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Spanisches Königshaus: Felipe verzichtet auf sein Erbe
Panorama 2 Min. 16.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Spanisches Königshaus: Felipe verzichtet auf sein Erbe

König Felipe VI (l) mit seinem Vater Juan Carlos 2018. Felipe hat sich öffentlich von seinem Vater distanziert.

Spanisches Königshaus: Felipe verzichtet auf sein Erbe

König Felipe VI (l) mit seinem Vater Juan Carlos 2018. Felipe hat sich öffentlich von seinem Vater distanziert.
Foto: AFP
Panorama 2 Min. 16.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Spanisches Königshaus: Felipe verzichtet auf sein Erbe

Mitten in der Coronavirus-Krise erlebt Spanien noch einen Einschnitt ganz anderer Art - im Königshaus. Im Zuge eines neuen Skandals distanziert sich Felipe VI. öffentlich von seinem Vater.

(dpa) - Um die Beziehung zwischen König Felipe und seinem Vater Juan Carlos ist es schon lange nicht mehr zum Besten bestellt - das ist in Spanien kein Geheimnis. Zu viele Skandälchen und ausgewachsene Skandale haben sich im Laufe der Jahre um den Altkönig und Lebemann gerankt, die dem rechtschaffenen und stets um das Ansehen des Königshauses besorgten Felipe ein Dorn im Auge waren. Aber dass jetzt sein eigener Name im Zusammenhang mit einer millionenschweren Finanzaffäre aufgetaucht ist, hat bei dem Bourbonen das Fass zum Überlaufen gebracht: Am Sonntagabend zog er die Notbremse und brach öffentlich mit seinem 82-jährigen Vater.

Die Nachricht kam wie ein Donnerschlag und lenkte das Land für kurze Zeit sogar von der Coronavirus-Krise samt landesweiter Ausgangssperre ab: Der 52-Jährige kündigte an, auf das Erbe, das ihm später zustehen würde, gänzlich zu verzichten. Damit nicht genug: Juan Carlos wird zudem das Gehalt gestrichen - zuletzt waren das rund 194.000 Euro jährlich aus der Haushaltskasse der Casa Real.

"Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ein integres, ehrliches und transparentes Verhalten haben", ließ der Zarzuela-Palast zur Begründung verlauten. Damit versuche das Haus Bourbon nicht nur, die Krone von jeglichem Korruptionsvorwurf reinzuwaschen, sondern erkenne auch klar an, dass sich Juan Carlos möglicherweise eines Vergehens schuldig gemacht habe, kommentierte das Blatt "La Vanguardia".

Elefantenjagd und Seitensprünge

Eine umstrittene Elefantenjagd in Afrika, mutmaßliche Seitensprünge, Vetternwirtschaft bei einem großen Betrugsskandal rund um seinen Schwiegersohn Iñaki Urdangarin und andere Eskapaden hatten vor sechs Jahren zu seinem Thronverzicht geführt. Und was hat der emeritierte Monarch dieses Mal angestellt?

Juan Carlos (r), ehemaliger König von Spanien, begrüßt 2014 seinen Sohn Felipe VI., König von Spanien, nachdem er ihm die Schärpe des Feldmarschalls während einer Zeremonie im Zarzuela-Palast übergeben hat.
Juan Carlos (r), ehemaliger König von Spanien, begrüßt 2014 seinen Sohn Felipe VI., König von Spanien, nachdem er ihm die Schärpe des Feldmarschalls während einer Zeremonie im Zarzuela-Palast übergeben hat.
Foto: Zipi / Pool/EFE POOL/dpa

Die Justizbehörden in der Schweiz und in Spanien ermitteln - allerdings genießt Juan Carlos zumindest bisher noch Immunität in seiner Heimat. Er soll im Jahr 2008 millionenschwere Schmiergelder aus Saudi-Arabien kassiert haben. Das Geld stammte demnach vom mittlerweile verstorbenen saudischen König Abdullah, der dem damaligen Regenten 100 Millionen Euro überwiesen haben soll. Nun bewegt die Frage: War das ein "Geschenk" oder wurde dadurch möglicherweise der Bau einer Schnellbahnstrecke von Medina nach Mekka durch ein spanisches Konsortium begünstigt?

Besonders heikel: Einem Bericht des britischen "Telegraph" zufolge sollen sowohl Felipe als auch Kronprinzessin Leonor als Begünstigte einer Offshore-Stiftung auftauchen - offenbar ohne ihr Wissen. Deshalb sah sich der König jetzt gezwungen, die Flucht nach vorn anzutreten und seinen guten Namen reinzuwaschen, indem er klarstellt, dass er kein Geld aus dem Vermächtnis seines Vaters erben will.


Britain's Prince Harry (L), Duke of Sussex, and Meghan, Duchess of Sussex arrive to attend the Endeavour Fund Awards at Mansion House in London on March 5, 2020. - The Endeavour Fund helps servicemen and women have the opportunity to rediscover their self-belief and fighting spirit through physical challenges. (Photo by JUSTIN TALLIS / AFP)
Harry und Meghan absolvieren letzte Auftritte in London
Ende des Monats will das britische Prinzenpaar seine offiziellen Aufgaben für das Königshaus abgeben. Am Donnerstagabend nahmen Harry und Meghan an einer Veranstaltung für kriegsversehrte Veteranen in London teil.

Landesweit erntete er Anerkennung für den mutigen Vorstoß. "In seinen wenigen Amtsjahren hat er sein festes Engagement für den vorbildlichen Charakter der ersten staatlichen Institution unter Beweis gestellt", lobte das renommierte Blatt "El Mundo" die "schwierige, aber unvermeidliche Entscheidung".

Vorbildlicher König

Vielleicht steht die drastische Reaktion Felipes auch in direktem Zusammenhang mit der Viruskrise, mutmaßten Kommentatoren. Es herrscht Ausgangssperre, die Straßen sind wie leer gefegt, eine gespenstische Stille liegt selbst über Metropolen wie Madrid und Barcelona - für die lebenslustigen Südländer ein fast unerträglicher Zustand.

Da hilft ihnen eine starke Führung, ein Monarch, zu dem sie aufschauen und dem sie vertrauen können, meinen manche. "In diesen schwierigen Momenten, die das Land gerade durchmacht, können die Bürger sicher sein, einen vorbildlichen, ehrlichen und verantwortungsbewussten König zu haben", brachte ein Kommentator in "El Mundo" das Gefühl auf den Punkt.


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