Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Südkoreaner filmen heimlich Motelgäste
Tausende Spanner bezahlten, um die illegalen Video-Feeds anzuschauen.

Südkoreaner filmen heimlich Motelgäste

Foto: Shutterstock.
Tausende Spanner bezahlten, um die illegalen Video-Feeds anzuschauen.
Panorama 22.03.2019

Südkoreaner filmen heimlich Motelgäste

Vier Männer installierten versteckte Kameras in den Zimmern und boten die Videos gegen Bezahlung im Netz an. Die Bande wurde verhaftet.

(dpa) - Die Polizei in Südkorea ermittelt gegen vier Männer, die 1600 Motelgäste in ihren Zimmern mit versteckten Mini-Kameras gefilmt haben sollen. Zwei der Verdächtigen seien festgenommen worden, teilte die Nationale Polizeibehörde auf ihrer Website (Donnerstag) mit.


Die Polizei warnt vor allzu freizügigem Umgang mit Internetbekanntschaften.
Böse Betrügermasche: Cybercrime über Facebook und Skype
Mit einer dreisten Betrugsmasche versuchen Internet-Betrüger zu Geld zu kommen. Dabei schrecken sie auch vor Morddrohungen nicht zurück.

Die Verdächtigen hätten die Aufnahmen mit Kameras, die auch zur Videoüberwachung benutzt werden, live ins Internet gestellt, um damit Geld zu machen. Die Kameras seien in Set-Top-Boxen, Steckdosen oder Fön-Halterungen in den Motelzimmern installiert worden.

Die Männer hatten den Angaben zufolge rund sieben Millionen Won (5440 Euro) von zahlenden Mitgliedern einer Website eingenommen, auf der ein Livestream eingerichtet wurde. Die Aufnahmen seien zwischen dem vergangenen November und Anfang März in 30 Motels in zehn Städten im zentralen und südöstlichen Teil des Landes entstanden.

Nach Berichten der Zeitung „The Korea Herald“ hatten die Männer mehr als 800 illegale Aufnahmen an 97 Kunden der Website verkauft, die insgesamt über 4000 Mitglieder gezählt habe. Den Verdächtigen drohe wegen der Aufnahme illegaler Videos sowie der Verbreitung pornografischen Materials eine mehrjährige Haftstrafe.


Justizminister Felix Braz sieht in den Voyeurismus-Fällen in städtischen Bussen eine "strafwürdige" Handlung.
Nach Voyeurismus-Fällen: Justizminister Braz: "Strafwürdige Taten"
Ein Blick unter einen Rock, vielleicht auch noch mit der Kamera festgehalten. Bisher alles legal, im öffentlichen Raum. Justizminister Felix Braz will die Gesetzeslage jetzt gegebenenfalls nachbessern.

Die Verbreitung von illegalen Videos mit versteckter Kamera hat sich in Südkorea zu einem ernsten Problem entwickelt. Im vergangenen Jahr gingen Tausende Frauen mit der Forderung auf die Straße, dass die Regierung strenger gegen solche Aktivitäten vorgehen solle.

Zuletzt gab es Ärger für und um den K-Pop-Sänger und Fernsehstar Jung Joon Young, der heimlich Frauen beim Sex mit ihm gefilmt und die Aufnahmen in privaten Chaträumen geteilt haben soll. Jung hatte sich bei den Opfern entschuldigt. Am Mittwoch wurde er einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der über einen möglichen Haftbefehl gegen Jung entscheiden sollte. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein Datenleck von gigantischem Ausmaß
Am Mittwoch wurde ein vermeintliches Datenleck im Bildungsbereich bekannt. Das Problem ist weder neu, noch beschränkt es sich auf diesen Sektor. Zehntausende luxemburgische Accounts sind betroffen. Eine exklusive Recherche.
Safer Internet Day: Mehr Eigenverantwortung im Web
Immer wieder tauchen im Internet neue Maschen auf. Eine der neuesten nennt sich Sextortion. Doch falls wirklich ungewollte Bilder im Internet zirkulieren, ist dem meist ein zu sorgloser Umgang damit vorausgegangen.
Zum Anfang des Jahres wurden viele neue Broschüren von Bee Secure, in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern, vorgestellt, die den sicheren Umgang mit dem Internet lehren sollen.
Versteckte Kamera in der Damen-Umkleidekabine
Seit vergangenem Samstag ist die Polizei Luxemburg einem Fall von Voyeurismus auf der Spur. Wie das „Tageblatt“ berichtet, steht ein Mitglied des Basketballclubs Racing Luxemburg unter Verdacht, eine versteckte Kamera in der Umkleidekabine der Damen-Mannschaft angebracht zu haben.