorennen in Berlin - Mordurteile gegen Raser bestätigt

Berlin: Die gesperrte Tauentzienstraße nach dem illegalen Autorennen, durch das ein unbeteiligter Rentner ums Leben kam.
Foto: Britta Pedersen/ZB/dpa
Panorama 26.03.2019

Tödliches Autorennen in Berlin - Mordurteile gegen Raser bestätigt

Der vorsitzende Richter ließ in seinem Urteil um den Tod eines 69-jährigen Rentners verlauten, die beiden Angeklagten hätten "selbstverliebt" und "rücksichtslos" gehandelt.

(dpa/SC) - Im Fall eines tödlichen Autorennens in der Berliner Innenstadt im Februar 2016 hat das Landgericht zwei Raser zum zweiten Mal wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Ergebnis des ersten Prozesses im Februar 2017, bundesweit die erste Verurteilung wegen Mordes in einem Raser-Fall, hatte der Bundesgerichtshof wieder aufgehoben.


Nach illegalem Rennen: Lebenslange Haft für Raser
Im Mordprozess um ein illegales Autorennen in der Berliner Innenstadt ist am Montagmorgen vor dem Landericht Berlin ein Urteil ergangen: Die beiden Angeklagten müssen lebenslang in Haft.

Das Gericht in der deutschen Hauptstadt sah es am Dienstag als erwiesen an, dass die heute 30 und 27 Jahre alten Fahrer in ihren hochmotorisierten Autos den Tod eines 69-Jährigen billigend in Kauf nahmen: "Was geschah, hatte mit Fahrlässigkeit nichts zu tun. Die Angeklagten haben aus nichtigem Anlass mit dem Leben anderer Menschen gespielt", so der vorsitzende Richter. Er fügte dem hinzu, die beiden Fahrer seien "selbstverliebt" und "rücksichtslos" gewesen.

Marvin N. (vorne) und Hamdi H. (r.) stehen in einem Gerichtssaal und warten auf ihr Urteil.
Marvin N. (vorne) und Hamdi H. (r.) stehen in einem Gerichtssaal und warten auf ihr Urteil.
Foto: Paul Zinken/dpa

Raser Hamdi H. und Marvin N.  lieferten sich im Februar 2016 ein Straßenrennen mitten in Berlin und überfuhren dabei mehrere Ampeln. Die beiden Männer waren spontan mit bis zu 170 Stundenkilometern über den Kurfürstendamm und durch die Tauentzienstraße unterwegs

Hinter einer Kreuzung rammte der Wagen des jetzt 30-jährigen Hamdi H. den Jeep des unbeteiligten Rentners Michael Warshitsky. Der 69-Jährige starb in seinem Wagen. Auch die Fahrzeuge von Hamdi H. und Marvin N. kollidierten in der Folge. Das Fahrzeug des Opfers wurde meterweit durch die Luft geschleudert. Die beiden Raser wurden allerdings kaum verletzt.

Hamdi H. stieß bei einem illegalen Straßenrennen mit dem Wagen eines unbeteiligten Rentners zusammen. Dieser erlag seinen Verletzungen.
Hamdi H. stieß bei einem illegalen Straßenrennen mit dem Wagen eines unbeteiligten Rentners zusammen. Dieser erlag seinen Verletzungen.
Foto: Paul Zinken/dpa

Marvin N.  wurde als Mittäter vom Landgericht Berlin ebenfalls des Mordes schuldig gesprochen. Seine Beifahrerin, die als Zeugin vor Gericht aussagte, erlitt schwere Prellungen im Rückenbereich, eine Lungenquetschung und eine Platzwunde am Kopf zu. Aus diesem Grund wurde Marvin N. zusätzlich wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Gleich nach Verhandlungsende verkündigte einer der Anwälte der Schuldiggesprochenen seine Absicht, Revision gegen das Urteil einzulegen. Nun geht der Fall erneut an den Bundesgerichtshof zurück.


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