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Thomas Hayo im Gespräch: „Nicht jede ist dafür gemacht“
Die Kandidatinnen müssen sich bei extravaganten Fotoshootings beweisen. Die neue Staffel startet in der Karibik.

Thomas Hayo im Gespräch: „Nicht jede ist dafür gemacht“

Foto: ProSieben/Martin Ehleben
Die Kandidatinnen müssen sich bei extravaganten Fotoshootings beweisen. Die neue Staffel startet in der Karibik.
Panorama 4 Min. 08.02.2018

Thomas Hayo im Gespräch: „Nicht jede ist dafür gemacht“

Die neue Staffel der Castingshow „Germany’s next Topmodel“ (GNTM) ist ab dem heutigen Donnerstag wieder auf ProSieben zu sehen. An der Seite von Heidi Klum sitzen in der Jury erneut der Designer Michael Michalsky und Werbefachmann Thomas Hayo.

Interview: Cornelia Wystrichowski

Heidi Klum lässt wieder die Puppen tanzen: In der neuen Staffel der Castingshow „Germany’s next Topmodel“ (GNTM) konkurrieren ab heute Abend auf ProSieben zahlreiche jugendliche Schönheiten um den Sieg – wobei sich dieses Mal offenbar keine Kandidatin aus Luxemburg für die Top 50 qualifizieren konnte. In der Jury von Modelmama Heidi Klum sitzt neben dem Designer Michael Michalsky auch wieder der Werbefachmann Thomas Hayo.

Herr Hayo, Sie sind in der neuen Staffel der Castingshow „Germany’s next Topmodel“ zum achten Mal in der Jury dabei. Wieso halten Sie es länger aus als jeder andere Juror?

Heidi und ich sind seit vielen Jahren sehr eng befreundet. Wir sind fast gleichzeitig in den frühen Neunzigern nach New York gezogen und haben uns damals, am Anfang unserer Karrieren, kennengelernt. Und da wir beide ja eigentlich deutsche Dorfkinder sind, die in die große weite Welt zogen, um sich dort zu beweisen, gibt es sehr viele Erfahrungen, die uns verbinden. Wir sind inzwischen ein perfekt eingespieltes Team, das sich blind versteht und das extrem viel Spaß an der Zusammenarbeit hat. Außerdem war mir persönlich schon von Anfang an sehr wichtig, dass ich mich vor der Kamera nicht verstellen muss. Ich bin so, wie ich bin.

Wie schnell erkennen Sie, ob eine Kandidatin das Zeug zum Model hat?

Da ich im Laufe meiner Karriere schon unzählige Castings für verschiedenste Kunden gemacht habe, verfüge ich über ein sehr gutes Gespür. Einigen der heutigen Topmodels wie etwa Miranda Kerr, Lily Aldridge, Lara Stone oder Karlie Kloss habe ich so zu ihren ersten großen Werbejobs verholfen. Eigentlich dauert es nur wenige Minuten, um zu erkennen, ob ein Mädchen das erforderliche Potenzial besitzt oder nicht. Ob sie jedoch in der Lage ist, aus vorhandenem Potenzial das Maximum rauszuholen, das erkennt man in der Regel erst, wenn man mit ihr enger zusammenarbeitet. Ein tolles Gesicht und perfekte Proportionen alleine machen noch lange kein Topmodel aus.

Worauf kommt es denn an?

Meine Erfahrung zeigt mir, dass nur diejenigen, die diesen Job auch wirklich ernst nehmen, über längere Zeit hinweg Erfolg haben können. Große Foto- und Filmshoots oder Fashionshows sind mit hohen Kosten verbunden – da kann es sich keiner leisten, den Erfolg einer solchen Produktion durch ein Model in Gefahr zu bringen, das im Ernstfall nicht abliefern kann. Eine Kate Moss mag privat ein eher exzessives Leben führen, aber wer sie kennt und schon einmal mit ihr zusammengearbeitet hat, weiß, dass sie am Set immer hundertprozentig da ist. Nur deshalb ist sie nach wie vor so gut im Geschäft.

Die Jury: Thomas Hayo, Heidi Klum und Michael Michalsky (v.l.n.r.).
Die Jury: Thomas Hayo, Heidi Klum und Michael Michalsky (v.l.n.r.).
Foto: ProSieben/Martin Ehleben

Ist ein Sieg bei GNTM ein echter Türöffner ins Modebusiness?

Germany's next Topmodel zu werden oder in der Show sehr weit zu kommen, kann eine große Starthilfe sein. Was die Mädchen letztendlich jedoch daraus machen, hängt von ihnen selbst ab.

Wenn Sie eine Teenagertochter hätten, die da mitmachen wollte: Was würden Sie ihr raten?

Ich würde ihr sagen, dass sie gerne mitmachen darf, sich aber zuvor bewusst machen muss, was es bedeutet. In der Öffentlichkeit zu stehen ist ein großer Wunsch von vielen, aber es ist ein zweischneidiges Schwert. Man muss damit umgehen können oder es schnellstmöglich lernen. Nicht jede ist dafür gemacht.

Was bedeutet Ihnen persönlich Mode? Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?

Mode hat mich schon immer fasziniert. Wie man sich kleidet, sagt mitunter viel über jemanden aus. Ein Spiegelbild der Seele. Mode total zu verneinen und demonstrativ keinen Wert darauf zu legen, ist ja auch schon ein Statement. Allerdings finde ich es eher wichtig, einen persönlichen Stil zu entwickeln, der zu einem passt, als jedem Fashiontrend nachzulaufen. Modebewusste Menschen mit gutem Geschmack finde ich cool, Fashion Victims dagegen finde ich eher tragisch. Und Zeit vorm Spiegel verbringe ich recht wenig, denn mit zunehmendem Alter und dazugewonnener Weisheit nimmt die Eitelkeit, meiner Erfahrung nach, auch extrem ab.

Sie sind eigentlich Werbeprofi. Wie bringen Sie die Sendung und Ihren Job unter einen Hut?

Während der Dreharbeiten von GNTM muss meine Tätigkeit als Creative Director leider etwas ruhen, denn unsere Zeit hier ist schon sehr arbeitsintensiv. Jedoch ist sie auch auf ungefähr drei Monate komprimiert, sodass ich mich in der restlichen Zeit des Jahres wieder voll auf meinen eigentlichen Job konzentrieren kann.

Stimmt es, dass Sie auf Ihrer Dachterrasse schon Partys mit Madonna gefeiert haben?

Ich mag es sehr gerne, Freunde zu mir nach Hause einzuladen. In kleinem als auch im größeren Kreise, je nach Anlass. Im Laufe der Jahre sind viele dieser „Get Togethers“ zu Institutionen geworden, mit vielen illustren Gästen. Madonna ist da eine von vielen. Wenn sie kommt, dann kann man davon ausgehen, dass das Wohnzimmer innerhalb kürzester Zeit zur Tanzfläche umfunktioniert wird.


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