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Ständig schweißgebadet: Was bei krankhaftem Schwitzen helfen kann
Panorama 3 Min. 22.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Ständig schweißgebadet: Was bei krankhaftem Schwitzen helfen kann

Peinliche Flecken: Betroffenen macht krankhaftes Schwitzen häufig zu schaffen.

Ständig schweißgebadet: Was bei krankhaftem Schwitzen helfen kann

Peinliche Flecken: Betroffenen macht krankhaftes Schwitzen häufig zu schaffen.
Foto: dpa
Panorama 3 Min. 22.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Ständig schweißgebadet: Was bei krankhaftem Schwitzen helfen kann

Dass im Sommer oder beim Sport mal der Schweiß fließt, ist zwar nervig, aber ganz normal. Manche Menschen schwitzen aber unabhängig davon so stark, dass man von Hyperhidrose - also krankhaftem Schwitzen - spricht. Für Betroffene ist das meist ein großes Problem.

(dpa) - Das T-Shirt klebt an der Haut, das Gesicht glänzt, die eine oder andere Schweißperle rinnt an einem herunter: Schwitzen ist eines der lästigen Dinge im Sommer. Aber lebensnotwendig, denn Schwitzen ist ein physiologischer Prozess, der die Körpertemperatur stabil hält. 

Bei der Verdunstung von Schweiß wird dem Körper Wärme entzogen - das schützt vor Überhitzung. Aber manche Menschen schwitzen weit mehr, als es für die Wärmeregulation nötig wäre. Medizinier sprechen dann von Hyperhidrose - krankhaftem Schwitzen.

Wann Schwitzen krankhaft ist

Eine genaue Definition, wann Hyperhidrose beginnt, gibt es nicht. Wer im Sommer, beim Sport oder körperlicher Anstrengung unter den Achseln, im Gesicht, auf dem Rücken oder auch an der Brust schwitzt, muss sich keine Sorgen machen. 

Beim krankhaften Schwitzen läuft das Wasser aber mitunter den Körper runter, theoretisch auch temperatur- und anstrengungsunabhängig. Hyperhidrose ist mit Schwitzen beim Sport nicht vergleichbar, der Schweiß läuft bei Betroffenen sturzbachartig.

Was hinter Hyperhidrose stecken kann

Grundsätzlich wird zwischen der primären und der sekundären Hyperhidrose unterschieden - bei der primären Form hat das Schwitzen keine Erkrankung als Ursache, erklärt Gauglitz. Betroffene haben weder mehr noch vergrößerte Schweißdrüsen, diese sind lediglich überstimuliert. Es kann psychische Ursachen wie Angst oder übermäßige Anspannung haben. 

Bei der sekundären Hyperhidrose ist das Schwitzen hingegen Symptom einer Grunderkrankung: Es kann zum Beispiel durch Diabetes, hormonelle Probleme etwa durch die Schilddrüse oder Krebs ausgelöst werden. Gerade starkes nächtliches Schwitzen sollten Betroffene abklären lassen.

Formen des krankhaftem Schwitzen

Wenn Betroffene entweder an einer oder mehreren Stellen übermäßig stark schwitzen, ist von der lokalisierten Hyperhidrose die Rede. Sie ist in aller Regel der primären Form - also der ohne Grunderkrankung als Ursache - zuzuordnen. Meistens sind dabei die Achseln, die Handinnenflächen und die Fußsohlen betroffen. 

Beim generalisierten Schwitzen hingegen ist der ganze Körper betroffen, und es steckt oft eine andere Grunderkrankung dahinter. Einen Standard-Test zur Diagnose der Hyperhidrose gibt es nicht. Deshalb kommt es vor allem auf das Gespräch mit dem Betroffenen an.

Gerade wenn Menschen beruflich in der Öffentlichkeit wie am Schalter einer Bank stehen, ist Hyperhidrose ein großes Problem. Wer zum Beispiel beruflich oft per Händedruck begrüßt wird und dort übermäßig schwitzt, habe kaum Möglichkeiten, das zu verbergen. 

Welche Therapien es bei krankhaftem Schwitzen gibt

Wenn die Hyperhidrose auf eine oder mehrere Stellen begrenzt ist und keine Grunderkrankung dahintersteckt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: Deodorants mit einem höheren Aluminiumchlorid-Anteil zum Beispiel.

Eine weitere und gute Option ist die Injektion von Botulinumtoxin. Dabei werden Nerven vorübergehend blockiert, um das übermäßige Schwitzen zu reduzieren. Es sind etwa ein bis zwei derartige Behandlungen pro Jahr nötig. Die Kosten pro Behandlung liegen etwa bei 550 bis 700 Euro. 

Hyperhidrose kann auch mit der sogenannten Iontophorese behandelt werden. Dabei wird Strom durch die betroffenen Areale geleitet. Die Behandlung soll in mehreren Sitzungen die Aktivität der Schweißdrüsen hemmen.

Außerdem gibt es Eingriffe, die das Schwitzen lindern sollen. Bei einem werden in einer Art Absaugprozess nervale Strukturen zerstört. Bei der anderen, drastischeren Methode werden die Nerven durchtrennt. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass der Körper den Schweiß an anderer Stelle nach außen befördert - das nennt man kompensatorisches Schwitzen.

Auch Medikamente können zum Einsatz kommen: Als einzige der Möglichkeiten können die sogenannten Anticholinergika auch bei generalisiertem Schwitzen eingesetzt werden. Sie gelten bei lokalem Schwitzen aber nicht als Mittel der Wahl.

Was Betroffene selbst tun können

Es kann helfen, zur Ruhe zu kommen: zum Beispiel mit Entspannungsübungen, einem Yoga-Kurs, autogenem Training oder progressiver Muskelrelaxation. Außerdem können Wechselduschen die Beschwerden lindern. Sie stabilisieren den Kreislauf, das verbessert auch die Transpiration. 

Betroffene können es zudem mit Salbei probieren - zum Beispiel als Tee. Empfehlenswert ist  auch, sich die Achseln zu rasieren. So beugen Betroffene Schweißgeruch vor. Außerdem soll man Kaffee und scharfe Speisen meiden.


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