Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 6 : Finanzmärkte unter der Lupe
Für Denitsa Stefanova ist der Finanzmarkt kein Buch mit sieben Siegeln.

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 6 : Finanzmärkte unter der Lupe

(FOTO: MICHEL BRUMAT / UNIVERSITÄT LUXEMBURG)
Für Denitsa Stefanova ist der Finanzmarkt kein Buch mit sieben Siegeln.
Panorama 2 Min. 04.02.2016

Sie forschen an der Universität Luxemburg – Teil 6 : Finanzmärkte unter der Lupe

Manon KRAMP
Manon KRAMP
Denitsa Stefanova, gebürtige Bulgarin, forscht seit 2014 als Post-Doc an der Universität im Bereich Asset Management – eine sehr wichtige Domäne für den Luxemburger Finanzplatz.

Von Barbara Fischer-Fürwentsches

Soll man sich in schlechten Zeiten aus dem Markt zurückziehen oder sich weiter international diversifizieren? Eine Frage, die nicht nur viele Investoren und Anleger umtreibt, sondern auch Gegenstand der Forschung an der Luxembourg School of Finance“ der Universität Luxemburg ist. Denitsa Stefanova, gebürtige Bulgarin, forscht seit 2014 als Post-Doc an der Universität im Bereich Asset Management – eine sehr wichtige Domäne für den Luxemburger Finanzplatz.

Nach Abschluss des Studiums in „International Economic Relations“ in Bulgarien hat Denitsa Stefanova nach kurzer Zeit im Finanzcontrolling eines großen Industriebetriebs erkannt, dass ein Routinejob nicht das Richtige für sie ist. Nach dem MBA an der Universität Nantes folgte die Promotion an der HEC Montréal im Bereich Finanzwissenschaften. Hier wurde ihr Interesse für das Funktionieren der Finanzmärkte geweckt, ein sehr komplexes und breit aufgestelltes Forschungsgebiet: Sind Crash-Risiken messbar? Lassen sich Modelle ableiten und damit zukünftige Crashs vorhersagen?

Der erste akademische Job führte die junge Forscherin nach Amsterdam, wo sie ihr Forschungsgebiet auf Hedge Funds ausweitete. Wie ist das Investitionsverhalten von Hedge Funds und wie beeinflussen sie die Marktliquidität? Sind sie als sogenannte „First mover“ Innovationstreiber und welche Vorteile bringt die Rolle als „First mover“? „Problematisch ist, dass Hedge Funds nicht berichtspflichtig und damit weniger transparent als Banken sind – aus den wenigen vorhandenen Informationen versuchen wir herauszufinden, ob sie Leader oder Follower im jeweiligen Marktsegment sind“, erläutert Stefanova.

Ein Land mit einem wichtigen internationalen Umfeld

Bei diesen Themen lag es auf der Hand, nach Luxemburg zu wechseln. „Luxemburg ist der europäische Hub für Fonds-Management. Einen so direkten Kontakt zur Industrie finde ich sonst nirgendwo. Außerdem hat mich die Herausforderung gereizt, an einer jungen und aufstrebenden Universität in einem sehr internationalen Team zu arbeiten.“

Mitentscheidend für den Wechsel war sicherlich auch die private Situation – ein Wechsel sollte stattfinden, bevor das erste Kind eingeschult wird. „Wir können unseren Kindern hier ein internationales Umfeld bieten, was in dieser Form in Europa einmalig ist“, so die junge Mutter. Ein Pluspunkt auch für die langfristige Berufs- und Lebensplanung der Eltern.

„Unsere Forschung ist kein Selbstzweck, sie soll der Finanzindustrie vor Ort auch zugute kommen.“ Aus diesem Grund ist eine der Prioritäten der weitere Ausbau der Netzwerke in die hiesige Finanzindustrie. So werden regelmäßig internationale Konferenzen und Seminare zu aktuellen Themen der Finanzmärkte organisiert.

Forschung und Lehre für die Finanzindustrie

Die Forschungsschwerpunkte Asset Management, Asset Pricing, Risikomanagement und internationale Diversifizierung sind auf den Bedarf der hiesigen Finanzindustrie zugeschnitten.

Neben der Forschung steht auch die Lehre auf dem Programm – die „Luxembourg School of Finance“ bietet unter anderem einen Masterstudiengang in Wealth Management an. „Bei rund 30 Master-Studierenden und sieben Doktoranden ist der Kontakt sehr eng und intensiv. Vorteilhaft ist natürlich auch der nahe Kontakt zur Finanzindustrie – besonders mit Blick auf die Jobperspektiven. Hier hat die Uni Luxemburg eine Nische besetzt, die es in einer so internationalen Ausrichtung selten gibt.“

Einen Rat, den Dr. Stefanova allen Studierenden und zukünftigen Forschern mit auf den Weg geben möchte, ist die Wahl eines aktuellen Themas: „Spezialisierung ist das Rezept für Erfolg – nicht nur in der Forschung, sondern auch als Basis für den Berufseinstieg.“

Ein Beitrag der Universität Luxemburg


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Herz aus dem Takt: Lebensretter Elektroschock
Wenn der Herzschlag aus dem Takt gerät, leiden Betroffene oft an Schwindel, Atemnot, Herzrasen und Druckgefühlen in der Brust. Oder sie merken nichts, bis sie plötzlich ohnmächtig werden. Oft können nur noch Stromschläge den normalen Herzschlag wiederherstellen.
Zum Themendienst-Bericht von Martin Faber vom 27. Januar 2016: Durch eine Herzdruckmassage besteht nach pl�tzlichem Kammerflimmern die Chance, den Blutfluss etwas aufrecht zu erhalten. (Archivbild vom 09.01.2016/Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Britta Pedersen
Universität Luxemburg: Ausgezeichnete Lehre
Fünf Masterstudiengänge der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften der Universität Luxemburg haben eine Akkreditierung der „Foundation for International Business Administration Accreditation“ (FIBAA) erhalten.
Der Universitätsstandort Belval versammelt unterschiedlichste Lehr- und Forschungsstätten.
Serie: Sie forschen an der Universität Luxemburg
Hier wird nicht nur gelernt und gelehrt. An der Universität Luxemburg arbeitet eine ganze Riege von Wissenschaftlern der unterschiedlichsten Disziplinen an bahnbrechenden Neuerungen und an den Technologien von morgen. Wir stellen Ihnen einige der jungen Forscher vor.
Belval_2015-07-23-24