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Tag der Muttersprache: Einmalige Wortkonstruktionen in anderen Sprachen
Panorama 2 Min. 21.02.2020

Tag der Muttersprache: Einmalige Wortkonstruktionen in anderen Sprachen

Jede Sprache kennt Wörter, die man nicht so einfach in andere Sprachen übersetzen kann.

Tag der Muttersprache: Einmalige Wortkonstruktionen in anderen Sprachen

Jede Sprache kennt Wörter, die man nicht so einfach in andere Sprachen übersetzen kann.
Foto: Shutterstock
Panorama 2 Min. 21.02.2020

Tag der Muttersprache: Einmalige Wortkonstruktionen in anderen Sprachen

Egal ob "Extramagen" oder "Morgenfrische": Viele Sprachen haben für bestimmte Dinge oder Phänomene ihre eigenen Worte, die sich nur schwer übersetzen lassen.

(csat/mij) - Zum Welttag der Muttersprache lohnt es sich, einmal in die Welt hinauszuschauen und einen Blick auf die Begriffe zu werfen, die es nur in anderen Sprachen gibt – und die sich nicht übersetzen, sondern nur umschreiben lassen. Einige von ihnen – wie etwa das dänische Wort „hygge“ – haben es zu Weltruhm gebracht. 

"betsubara" – Wer kennt das nicht? Da hat man sich den Bauch vollgeschlagen und da kommt plötzlich noch das Dessert. Was nun? Japaner sind da fein raus, denn sie haben einen "betsubara", einen "Extramagen für Dessert und Süßigkeiten". 

"utepils" – Das norwegische Wort "utepils" lässt sich am besten mit "Draußenbier" übersetzen. Gemeint war damit ursprünglich das allererste Bier des Jahres, das man unter freiem Himmel trinken kann, ohne gleich zu erfrieren. Heute bezeichnet das Wort jedes Bier, das draußen getrunken wird.

 "jam karet" – Wer hierzulande nicht pünktlich ist, kann eigentlich auch gleich zu Hause bleiben. In Indonesien sieht man das ein wenig lockerer. Dort gibt es schließlich die "jam karet", die "Gummizeit". Sie kann nur ein paar Minuten daneben liegen oder aber auch gleich ein paar Stunden. 

"tartle" – Es ist äußerst peinlich, wenn man den Namen einer Person vergessen hat, die man eigentlich kennen sollte. Dieser unschöne Moment des Zögerns, der bei dem Versuch entsteht, sich an einen Namen zu erinnern, heißt im Schottischen "tartle". Der ganz große Vorteil dieses wunderhübschen Wortes ist, dass man sich damit auch gleich entschuldigen kann: "Sorry for my tartle!", also in etwa "Entschuldigen Sie bitte mein Zögern bei der Ansprache".


Politik,Tag der Muttersprache, Interview Lex Roth und Jérome Lulling,  Interview  Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
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"iktsuarpok" – Wer monatelang ganz allein in seinem Iglu sitzt, der kann sich schon mal langweilen. Kein Wunder also, wenn man ab und zu mal rausgeht, um zu gucken, ob vielleicht Besuch kommt. Genau dafür gibt es in Inuktitut, einer Sprache der kanadischen Ureinwohner, ein Wort: "iktsuarpok". Natürlich lebt heutzutage kein Inuit mehr in einem Iglu, "iktsuarpok" hat sich aber dennoch bis heute erhalten. 

"tsundoku" – Viele Japaner arbeiten rund um die Uhr. Nicht umsonst hat man in Japan ein eigenes Wort für den Tod durch Überarbeitung: "kuroshi". Falls es dann doch einmal ein wenig Freizeit gibt, kauft man sich ein gutes Buch. Nur mit dem Lesen ist das so eine Sache, denn die Freizeit ist ja schließlich knapp bemessen. Also wird das neue Buch zu Hause ungelesen ins Regal gestellt – und zwar zu all den anderen ungelesenen Büchern. Genau für dieses Phänomen gibt es in Japan nun auch wieder ein eigenes Wort: "tsundoku". 

"nukniaukti" – Dass in einigen osteuropäischen Ländern mehr geklaut wird als in Westeuropa, ist ein leider noch häufig bedientes Klischee. Trotzdem gibt es in Litauen sogar ein Wort für den Tatbestand, nur etwas Kleines zu stehlen: "nukniaukti". 

"murr-ma" – Im Northern Territory Australiens leben Aborigines mit dem schönen Namen Wagiman. Praktischerweise trägt auch die von ihnen benutzte Sprache den gleichen Namen. Von den Wagiman stammt ein Begriff, der vor allem großen und kleinen Tollpatschen im Urlaub behilflich sein könnte: "murr-ma", was so viel bedeutet wie "mit den Füßen etwas im Wasser suchen". 

"morgenfrisk" – Von "morgenfrisk" sprechen die Dänen, wenn sie das Gegenteil von einem Brummschädel meinen. "Frisch wie der junge Morgen" könnte man auch sagen.


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