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„Tim und Struppi im Kongo“ bleiben erlaubt
Panorama 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Tim und Struppi im Kongo“ bleiben erlaubt

Die Bücher über „Tim und Struppi“ des 1983 gestorbenen Hergé gehören zu den erfolgreichsten Comics der Welt.

„Tim und Struppi im Kongo“ bleiben erlaubt

Die Bücher über „Tim und Struppi“ des 1983 gestorbenen Hergé gehören zu den erfolgreichsten Comics der Welt.
Foto: AFP
Panorama 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Tim und Struppi im Kongo“ bleiben erlaubt

Kein Verbot für Hergés Comic „Tim und Struppi im Kongo“. Ein Gericht in Brüssel findet die Argumentation eines kongolesischen Studenten nicht schlüssig, dass das Werk rassistisch sei.

(dpa) - Der 1931 entstandene Comic „Tim und Struppi im Kongo“ wird in Belgien nicht wegen Rassismus' verboten. Ein Gericht in Brüssel wies am Freitag eine entsprechende Klage des kongolesischen Studenten Bienvenu Mbutu Mondondo ab. Das Buch des Belgiers Hergé (Georges Remi) über die Abenteuer des jugendlichen Reporters Tim in der damaligen belgischen Kolonie seien nicht als Verstoß gegen heutige Gesetze zu werten.

Das Gericht wies ebenfalls einen Antrag der Verlage Casterman und Moulinsart zurück, die wegen unbegründeter Strafverfolgung 15 000 Euro Geldbuße für den Kläger gefordert hatten. Die Klage sei durchaus zulässig, aber unbegründet gewesen.


Die Comic-Figuren rund um das Tintin-Universum waren 2018 auf der 69. Internationalen Nürnberger Spielwarenmesse am Stand des deutschen Vertriebs Franko-Belgischer Comic-Produkte Atomax zu sehen.
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Mondondo hatte argumentiert, in dem Comic würden Afrikaner als dumm, arbeitsscheu und unfähig dargestellt. Dagegen werde der Weiße Tim als überlegener Kolonialherr gezeigt. Dies sei „eine Beleidigung für jeden Menschen schwarzer Hautfarbe“ und ein Verstoß gegen ein Gesetz gegen den Rassismus von 1981. „Tim und Struppi im Kongo“, der 1946 von Hergé noch einmal überarbeitet und „entschärft“ wurde, müsse deswegen verboten werden.

Keine Aufstachelung zum Rassenhass

Die Richter folgten jedoch der Auffassung des Staatsanwalts. Dieser hatte argumentiert, Hergé habe mit dem Comic nicht zum Rassenhass aufstacheln wollen. Vielmehr spiegele seine Darstellung der Afrikaner die damalige Zeit wider. Zudem zeige das Buch Tim niemals in einer Konfrontation mit Schwarzen - sondern mit einer Gruppe von Gangstern. Und bei diesen handle es sich um Weiße.

Die Bücher über „Tim und Struppi“ des 1983 gestorbenen Hergé gehören zu den erfolgreichsten Comics der Welt und zum kulturellen Erbe Belgiens. Erst im Oktober war der Film „Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn“ von Steven Spielberg in die Kinos gekommen.