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Skymonster und andere Exoten
Im Juni 1986 landete die exotische DC-8-54CF Jet Trader der Aeca Cargo aus Ecuador in Findel zur Wartung.

Skymonster und andere Exoten

Foto: Serge Braun
Im Juni 1986 landete die exotische DC-8-54CF Jet Trader der Aeca Cargo aus Ecuador in Findel zur Wartung.
Panorama 3 Min. 07.11.2018

Skymonster und andere Exoten

Andreas HOLPERT
Andreas HOLPERT
In seinem zweiten von drei Bildbänden über den Flughafen Findel widmet sich Hobby-Fotograf Serge Braun den Cargoairlines und ihren Maschinen.

Beim „Skymonster“ handelt es sich nicht um ein Fabelwesen aus der Luftfahrtgeschichte. Es ist vielmehr eine umgebaute CL-44 zum Transport von sperriger Luftfracht. Dieses einzigartige Flugzeug im Dienst von Azerbaijan Airlines landete am 24. Oktober 1997 auf dem Findel. Fotos von diesem Flieger und vielen anderen exotischen Modellen und ihre Geschichten hat Serge Braun gesammelt oder selbst fotografiert. Der Hobby-Fotograf hat aus seiner rund 150 000 Fotos umfassenden Sammlung nun den zweiten Band seiner Trilogie über die Geschichte der Fliegerei in Luxemburg veröffentlicht.

Serge Braun, ein Jahr nach dem ersten Buch erscheint wie angekündigt pünktlich Ihr zweiter Bildband über die Fliegerei in Luxemburg. Worum geht es genau?

Nachdem ich im ersten Band die Passagierfluggesellschaften und ihre Flugzeuge vorgestellt habe, stehen jetzt die Frachtfluggesellschaften, die Cargolux und ihre Maintenance sowie die Geschichte des Cargo-Centers im Mittelpunkt.

Im Januar 1991 erhielt die Cargolux ihre erste von Air Foyle gemietete AN-124 Ruslan.
Im Januar 1991 erhielt die Cargolux ihre erste von Air Foyle gemietete AN-124 Ruslan.
Foto: Serge Braun

Warum ist das Thema Cargo am Flughafen Luxemburg so interessant?

Auf dem Findel landen Flugzeugtypen, die man sonst eher selten sieht, wie zum Beispiel eine Boeing 747-8F der Atlas Air in Panalpina-Bemalung. Ein Beispiel aus früheren Zeiten wäre eine McDonnell Douglas DC-10F der Cielos aus Peru. Es gab und gibt weltweit sehr viele auf das Frachtgeschäft spezialisierte Fluggesellschaften und viele von den zum Teil sehr exotischen Airlines sind schon in Luxemburg gelandet.

Ist das der wesentliche Grund, der den Flughafen Luxemburg so anziehend für einen „Fligergeck“ wie Sie macht?

Nun, wer sich in Luxemburg für die zivile Fliegerei interessiert, hat keine große Auswahl, es gibt halt nur einen einzigen internationalen Flughafen, auf dem große Jets landen und starten können. Die rasante Entwicklung der Cargolux und des Luxair Cargo Centers haben dazu geführt, dass nicht nur mehr Luftfracht transportiert wird, sondern dass auch viele exotische Airlines und seltene Frachterflugzeugtypen nach Luxemburg kamen. Allerdings ist der Frachtverkehr heute etwas monotoner geworden als noch vor 20 Jahren. Heute wird überwiegend mit der Boeing 747-400F, 747-8F, 777F und dem Airbus A330 Fracht geflogen. In den 80er- und 90er-Jahren konnte man pro Woche bis zu 20 verschiedene Frachtertypen auf dem Findel beobachten.

Warum braucht es in Luxemburg ein Buch über Flugzeuge?

Es gibt in der Art kein Buch über Flugzeuge in Luxemburg. Viele Leute meinen ja, dass außer den Flugzeugen der Luxair und Cargolux kaum andere Flieger hier landen. Ich wollte beweisen, dass es weit mehr Airlines gibt, die in Luxemburg starten und landen. Und ich will einen Beitrag zur Dokumentation der Geschichte der Fliegerei in Luxemburg leisten. Beides scheint mir gelungen zu sein.

Serge Braun präsentiert sein zweites Fliegerbuch.
Serge Braun präsentiert sein zweites Fliegerbuch.
Foto: Lex Kleren

Sie arbeiten bei den CFL. Woher kommt Ihre Leidenschaft für Flugzeuge?

Ich hatte schon als kleiner Junge eine Leidenschaft für Farben und Formen. Die habe ich schließlich im Garten meiner Eltern am Himmel wiederentdeckt in den Flugzeugen mit ihrer aerodynamischen Form und den bunten Farben. Damit war das Interesse geweckt.

Was ist für Sie das Besondere im zweiten Bildband?

Mich fasziniert jede der 460 Seiten, weil es überall etwas Unterschiedliches zu sehen und zu erfahren gibt. Bei der Arbeit an dem Buch haben mich vor allem die Kapitel über Cargolux und die Cargolux Maintenance begeistert. Cargolux hatte zum Beispiel nicht nur Frachter in ihrer Flotte, sondern auch Passagierflugzeuge. Diese kamen aber nie im eigenen Streckennetz zum Einsatz, sondern wurden an Drittgesellschaften weitervermietet. Ebenfalls waren drei Megatransporter vom Typ Antonov AN-124 für mehrere Monate Bestandteil der Cargolux-Frachterflotte.

Geplant ist ja auch noch ein dritter und abschließender Band. Was passiert im letzten Buch?

Nach den Passagier- und Frachtfluggesellschaften geht es im letzten Bildband um alle anderen in Luxemburg registrierten Fluggesellschaften wie zum Beispiel Nittler Air Transport, Interocean, Lionair, CAE-Aviation, West Air Luxembourg, Luxaviation oder die Luxembourg Air Rescue. Weiter geht es mit der Privatfliegerei, der Geschäftsfliegerei, den Militär- und Regierungsfliegern. Die ehemalige US-Außenministerin Condolezza Rice war mal mit der Air Force 2 in Luxemburg. Die vier letzten Kapitel von Band 3 beinhalten Hubschrauber, Oldtimer, Special Events und Anekdoten vom Findel.

Serge Braun „Luxembourg Findel 1948-2018 Frachtfluggesellschaften und ihre Flugzeuge, 460 Seiten, Preis 48 Euro, ISBN 978-99959-934-74


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