Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Tagung in Luxemburg: Europa entwickelt neue Ariane-Rakete
Panorama 2 Min. 01.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Tagung in Luxemburg: Europa entwickelt neue Ariane-Rakete

Die Raumfahrtminister der europäischen Weltraumorganisation Esa wollen an diesem Dienstag in Luxemburg über die Entwicklung einer Ariane-6 entscheiden, die von 2020 an ins All starten könnte.

Tagung in Luxemburg: Europa entwickelt neue Ariane-Rakete

Die Raumfahrtminister der europäischen Weltraumorganisation Esa wollen an diesem Dienstag in Luxemburg über die Entwicklung einer Ariane-6 entscheiden, die von 2020 an ins All starten könnte.
Foto: Archiv LW
Panorama 2 Min. 01.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Tagung in Luxemburg: Europa entwickelt neue Ariane-Rakete

Lange gab es ein Tauziehen darum, wie es mit dem europäischen Zugang zum Weltraum weitergehen soll. Die zuverlässige Ariane-Trägerrakete muss weiterentwickelt werden. Auf einer Ministerkonferenz der Europäischen Weltraumorganisation Esa soll an diesem Dienstag die Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen.

(dpa) - Seit Jahren ringen die Europäer, genauer gesagt die Deutschen und die Franzosen, um das Zukunftskonzept für die Ariane. Jetzt werden die Weichen gestellt für eine Fortentwicklung der seit mehr als zwei Jahrzehnten gefragten und beständigen Ariane-5-Rakete. Auf einer Ministerkonferenz der Europäischen Weltraumorganisation Esa an diesem Dienstag in Luxemburg soll entschieden werden. Es läuft auf eine Nachfolger-Trägerrakete für den Weltmarktführer Ariane-5 hinaus.

Warum braucht Europas Raumfahrt überhaupt eine Fortentwicklung?

Die Raketenbetreibergesellschaft Arianespace hat zwar weiterhin volle Auftragsbücher, die Konkurrenz könnte dem Glanzstück europäischer Raumfahrtindustrie jedoch auf die Pelle rücken. Der kommerzielle Transport in den Welttraum ist lukrativ. Vor allem der Start des Low-cost-Anbieters SpaceX des amerikanischen Milliardärs Elon Musk scheint den Entscheidungsprozess der Europäer noch beschleunigt zu haben. Und auch in anderen Ländern sind Konkurrenten am Werk.

Was soll denn anders werden bei der Ariane-6?

Die neue europäische Trägerrakete soll, wenn alles klappt, im Jahr 2020 ihren Premierenstart von dem europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana haben. Weil die Wünsche der Kunden, die einen Satelliten in der Umlaufbahn platzieren wollen, sich verschieben, ist jetzt der Bau einer kleineren und weit kostengünstigeren Trägerrakete als die Ariane-5 vorgesehen: programmiert in zwei Versionen, also eine kleinere Ariane-62 mit zwei Starttriebwerken und eine größere Ariane-64 mit vier Boostern zum Transport von je zwei Satelliten. Der Grund: Moderne Telekommunikationssatelliten werden heutzutage wieder kleiner gebaut, nachdem sie über lange Zeit immer schwerer wurden.

Lohnt sich ein solcher Finanzaufwand überhaupt?

Mit den mehr als 60 erfolgreichen Starts in Folge und einem Marktanteil bei kommerziellen Starts von mehr als 50 Prozent hat die Ariane-5 Europa wirtschaftliche Gewinne von gut 50 Milliarden Euro gebracht. Diesen Kuchen wollen die Europäer, auch große Kunden als Satellitenbetreiber, nicht gern mit anderen teilen. Also wird eine dem Trend angepasste Trägerrakete entwickelt, auf zwei Stufen mit Flüssigkeitsboostern ausgestattet. Damit soll der Weltmarktführer wettbewerbsmäßig weiterhin gut aufgestellt bleiben. Für diese Weiterentwicklung der Ariane und gleichzeitig auch der kleinen europäischen Vega-Rakete veranschlagt die Esa 3,8 Milliarden Euro.

Und worüber gab es überhaupt Streit?

Dass Europa nicht untätig bleiben darf, darüber waren sich die Raumfahrtminister bereits auf ihrer letzten Tagung vor zwei Jahren einig. Frankreich und Deutschland, als finanzstärkste Geberländer und Industriestandorte tonangebend, schienen dabei aber verschiedene Wege einschlagen zu wollen. Die Deutschen wollten zuerst die zuverlässige Ariane-5 leistungsfähiger machen und setzten deshalb auf das Projekt Ariane-5ME. Die Franzosen aber strebten den raschen und direkten Weg zu einer neuen Ariane-6 an. Jetzt sieht es so aus, als könnte ein gut abgestimmtes Konzept zum Zuge kommen, das auch berücksichtigt, was in den vergangenen Jahren bereits für die Weiterentwicklung getan wurde.

Eine neue Lenkungsstruktur ist laut Esa notwendig. Was heißt das?

Angestrebt ist, dass die Industrie mehr Verantwortung übernimmt. Die Airbus Group und der französische Triebwerkshersteller Safran planen ein gemeinsames Raumfahrt-Unternehmen, um beim Raketenbau die Kräfte im Wettbewerb mit der Konkurrenz in den USA zu bündeln. Einer der Schwerpunkte der Zusammenarbeit soll dabei die neue Ariane-6 sein


Lesen Sie mehr zu diesem Thema