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Tierärztin Dr. Romi Roth: Das Corona-Virus und Haustiere
Panorama 2 Min. 17.03.2020

Tierärztin Dr. Romi Roth: Das Corona-Virus und Haustiere

Hündin Smilie bereitet ihrer Besitzerin Sorgen.

Tierärztin Dr. Romi Roth: Das Corona-Virus und Haustiere

Hündin Smilie bereitet ihrer Besitzerin Sorgen.
Foto: Shutterstock
Panorama 2 Min. 17.03.2020

Tierärztin Dr. Romi Roth: Das Corona-Virus und Haustiere

Malteserhündin Smilie ist krank - kam sie womöglich in Kontakt mit dem derzeit grassierenden Corona-Virus? Und ist sie eine Gefahr für ihre Besitzer?

von Dr. Romi Roth

Seit einigen Tagen leidet Malteserhündin Smilie unter Schnupfen. Zudem tränen ihre Augen und sind gerötet, was richtig dramatisch wirkt, denn Smilies Fell ist schneeweiß. Da die herzkranke Großmutter von Smilies Besitzerin wegen der gegenwärtigen Lage nicht ausgehen darf und auch die üblichen Versorgerdienste vorerst nicht mehr vorbeikommen, muss die junge Frau täglich bei ihrer Bomi nach dem Rechten sehen. 

Natürlich ist sie wegen Smilies Schnupfen besonders besorgt und fragt daher auch in der Praxis an, ob die Erkältungssymptome ihres Hundes nicht auch von SARS-CoV-2 herrühren könnten. 

Bislang nur ein Fall

Zwar haben die Behörden in Hongkong tatsächlich geringe Mengen des genetischen Materials des Erregers an der Nasen- und Schnauzenregion eines Zwergspitzes einer Corona-Virus-Patientin gefunden.

Laut Universitätsexperten und der Weltorganisation für Tiergesundheit ist dies jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit der erste und bislang einzige dokumentierte Fall einer Übertragung vom Menschen zum Tier. Gegenwärtig ist dieser Hund in einem Tierheim in Quarantäne und zeigt keinerlei Krankheitszeichen. Das Menschenvirus scheint sich demnach hier nicht zu reproduzieren. 

Die Experten vom deutschen Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit verweisen ausdrücklich darauf, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen. Dass man sich generell von seinem Haustier nicht das Gesicht ablecken lassen und sich die Hände nach engem Kontakt mit Hunden, Katzen oder anderen Tieren waschen sollte, dürfte eigentlich selbstverständlich sein. Natürlich gelten diese Vorsichtsmaßnahmen in verstärktem Ausmaß für mit dem Corona-Virus infizierte Menschen. 

Corona-Viren - keine Seltenheit

Wirtspezifische Corona-Viren bei Tieren sind keine Seltenheit. So können Hauskatzen Corona-Viren in sich tragen, die unter Umständen bei ihnen die Feline Infektiöse Polyserositis (FIPS) verursachen, eine Entzündung der serösen Häute (Brust- und Bauchfell, Herzbeutel und Hirnhäute). 


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Bei Schweinen wird ein schwerer Durchfall durch ein spezifisches porzines Corona-Virus ausgelöst. Auch Hunde können durch ein canines Corona-Virus an blutigem Durchfall erkranken. Das deutsche Friedrich-Löffler-Institut betont jedoch deutlich, dass diese Erreger für den Menschen keinerlei Gefahr darstellen und klar von SARS-CoV-2 zu unterscheiden sind. 

Natürlich sollte das Gesicht von Malteserhündin Smilie von ihrer Besitzerin erst nach dem täglichen Besuch bei der Großmutter gereinigt und das Hündchen zu diesen Visiten tunlichst nicht mitgenommen werden. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten aber auch zu normalen Zeiten und ebenfalls für andere Krankheitssymptome von Tieren oder Menschen, die Kontakt zu älteren oder ansonsten gebrechlichen Personen haben, gelten. 


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