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Stechende Plagegeister: Mücken fernhalten und Stiche versorgen
Panorama 4 Min. 01.08.2017 Aus unserem online-Archiv

Stechende Plagegeister: Mücken fernhalten und Stiche versorgen

Mückenstiche wie diese können stark jucken - trotzdem sollte man nicht kratzen. Erstens verstärkt das den Juckreiz und zweitens drohen Entzündungen.

Stechende Plagegeister: Mücken fernhalten und Stiche versorgen

Mückenstiche wie diese können stark jucken - trotzdem sollte man nicht kratzen. Erstens verstärkt das den Juckreiz und zweitens drohen Entzündungen.
Foto: dpa
Panorama 4 Min. 01.08.2017 Aus unserem online-Archiv

Stechende Plagegeister: Mücken fernhalten und Stiche versorgen

Die alljähliche Mückenplage, das ewige Generve der Plagegeister: Wie man sich schützt und was hilft, um nicht immer wieder gestochen zu werden.

(dpa) - Der Eindruck täuscht nicht: Für die Mücken läuft es dieses Jahr richtig gut. Alle zwei Wochen schlüpft angesichts der Regenfälle eine neue Generation, erklärt Doreen Walther, Biologin und Mückenexpertin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Für den Menschen kann das sehr unangenehm werden.

Warum jucken Mückenstiche eigentlich?

Wenn eine Mücke sticht, injiziert sie ihren Speichel in die Haut, damit das Blut, das sie ja trinken will, nicht gerinnt. Auf die Proteine im Speichel reagiert der Mensch allergisch, erklärt Ursula Sellerberg, Sprecherin der deutschen Bundesapothekerkammer. Das verursacht die Rötung, Schwellung und den Juckreiz.

Stimmt es, dass Mücken manche Menschen lieber stechen?

Ja, sagt Martin Geier, Biologe aus Regensburg, der seit vielen Jahren zum Verhalten von Stechmücken forscht. Ob ein Mensch eher gestochen wird, hängt von der Mischung von Stoffen wie Milchsäure, Ammoniak und Fettsäuren auf der Haut ab. Sie erzeugen einen bestimmten Geruch, auf den die Mücken entweder fliegen - oder eben nicht. Eine Dusche hilft, allerdings nur für kurze Zeit. Dann ist der Geruch wieder da. Wählerisch sind Mücken vor allem dann, wenn sie die Wahl haben. Wer in Gruppen selten gestochen wird, den pieksen die Tiere wahrscheinlich trotzdem, wenn er allein ist. Geier vergleicht es mit hungrigen Menschen: „Können sie am Buffet Essen wählen, nehmen sie das, was schmeckt.“ Gibt es nur trockenes Brot, werden sie aber auch das essen.

Was kann man tun, um die Mücken abzuhalten?

Warme Haut lockt Mücken an, sagt Geier. Wer Sport getrieben hat, sollte schnell kalt duschen oder die Haut im See abkühlen. Lange Kleidung schützt Beine und Arme. Außerdem empfiehlt es sich, helle Sachen zu tragen. Dunkle Kleidung zieht Mücken eher an.

Was bringen Mückensprays?

Auf nackter Haut bilden Sprays einen Geruchsmantel, der die Insekten abhält. Der synthetische Stoff Diethyltoluamid, kurz DEET, hält einem Test von Stiftung Warentest zufolge am längsten. Er kann allerdings auch die Schleimhäute etwa in den Augen reizen. Gut abgeschnitten haben auch Mittel mit Icaridin. Die Sprays müssen regelmäßig, etwa alle vier Stunden, aufgetragen werden, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren, erklärt Sellerberg. Sie sollten nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden. Ungeeignet sind die Mittel für Babys. DEET sollte auch bei Kleinkindern nicht angewendet werden, rät Sellerberg.

Gibt es Pflanzen, die Mücken fernhalten?

Ein beliebtes Hausmittel gegen Mücken ist das Laub der Tomatenpflanze. Auch den Geruch von Rosmarin, Katzenminze, Lavendel, Minze, Zitronenmelisse, Zitronengras und Zitronengeranie schätzen Mücken demnach nicht.

Was können Gartenbesitzer sonst gegen Mücken tun?

Stehendes Wasser vermeiden, denn darin brüten die Tiere. Planschbecken und Gießkanne sollten deshalb jeden Abend geleert werden. Das überschüssige Wasser lässt sich gut als Gießwasser für Pflanzen verwenden. Regentonnen sollten ebenfalls regelmäßig geleert beziehungsweise abgedeckt werden. Wer einen Gartenteich besitzt, kann die Larven dort mit einem Kescher abschöpfen - oder Goldfische halten. Sie fressen Mückenlarven.

Wie entfernt man Mückenflecken von der Wand?

Man weiß es und tut es trotzdem: Stechmücken nerven manchmal so sehr, dass man sie an der Wand erschlägt. Zurück bleiben schmierige Flecken. Was tun? Schnell reagieren: Am besten lassen sich Reste von Stechmücken und Blut entfernen, wenn sie frisch sind. Und zwar mit viel kaltem Wasser, Küchenkrepp und einer Stoffserviette.

Mareike Hermann von der DIY Academy in Köln empfiehlt das Abtupfen mit einem Mikrofasertuch oder einem feuchten Schwamm. Fleckreste auf der Farbe dann mit Farbe und einem kleinen Pinsel überstreichen. In der Regel sind die Flecken so klein, dass ein Farbunterschied nicht auffalle, sagt Hermann.

Und wenn eine Mücke gestochen hat? 

Zuallererst: nicht kratzen! Dabei werden noch mehr „Juckstoffe“ vom Körper ausgeschüttet. Aufgekratzte Stiche entzünden sich zudem leichter.

Stattdessen empfehlen sich eine Reihe Hausmittel gegen den Juckreiz und Entzündungen: eine halbe Zwiebel oder eine Scheibe Zitrone desinfizieren, kühlen und beruhigen die Einstichstelle. Apfelessig lindert den Juckreiz, wenn er unmittelbar nach dem Stich auf die Hautstelle gegeben wird. Das Gleiche gilt für eine Mischung aus Honig und Speisenatron oder Johanniskrautöl. Quark wirkt entzündungshemmend. Man gibt ihn gekühlt auf eine Kompresse und legt diese auf die Wunde, solange der Quark noch feucht ist.

Gegen den Juckreiz, Entzündungen und die allergische Reaktion helfen auch Cremes oder Gele. Sie enthalten zum Beispiel Antihistaminika und Hydrocortison. Die Quaddeln werden dann unter Umständen nicht ganz so groß. Der Stich verschwindet aber nicht einfach. Letztlich hilft nur: abwarten und zusehen, dass man nicht gleich wieder gestochen wird.


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