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Spotify will Corona-Fehlinformationen kennzeichnen
Panorama 3 Min. 31.01.2022
Nach Star-Protest

Spotify will Corona-Fehlinformationen kennzeichnen

Neil Young (l.) gegen Joe Rogan - die Frage, wer für Spotify mehr Gewicht hat, aber auch wer mehr zu verlieren hat, dürfte auch eine Generationsfrage sein.
Nach Star-Protest

Spotify will Corona-Fehlinformationen kennzeichnen

Neil Young (l.) gegen Joe Rogan - die Frage, wer für Spotify mehr Gewicht hat, aber auch wer mehr zu verlieren hat, dürfte auch eine Generationsfrage sein.
Foto: AFP
Panorama 3 Min. 31.01.2022
Nach Star-Protest

Spotify will Corona-Fehlinformationen kennzeichnen

Es geht um irreführende Informationen zum Coronavirus - und darum, was eigentlich gesagt und wer gehört werden soll. Viele Prominente äußern in den vergangenen Tagen ihren Unmut über einen Podcast. Nun reagiert Spotify auf die Kritik.

(dpa) - Weltstars gegen Streaming-Riesen: Mit ihrem ganzen Gewicht kämpfen die Musiker Neil Young und Joni Mitchell gegen Corona-„Lügen“, die ihrer Meinung nach in einem populären Spotify-Podcast verbreitet werden. Es ist ein Protest, den auch das Streaming-Unternehmen nicht ignorieren kann. Der kritisierte Podcaster Joe Rogan meldet sich derweil selbst zu Wort - und gesteht Fehler ein.

In einem rund zehnminütigen Instagram-Video sagte der 54-jährige US-Moderator mit Blick auf seine Kritiker: „Es tut mir sehr leid, dass sie sich so fühlen, das ist ganz sicher nicht, was ich möchte. Ich bin ein großer Neil-Young-Fan.“ Zu seiner eigenen Show sagte er: „Ich plane alles selbst und mache es nicht immer richtig.“


ARCHIV - 01.07.2016, Dänemark, Roskilde: Neil Young tritt auf dem Roskilde Festival auf. Weil sie Falschinformationen über Corona-Impfstoffe verbreitet haben soll, hat der kanadische Rockstar Neil Young der Audio-Plattform Spotify mit einem Boykott gedroht. Foto: Nils Meilvang/SCANPIX DENMARK/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Spotify entfernt Musik von Neil Young
Der Musiker hatte dem schwedischen Unternehmen zuvor vorgeworfen, in Podcasts Falschinformationen über Coronavirus-Impfstoffe zu verbreiten.

Darüber hinaus zeigte sich der Moderator damit einverstanden, dass der Streaming-Dienst Spotify Beiträge zu Covid-19 künftig mit einem Hinweis versehen will. Der Gründer und Chef von Spotify, Daniel Ek, hatte diesen Schritt am Sonntag in einem Blog-Eintrag angekündigt.

Der Streaming-Dienst will künftig alle Beiträge zu Corona mit einem Hinweis versehen, der zu wissenschaftlich fundierten Informationen aus verlässlichen Quellen führen soll. Die neue Initiative gegen Falschinformationen werde in den kommenden Tagen weltweit umgesetzt, teilte Ek mit.

Über das Konzept seines Podcasts sagte Joe Rogan: „Es geht mir nicht darum, Falschinformationen zu verbreiten oder kontrovers zu sein. Ich habe mit dem Podcast nichts anderes versucht, als mit Leuten zu sprechen und interessante Gespräche zu haben.“ Er wolle in Zukunft mehr Ausgewogenheit haben und neben den kontroversen Meinungen auch andere abbilden. Auch wolle er sich besser auf die Interviews vorbereiten.

Lofgren eilt Young und Mitchell zu Hilfe

Zuvor hatten mehrere Künstler, darunter Neil Young (76/„Heart of Gold“) und Joni Mitchell (78/„Big Yellow Taxi“), angekündigt, ihre Musik von Spotify abzuziehen. Sie protestierten damit gegen den Podcast des US-Moderators, der auch von zahlreichen Wissenschaftlern als verharmlosend kritisiert wurde. 


(FILES) In this file photo taken on October 28, 2007 recording artist Joni Mitchell performs during the Thelonious Monk Jazz Tribute Concert For Herbie Hancock at the Kodak Theatre in Los Angeles, California. - Canadian singer-songwriter Joni Mitchell said Friday, January 28, that she would remove her music from the Spotify platform in solidarity with Neil Young, who issued an ultimatum to Spotify to choose between his music and controversial celebrity podcaster Joe Rogan, who has become a focal point in the conversation about online misinformation and the responsibility of companies to moderate it. (Photo by FREDERICK M. BROWN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP)
Auch Joni Mitchell will Musik von Spotify entfernen
Die Sixties-Ikone erklärt sich solidarisch mit Neil Young – und lässt ihre gesamten Songs von der Streaming-Plattform entfernen.

Unterstützung erhielten sie auch von anderen Prominenten, wie zum Beispiel Nils Lofgren (71), dem ehemaligen Bandkollegen von Neil Young bei Crazy Horse und aktuellen Gitarristen von Bruce Springsteens E-Street Band. Lofgren kommt unter seinem eigenen Namen immerhin noch auf mehr als 200.000 monatliche Hörer. Er habe seinen Katalog der vergangenen 27 Jahre von Spotify zurückgezogen, sagte Lofgren in einem Statement, zudem habe er  Plattenfirmen, die die Rechte an früherem Material hielten, aufgefordert, es ihm gleichzutun.     

Spotify wolle seinen Nutzern alle Musik- und Audioinhalte zugänglich machen, hieß es daraufhin zunächst in einem Statement des schwedischen Streaming-Dienstes. Das Unternehmen habe umfassende Inhaltsrichtlinien und seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 Podcast-Episoden mit Bezug auf Corona aus dem Angebot entfernt.


ARCHIV - 13.02.2018, Großbritannien, Edinburgh: Meghan, Herzogin von Sussex und ihr Mann, Prinz Harry nehmen an einem Empfang für junge Leute im Holyroodhouse Palast in Edinburgh teil. (zu dpa "Harry und Meghan zum Tod Philips: «Du wirst schwer vermisst werden») Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Harry und Meghan setzen Kooperation mit Spotify vorerst fort
Das Paar hatte Ende 2020 einen Millionenvertrag über die Produktion von Podcasts mit der Streamingplattform geschlossen.

Obwohl sie an ihrer Zusammenarbeit mit Spotify zunächst festhielten, hatten auch Herzogin Meghan und Prinz Harry Kritik geäußert. „Wir haben Spotify gegenüber weiterhin unsere Bedenken zum Ausdruck gebracht, um sicherzustellen, dass Änderungen an seiner Plattform vorgenommen werden, um zur Bewältigung dieser Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit beizutragen“, hieß es in einer Mitteilung. Das Paar, das seine royalen Pflichten vor knapp zwei Jahren aufgegeben hatte, hatte Ende 2020 einen Millionenvertrag über die Produktion von Podcasts mit der Streaming-Plattform geschlossen.


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