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Studie: Nette Worte entspannen die Kuh
Panorama 19.10.2020

Studie: Nette Worte entspannen die Kuh

Forscherin Annika Lange von der Veterinärmedizinischen Universität Wien befasst sich mit einer Kuh.

Studie: Nette Worte entspannen die Kuh

Forscherin Annika Lange von der Veterinärmedizinischen Universität Wien befasst sich mit einer Kuh.
Foto. dpa
Panorama 19.10.2020

Studie: Nette Worte entspannen die Kuh

Bauern, die mit Berta und Co. reden, machen es wohl richtig: Kühe reagieren laut Wissenschaftlern deutlich auf freundliche Worte und Streicheleinheiten.

(dpa) - Das Verhältnis von Mensch und Kuh ist meist nicht von vielen Worten geprägt. Freundlicher Zuspruch tut Rindern aber gut, wie Wissenschaftlerinnen aus Wien in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ schreiben. Sie konnten zeigen, dass sich Kühe entspannen, wenn sie gestreichelt werden und dabei eine sanfte Stimme hören. 


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Sie strecken länger genüsslich den Hals, zucken weniger mit den Ohren und ihr Herz schlägt langsamer. Dabei war der Effekt deutlicher, wenn die Stimme direkt vom Menschen neben ihnen kam anstatt aus einem Lautsprecher am Körper der Forscherin.

Effekt auf landwirtschaftliche Leistung

Dass die Kühe diesen Unterschied merken, ist wichtig für weitere Forschung dazu, wie Menschen Wohlbefinden bei ihnen auslösen können. Die Gefühlswelt der Kuh ist nämlich nicht nur für Tierfreunde oder Psychologen interessant. „Wir wissen, dass sich der Umgang auch auf die Milchleistung und Gesundheit der Tiere auswirkt“, sagte Annika Lange von der Veterinärmedizinischen Universität Wien der Deutschen Presse-Agentur. „Vielleicht werden Bauern belächelt, wenn sie mit ihren Kühen reden, aber es hat tatsächlich einen Effekt.“


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Die 28 vierbeinigen Teilnehmerinnen der Studie leben auf dem Nutztierhof der Uni. Lange und ihr Team gewöhnten sie an einen Anschnallgurt mit Herzmonitor und Streicheleinheiten im Liegen, ehe sie jedem Rind mehrmals lobende Nachrichten vorsprachen oder vorspielten – langgezogene Worte wie „brav“, die an das beruhigende tiefe Muhen von Kühen an ihre Kälber erinnern sollten.

Stress einfacher messbar als Glück

„Es geht in der Tierschutzforschung inzwischen nicht mehr nur darum, wie wir Stress und Angst vermeiden, sondern wie wir die Lebensqualität erhöhen, den Tieren vielleicht ein schöneres Leben ermöglichen“, so Lange. Glück zu messen sei jedoch schwieriger als Stress. Bestimmte Muster in der Herzfrequenz lieferten Hinweise darauf, dass das für Entspannung zuständige parasympathische Nervensystem aktiviert wurde. 


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Aussagekräftig ist auch die Körpersprache: Entspannte Rinder schließen genüsslich die Augen und strecken den Hals – etwa wenn ein Artgenosse bei der gegenseitigen Fellpflege eine besonders angenehme Stelle gefunden hat.

Eine Studie, die die Wirkung von Ansprache auch ohne Anfassen untersucht, ist noch in Arbeit. „Wahrscheinlich ist das Streicheln etwas wichtiger für das Wohlbefinden als der auditive Reiz“, so Lange. „Viele Menschen finden eine Massage wohl auch intensiver als ein beruhigendes Hörbuch.“

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